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FC Bayern: Julian Nagelsmann feiert 100. Sieg als Trainer und will Ära prägen

Nagelsmann: Wo soll das noch hinführen?

Bayern-Coach Julian Nagelsmann feiert gegen Mainz seinen 100. Sieg als Bundesliga-Trainer und stellt einen neuen Rekord auf. Sein Erfolgshunger ist damit aber noch lange nicht gestillt.
Julian Nagelsmann hat vor dem Duell mit Mainz 05 beste Laune und feuert auf Pressekonferenz einige Sprüche raus.
Bayern-Coach Julian Nagelsmann feiert gegen Mainz seinen 100. Sieg als Bundesliga-Trainer und stellt einen neuen Rekord auf. Sein Erfolgshunger ist damit aber noch lange nicht gestillt.

Ehre, wem Ehre gebührt: Julian Nagelsmann hat einen ersten großen Meilenstein in seiner Karriere als Bundesliga-Trainer erreicht!

Der mühevolle 2:1-Erfolg seines FC Bayern gegen den FSV Mainz 05 war sein 100. Sieg – mit 34 Jahren ist Nagelsmann damit der mit Abstand jüngste Coach der Bundesliga-Geschichte, der diese Schallmauer durchbrechen konnte.

Da darf man auch mal anstoßen, nicht wahr? „Ist eine schöne Zahl, freu ich mich“, hatte Nagelsmann bereits vor der Partie gegen die Mainzer gesagt - und scherzend hinterhergeschoben. „Darf man da einen Schnaps trinken? Ne, bei 100 nicht, erst bei 111, glaube ich. Dann warten wir noch, vielleicht einen Glühwein.“

Auch der Schnaps dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn die Liaison Nagelsmann-Bayern scheint eine lange und sehr erfolgversprechende zu werden.

Bayern bereits sechs Punkte voraus

In der Gruppenphase der Champions League ließen die Bayern mit sechs Siegen in sechs Partien die Muskeln spielen und in der Bundesliga haben sie nach 15 Spieltagen bereits sechs Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Einzige Delle ist das krachende Pokal-Debakel bei Borussia Mönchengladbach, als man mit 0:5 böse unter die Räder geriet. Selbst die zwischenzeitlichen Corona-Turbulenzen konnten Nagelsmann und Co. wenig anhaben. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nach der Erfolgsära unter Hansi Flick trat der 34-Jährige kein leichtes Erbe an, scheint dieses aber mit Bravour zu meistern.

25 Millionen Euro zahlten die Bayern als Ablösesumme an RB Leipzig für Nagelsmann – ein stolzer Betrag für einen jungen Trainer, der bei der TSG Hoffenheim und in Leipzig seine Spuren hinterlassen, aber im Profibereich noch keinen Titel gewonnen hatte.

Coman: Nagelsmann ein Gewinn für Bayern

Nagelsmann ist ein Menschenfänger, pflegt ein enges Verhältnis zu seinen Spielern und ist sehr nahbar – auf all seinen Stationen wird er mit Lob überhäuft.

„Es ist super mit ihm“, erklärte Kingsley Coman schon unter der Woche. „Er hat sehr viel Energie und gibt die an uns weiter. Er hat Lust, zu gewinnen. Auch das gibt er weiter. Das ist sehr gut. Wir hatten lange keinen Trainer mehr, der so eine tolle Wirkung auf die Mannschaft hatte.“

Nagelsmann selbst zeigte sich überrascht, „wie schnell ich in Klub, Mannschaft und Staff integriert wurde. Das kannte ich in dieser Art nur aus Hoffenheim, wo ich ja aber auch groß geworden bin.“

Mit dem Wechsel nach München ist für Bayern-Fan Nagelsmann, der bis 2026 unterschrieben hat, jedenfalls ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Nagelsmann will bei Bayern alt werden

Er hoffe darauf, noch lange bei den Bayern zu bleiben, gab er bei Sports Illustrated zum Besten. „Ich will nicht Profi-Trainer sein, bis ich 70 bin“, erklärte Nagelsmann. „Aber in fünf Jahren habe ich das schon noch vor. Idealerweise bei Bayern.“

Angesichts der Entwicklung unter Nagelsmann dürften sich die Bayern-Verantwortlichen regelmäßig die Hände reiben, einen Trainer an Land gezogen zu haben, der sich so klar zum FC Bayern bekennt und eine Erfolgsära prägen könnte.

„Ich strebe als Trainer nach Perfektion, bin selten zufrieden“, betont Nagelsmann. „Das ist auch die Antriebsfeder des FC Bayern, eines Vereins, der in der Vergangenheit sehr viel gewonnen hat: immer besser zu werden. Mir ist es natürlich lieber, eine Ära zu prägen, als nach einem Jahr entlassen zu werden.“

Kahn von Nagelsmann begeistert

Das dürfte Oliver Kahn keinesfalls in den Sinn kommen, Bayerns Vorstandsvorsitzender war vielmehr bereits Ende September voll des Lobes für den gebürtigen Landsberger.

„Es ist sehr schnell gegangen, dass man seine Handschrift sieht“, erklärte Kahn seinerzeit. „Ich hätte gedacht, dass es länger dauert, aber da sieht man einfach seine Qualität. Er versteht es, den Spielern schnell ein paar Veränderungen beizubringen.“

Fazit: Nagelsmann und der FC Bayern - das passt derzeit wie angegossen, glaubt auch der frühere Nagelsmann-Berater Marc Kosicke.

„Der FC Bayern wird in den nächsten Jahren kein Defizit auf der Trainerposition haben“, erklärt Kosicke bei SPORT1. „Sie haben einen der besten deutschen Trainer aus der jungen Generation, der auch noch waschechter Bayer ist. Und er hat zudem noch Erfolg. Sieht nach einem Perfect Match aus.“

Eine Frage gilt es aber noch zu klären: Schnaps oder Glühwein?

„Wenn ich zu Hause bin, da hab ich beides im Kühlschrank und dann schau ich mal, wie ich mich entscheide“, erklärte Nagelsmann auf der Pressekonferenz nach der Mainz-Partie, „aber da muss ich erstmal sicher zu Hause ankommen.“

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