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Nagelsmann: Bayerns Corona-Sorge bald vorbei

Nagelsmann: Bayerns Corona-Sorge bald vorbei

Julian Nagelsmann muss viele unangenehme Fragen zum FC Bayern und Corona beantworten. Doch damit könnte schon bald Schluss sein.
Wirkt sich die Unruhe im Verein wegen der Katar-Debatte, die auf der JHV der Bayern ein großes Thema war, auch auf die Mannschaft aus? Julian Nagelsmann äußert sich dazu.
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von SPORT1

Das Thema Corona lässt den Fußball nicht los - nirgendswo wird es jedoch heißer diskutiert als beim FC Bayern.

Seit bekannt wurde, dass beim deutschen Rekordmeister fünf Profis nicht geimpft waren, dominiert die Dauerdebatte die Schlagzeilen. Doch damit könnte jetzt bald Schluss sein, verrät Julian Nagelsmann. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Im Interview mit der Welt wurde der Trainer des FCB gefragt, ob ihm der Impfstatus seiner Stars weiter Bedenken bereite. „Diese Sorge habe ich nicht mehr. Wir sind da in die richtige Richtung unterwegs. Das dürften wir bald ad acta legen können“, erklärte Nagelsmann.

Nagelsmann mit vielsagenden Aussagen zu Impf-Skeptikern

Zuletzt waren Berichte laut geworden, nach denen sich zumindest Jamal Musiala und Serge Gnabry impfen lassen wollen. Bundestrainer Hansi Flick hatte angedeutet, dass auch bei Joshua Kimmich womöglich ein Umdenken stattgefunden habe. Bestätigen wollte Nagelsmann das nicht, seine Aussagen sind jedoch vielsagend.

„Sich im Detail dazu zu äußern ist Sache der Spieler. In jedem Fall kann ich sagen, dass ich zuversichtlich bin, dass wir in Zukunft nicht mehr so viele negative Berührungspunkte mit dem Thema haben werden wie zuletzt“, führte der Coach an. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Die Bayern waren zuletzt personell geschwächt, weil Spieler wie Kimmich - der sich mit dem Virus infiziert hat - mehrfach in Quarantäne geschickt werden mussten.

In Bezug auf die Pandemie wolle Nagelsmann dennoch „nicht jammern. Es gibt Branchen und Bereiche, die deutlich härter betroffen sind. Ich denke da unter anderem an die Gastronomie und die Unterhaltungsbranche. Und an Kinder, die deutlich seltener in den Kindergarten oder die Schule können.“

Zuletzt musste sich Nagelsmann oft auch unangenehmen Fragen wie der Corona-Thematik oder dem umstrittenen Bayern-Sponsor Qatar Airways stellen - was er auch stets tat. Angst vor Reaktionen habe er bei kontroversen Themen aber dennoch.

Wellenreiten mit 70? Eher schwierig

„Doch, habe ich schon“, gab er zu - und ergänzte: „Aber die Reaktionen kann ich so oder so nicht verhindern. Man kann es nicht allen Menschen recht machen. Ich muss ein bisschen was aushalten – und nicht alles lesen. Manchmal scrolle ich durch die Kommentare auf meinem Instagram-Account. Dabei wird man nicht glücklich. Die persönlichen Begegnungen sind für mich viel mehr wert.“

Ohnehin ist Nagelsmann ein Trainer, der nicht nur an den Fußball denken will. Einmal mehr betonte er deshalb, dass er womöglich nicht bis ins hohe Alter als Coach arbeiten wolle - auch wenn er sich eine langfristige Zukunft beim FCB, auch über seine bislang vereinbarte Vertragslaufzeit von fünf Jahren hinaus, durchaus vorstellen könne.

„Ich brauche kein Sabbatical, bin voller Energie. Aber wenn ich erst mit 70 Jahren als Trainer aufhöre, weiß ich nicht, ob ich noch mit dem Wellenreiten in Portugal beginnen kann“, sagte der 34-Jährige.

Nagelsmann will in die Lehre gehen

Zudem wolle er noch andere Berufswelten kennenlernen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Er würde unter anderem „gern eine Schreiner-Lehre oder Koch-Lehre absolvieren. Unabhängig davon, ob ich je in einem dieser Berufe arbeiten werde. Ich unterhalte mich sehr gern mit Menschen aus diesen Bereichen und schaue mir Dokumentationen an.“

Zunächst stehen aber wichtige Wochen und Monate mit dem FC Bayern an. Am Abend geht es im Tospiel geben den Erzrivalen Borussia Dortmund, gegen den Nagelsmann persönlich noch nicht allzu häufig gewinnen konnte.

So muss der Bayern auf dem Transfermarkt vorgehen

Neben den aktuellen Baustellen hat der ehemalige RB-Trainer dabei auch immer einen Blick auf die sportliche Zukunft seines Vereins. Auch was die Transferstrategie angeht. Nicht immer könne man die Superstars für Unsummen holen.

„Wir müssen im Scouting immer wach und schneller als die anderen sein. Der Übergang zwischen U19, U23 und Profis muss bei uns noch besser werden. Zudem müssen wir überlegen, ob wir auch mal bereit sind, mehr Geld für einen Nachwuchsspieler auszugeben, bevor er später dann 50 Millionen Euro kostet“, erklärte er.

Man müsse auch mal die „Entscheidungspriorität verschieben: weg von Megasummen in der Spitze zu einem breiteren Investment am Ende der Nachwuchsfußballkette.“

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