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Das ist der gefährlichste Bundesliga-Stürmer

Das ist der gefährlichste Bundesliga-Stürmer

Patrik Schick spielt bei Bayer Leverkusen die Saison seines Lebens. Der Stürmer glänzt sogar mit einer besseren Torquote als Robert Lewandowski und Erling Haaland.
Dieser Mann lässt die Muskeln spielen. Patrik Schick ist in dieser Saison einfach nicht aufzuhalten. 16 Tore in 13 Bundesliga-Spielen. Kann Schick sogar einen Uralt-Rekord knacken?
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von Justin Schroll

Fußball-Deutschland kann sich wirklich glücklich schätzen: Mit Robert Lewandowski vom FC Bayern und Borussia Dortmunds Erling Haaland spielen zwei der besten Stürmer der Welt in der Bundesliga.

Aber klammheimlich hat sich in den letzten Monaten ein Angreifer ins Rampenlicht gespielt, der lange unter dem Radar geflogen ist.

Bayer Leverkusens Patrik Schick spielt die Saison seines Lebens und erzielte in 15 Bundesliga-Spielen bereits 17 Treffer. In Sachen Torquote stellt der Tscheche damit in dieser Spielzeit sogar Lewandowski und Haaland in den Schatten.

Während Lewandowski in 18 Partien 20 Mal erfolgreich war und alle 77 Minuten zuschlug, erzielte Haaland in zwölf Spielen 13 Tore und traf alle 76 Minuten. Schick benötigte dagegen nur 69 Minuten. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Leistungsexplosion durch die EM

Doch wo liegen die Gründe für die Leistungsexplosion des Stürmers, der 2020/21 in seiner Debütsaison für Leverkusen nur neun Treffer in 29 Bundesliga-Partien erzielen konnte?

Der Zeitpunkt ist klar definierbar: die Europameisterschaft im vergangenen Sommer, als der 25-Jährige fünf Tore in fünf Partien markierte, darunter sein Fabeltor aus 50 Metern im tschechischen Gruppenspiel gegen Schottland, das zum Tor des Turniers gewählt wurde.

„Natürlich hat mir die EM viel Selbstvertrauen gegeben, vor dem Turnier galt ich als ein junger Spieler mit Talent, der sein Potenzial noch nicht richtig ausgeschöpft hat“, sagte Schick der Bild. „Während der EM und auch danach habe ich gemerkt, was für mich möglich ist. Das konnte ich dann in der Bundesliga zum Glück fortsetzen.“

Das Maß aller Dinge bleibt allerdings Lewandowski, den für Schick „aktuell ganz klar“ besten Stürmer der Welt: „Immer, wenn ich ihn sehe, frage ich mich, wie man so viele Tore schießen kann. Die finale Antwort habe ich noch nicht gefunden.“

Herzprobleme verhindern Wechsel zu Juventus

Inzwischen scheint auch Schick wieder auf dem besten Weg zu sein, einer der besten Stürmer der Welt zu werden, nachdem er bereits in jungen Jahren einen herben Rückschlag hatte hinnehmen müssen.

Dabei verlief sein früher Karriereweg bilderbuchmäßig: Nach den Stationen Sparta Prag und Bohemians Prag wechselte Schick im Sommer 2016 zu Sampdoria Genua, wo er nach einer starken Saison ins Visier von mehreren Topklubs geriet.

Den Zuschlag erhielt im Juli 2017 Juventus Turin, Schick schien bereits mit 21 Jahren den Gipfel erklommen zu haben, doch dann der Schock: Beim Medizincheck wurden Herzprobleme festgestellt, und Juve nahm Abstand von einer Verpflichtung.

„Das war sicher nicht angenehm, mit Herzproblemen sollte man nicht spaßen“, betonte Schick. „Einige Sportler mussten deswegen ihre Karriere beenden. Als die Diagnose vorlag, war es für mich ein harter Schlag. Doch ich hatte nie in meinem Kopf, aufhören zu müssen. Auch war ich nicht enttäuscht, dass der Wechsel nicht geklappt hat. Es war eine Tatsache, die ich akzeptiert habe. Ich dachte nur daran, was ich tun kann, um möglichst schnell wieder auf dem Platz zu stehen.“

Lange sollte es nicht dauern, denn nur eineinhalb Monate später wechselte Schick für rund 40 Millionen Euro zur AS Rom:

„Als ich zur Roma kam, fühlte ich mich zwar noch nicht topfit, aber ich war auf dem richtigen Weg, was die Hauptsache war. Heute gelte ich als komplett genesen. Deshalb bin ich dankbar, dass es diesen Medizincheck gab und dabei erkannt wurde, dass etwas nicht stimmte. Ich musste natürlich an meine Herzgeschichte denken, als Christian Eriksen bei der EM kollabiert ist.“

Neuer Karriereschub in Leipzig

Bei der Roma geriet Schicks Karriere allerdings ins Stocken, in 58 Pflichtspielen erzielte er gerade einmal acht Tore. Neuen Aufwind erhielt der gebürtige Prager, als er im Sommer 2019 für ein Jahr auf Leihbasis zu RB Leipzig wechselte.

Nach zehn Treffern waren sich sowohl Schick als auch Leipzig einig, weiter zusammenarbeiten zu wollen, eine Einigung mit der Roma kam allerdings nicht zustande – sehr zur Freude von Leverkusen, das sich im September 2020 für gut 25 Millionen Euro seine Dienste sicherte und dem Stürmer einen Vertrag bis 2025 gab – ohne Ausstiegsklausel.

Schick ein „Glücksfall“ für Leverkusen

Einen „enormen Glücksfall“ nennt Sport-Geschäftsführer Rudi Völler Leverkusens Lebensversicherung, die nach ihrer starken Hinrunde große Erwartungen geweckt hat. „Aber das macht mir keinen zusätzlichen Druck. Ich will meinem Team einfach mit Toren weiterhelfen, um die Champions League zu erreichen“, betonte er.

Trotz seiner zahlreichen Treffer steht Leverkusen aktuell aber nur auf Platz fünf, womit die auch mit Schick unbeständige Werkself die Champions League verpassen würde. Daran verschwendet der Goalgetter aber keinen Gedanken, genauso wenig wie an einen Wechsel. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Ich liebe es, in Deutschland zu leben. Es ist zurzeit für mich überhaupt kein Thema, an einen anderen Verein zu denken. Meine Vertragssituation kennt jeder“, erklärte der 25-Jährige. „Und ich würde niemals einem Klub Probleme bereiten, um einen Wechsel durchzudrücken.“

Borussia Dortmund, der FC Barcelona und Manchester City sind nur drei Vereine, die sich zuletzt mit Schick beschäftigt haben sollen. „Natürlich ist es schön zu lesen, wenn man mit den großen Klubs in Verbindung gebracht wird“, fühlt sich Schick geschmeichelt. „Aber ich bin wirklich sehr, sehr glücklich in Leverkusen.“

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