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Effenberg: „Sabitzer Fehlbesetzung“

Effenberg: „Sabitzer Fehlbesetzung“

Stefan Effenberg kritisiert den FC Bayern in seiner SPORT1-Kolumne für schlampiges Abwehrverhalten. Erling Haaland als BVB-Führungsspieler findet er bedenklich.
Gladbach hat sich erneut gegen Bayern durchgesetzt und mit 2:1 in München gewonnen. Durch das Corona-Chaos der Münchner kam es zum Bundesliga-Debüt des 16-jährigen Paul Wanner.
Stefan Effenberg
Stefan Effenberg
von Stefan Effenberg

Hallo Fußball-Freunde,

endlich rollt wieder der Ball in der Bundesliga! Zugegeben: die Pause war nicht lang, aber den Sport kann man eben schnell vermissen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Für unser dreiwöchiges Warten wurden wir gleich mit spannenden Partien belohnt, darunter mit dem Fünf-Tore-Krimi in Frankfurt. Wer hätte nach dem 0:2-Rückstand gedacht, dass der BVB noch mal derart aufdreht und den Sieg quasi in letzter Minute einfährt?

Bayern-Niederlage macht es vielleicht wieder spannend

Durch die Niederlage der Bayern gegen Gladbach könnte es vielleicht wieder spannend werden. Sechs Punkte Rückstand sind nicht die ganze Welt!

Und dennoch: Der BVB kriegt zu viele Gegentore. Es sind auch individuelle Fehler, da kann man Marco Rose nicht so einen Vorwurf machen. Was bleibt, ist die Frage, ob die Schwarzgelben in der Rückrunde eine Grundstabilität aufbauen können.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich viel von Führungsspielern halte. Genau daran mangelt es aber beim BVB.

Mats Hummels müsste es sein, wackelt aber zu häufig. Gregor Kobel könnte es sein, ihm fehlt aber noch die Erfahrung. Emre Can ist ein Bundesliga-Spieler - nicht mehr und nicht weniger.

Haaland und Bellingham als Führungsspieler?

Bleiben die beiden, die zumindest auf dem Platz den größten Einsatz zeigen: Erling Haaland und Jude Bellingham. Der eine ist 21, der andere 18.

Borussia Dortmund kämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand in Frankfurt zurück und feierte am Ende einen emotionalen 3:2-Sieg.
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"F***ing Idiot": Hinteregger provoziert Haaland-Ausraster

Die beiden als Führungsspieler zu nehmen, finde ich bedenklich - trotz aller fußballerischen und moralischen Klasse, die sie Woche für Woche unter Beweis stellen.

Es kann nicht sein, dass man in dem Alter schon Führungsspieler sein muss. Da muss es andere Lösungen geben.

Bayerns Niederlage nicht verwunderlich

Kommen wir zu denjenigen, die den BVB weiter auf Distanz halten wollen. Der FC Bayern hat beim Rückrunden-Auftakt schleifen lassen. Angesichts zahlreicher Ausfälle ist das nicht verwunderlich. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Ich finde, dass die Bayern trotzdem nicht so schlecht ausgesehen haben. Am Anfang hatten sie alles im Griff. Gladbach hatte Glück, nicht das zweite oder dritte Gegentor bekommen zu haben.

Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder spricht im STAHLWERK Doppelpass über die Folgen die Corona für den Profi-Fußball hat.
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"Wäre eine Extrawurst für Bayern": Gegenwind für Söder

Sabitzer war eine Fehlbesetzung

Beim ersten Gladbacher Treffer gebe ich derweil Niklas Süle die Schuld. Er muss da einfach besser klären. Beim zweiten Gegentor kommt Stefan Lainer zum Kopfball, obwohl er nur 1,75 groß ist.

Da frage ich mich, was Robert Lewandowski, Benjamin Pavard oder Süle gemacht haben. Das darf so leicht nicht gehen.

Neben den genannten Schnitzern war Marcel Sabitzer auf der Linksverteidiger-Position eine absolute Fehlbesetzung. Ich glaube, das weiß inzwischen auch Julian Nagelsmann.

Corona-Infektionen bei Bayern Zufall?

Bleibt die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass insgesamt neun Bayern-Spieler wegen einer Corona-Infektion ausgefallen sind.

War das reiner Zufall oder liegt es auch an den Reisen, die die Spieler unternommen haben? (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Ich muss ehrlich sagen, dass ich dafür kein Verständnis habe. Viele Spieler fliegen weg, kommen dann zurück - und das Ergebnis ist nun mal, dass neun positiv sind. Es sind im Übrigen nicht nur die Infektionen selbst. Die Frage ist auch, wann sie wieder fit sind.

Die mangelnde Konstanz des BVB sorgt immer wieder für Rückschläge im Kampf um die Meisterschaft. Ein Fokus legt die Runde des STAHLWERK Doppelpass vor allem auf die unterschiedliche Qualität im Kader.
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Ich denke, ein Uli Hoeneß hätte es anders gegenüber den Spielern kommuniziert. Wenn man auf Reisen geht, dann von der Entfernung so gering wie möglich. So wie es beispielweise Thomas Müller gemacht hat, der in Bayern geblieben ist.

So liegt der Schaden nun beim Verein.

Bis bald

Euer Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 gehört der 53-Jährige zum festen Experten-Team des STAHLWERK Doppelpass.

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