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Bundesliga: Effenberg über BVB, Bayern, Schlotterbeck, Hoeneß, Kahn - SPORT1-Kolumne

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Bundesliga: Effenberg über BVB, Bayern, Schlotterbeck, Hoeneß, Kahn - SPORT1-Kolumne

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Effenberg: Mein Rat an Schlotterbeck

Effenberg: Mein Rat an Schlotterbeck

Stefan Effenberg analysiert in seiner SPORT1-Kolumne die Schwächen des BVB und der Bayern. Bei beiden sieht er Handlungsbedarf. Nico Schlotterbeck gibt er einen Tipp.
Im STAHLWERK Doppelpass kritisiert Stefan Effenberg, dass viele Spieler beim BVB sich selbst und ihre Leistung überschätzen. Auch der fehlende Mannschaftsgedanke wird hervorgehoben.
Stefan Effenberg
Stefan Effenberg

Hallo Fußball-Freunde,

wer hätte gedacht, dass nach dem BVB auch noch Deutschlands zweiter Gigant, der große FC Bayern, zu schwächeln beginnt? (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Damit wir uns richtig verstehen: Das Remis in Salzburg war keine Katastrophe, sie hätten das Spiel auch gewinnen können. Außerdem: Es gibt ja noch ein Rückspiel. Ich bin mir sicher, dass die Antennen dann wieder scharf gestellt sind.

Du darfst dir trotzdem nicht erlauben, vier Stück in Bochum zu bekommen – da sind wir uns, glaube ich, alle einig. Die Jungs werden das in der Kabine angesprochen haben und künftig noch mal schärfer reagieren. Auch in Richtung der Dortmunder: So was passiert uns kein zweites Mal!

Dortmund steckt in einer kritischen Situation

Apropos Dortmund: Die Borussia steckt in einer kritischen Situation. Die Truppe von Trainer Rose hat sich durch die Packung gegen Glasgow in der Europa League vielleicht schon die nächste Titel-Chance versaut. Die Erwartungen und Ziele hatten vor der Saison anders ausgesehen.

Vielleicht hat es aber auch etwas Positives: Jetzt können die Verantwortliche ohne Wenn und Aber herausfiltern, mit welchen Spielern sie im Sommer weiterarbeiten wollen. Denn eines ist klar: Es braucht einen Umbruch beim BVB.

Wenn du ein Top-Spieler sein willst, musst du nicht immer Weltklasse sein, aber immer konstant abliefern. Das gelingt in Dortmund kaum jemandem.

Viele Spieler überschätzen sich schlichtweg – Individualisten, die glauben, sie seien die Größten, ohne es wirklich zu sein. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Dann das Spielsystem: Die Mannschaft ist extrem offensiv ausgerichtet, kriegt aber defensiv nie die Kompaktheit hin. Man gewinnt Spiele, wenn man gegen den Ball spielt. Manchmal muss man vorne etwas Offensives opfern, um hinten sicher zu stehen. Das haben sie nicht verstanden.

Dennoch wollen wir nicht den Teufel an die Wand malen. Mit Kehl, Terzic und Rose sind sie für die Zukunft gut aufgestellt. Da ist so viel Kompetenz, um an dem Kader zu arbeiten.

Wenn Schlotterbeck Titel gewinnen will ...

Ein Kader, der neben Süle vielleicht bald schon einen zweiten neuen Innenverteidiger bekommt. Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg steht schon länger auf dem schwarz-gelben Wunschzettel. Er hat gesagt, dass es sein Anspruch ist, international zu spielen. Das heißt für mich: Seine Reise wird im Sommer woanders hingehen.

Aber wirklich zum BVB? Bayern könnte ich mir auch durchaus vorstellen. Wenn du gestärkt bist, wenn du selbstbewusst bist, dann spricht nichts gegen Bayern. Wenn er die Möglichkeit hat und Titel gewinnen will, dann muss er nach München gehen und nicht nach Dortmund.

Dann wären wir auch direkt wieder beim Rekordmeister, der zuletzt einige Gegentore schlucken musste. Aus meiner Sicht liegt das auch daran, dass die Jungs nie auf Strecke zusammenspielen konnten, es also keine eingespielte Abwehr gibt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass du auf zwei Innenverteidiger setzen musst. Jetzt kommen die entscheidenden Spiele. Ich glaube, das hat Nagelsmann auch gelernt.

Im STAHLWERK Doppelpass kritisiert Stefan Effenberg die Aussage von Uli Hoeneß über die Playoffs. Der ehemalige Bayern-Präsident sieht die Playoffs als eine 'Witz-Idee'.
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"Das ist Uli": Effenberg kritisiert Hoeneß

Um die Bayern-Woche abzurunden: Hoeneß' Widerworte bezüglich möglicher Playoffs in der Bundesliga haben Oliver Kahn sicher ein Stück weit in seiner Position geschwächt. Aber so ist eben der Uli, das würde ich nicht zu sehr auf die Goldwaage legen.

Überhaupt: Playoffs sind doch in total weiter Ferne. Die Bayern müssen sich auf das konzentrieren, was jetzt ansteht. Das könnte schwierig genug werden.

Bis bald

Euer Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 gehört der 53-Jährige zum festen Experten-Team des STAHLWERK Doppelpass.

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