Ich habe im Netz eine Geschichte mit dem Titel „Das sind die Opfer von Uli Hoeneß“ gefunden. Gern würde ich sie hier wiedergeben, ich habe nur nicht so viel Zeit. Das Ding besteht aus 27 Folgen und ist auch noch unvollständig.
FC Bayern: Das ist Hoeneß' neues Opfer bei der DFL - SPORT1-Kolumne
Sie ist Hoeneß' neues Opfer
Hoeneß würde vermutlich sagen: Da fehlen ein paar Nullen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Donata Hopfen hat auf jeden Fall gefehlt, die Liga-Chefin ist das neueste Opfer der „Abteilung Attacke“. Diesen Zusatz trägt Hoeneß seit 1989 wie andere ein Bundesverdienstkreuz. Damals machte er Kölns Trainer Christoph Daum im Aktuellen Sportstudio vor Millionenpublikum so klein, dass er durchs rechte untere Loch der Torwand passte.
Hopfen rechnete mit Gegenwind, sie bekam Hoeneß
Kaum war jetzt der Stuhl von Donata Hopfen warm, sprach sie über Themen wie einen deutschen Super-Cup in Saudi-Arabien, Playoffs, Gehaltsobergrenzen und schloss von alldem nichts aus. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
„Die neue Geschäftsführerin der DFL denkt jetzt Tag und Nacht darüber nach: Wie könne wir die Dominanz des FC Bayern brechen?“, fragte der langjährige Strippenzieher des Rekordmeister sarkastisch.
Hoeneß: Playoffs sind lächerlich
Hoeneß findet seit seiner Geburt eines besonders unwitzig: Den Versuch, seine Bayern zu stoppen. Playoffs sind so ein Versuch. Hopfen hätte genauso gut sagen können, dass in der Allianz Arena ab sofort nur noch Tofu gegrillt werden darf. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Der Ehrenpräsident und Aufsichtsrat des FC Bayern lief bayernrot an, und 55 Tage, ehe die handelsübliche 100-Tage-Schonfrist im neuen Amt rum war, wurde Hopfen an die Wand genagelt.
Ich danke manchmal den Göttern, dass der kleine Uli vor langer Zeit in der Metzgerei seiner Eltern stand und verkündete, sein Berufsziel sei Fußballprofi. Und nicht Außenminister. Sonst hätten unsere Schulbücher seither alle paar Jahre um einen Weltkrieg erweitert werden müssen.
Was für Hoeneß Diplomatie ist
Diplomatie ist für Uli Hoeneß dieses große Auto, das Opel mal gebaut hat.
Aber ich gestehe: Ich liebe die Abteilung Attacke. Sie gehört einfach zur Bundesliga. Niemand wurde von Hoeneß je verschont. Lothar Matthäus nicht, der Papst, Louis van Gaal, Schweini, Klinsi, die eigenen Fans, Mesut Özil, die Toten Hosen, Oliver Bierhoff… und das sind nur die, die mir spontan einfallen.
Sogar mich hat er schon wutschnaubend angerufen.
Ich finde übrigens die Idee mit den Play-offs nicht schlecht, Bayern-Vorstand Oliver Kahn ebenso.
Aber das hilft Frau Hopfen jetzt auch nicht weiter.
Sie hätte wissen müssen: Als Liga-Chefin werden dir an Tag eins im neuen Job drei Probleme eingebaut: Erstens erwarten alle, dass du säckeweise neue Kohle für Spieler anschleppst, zweitens will sich keiner was sagen lassen, und drittens Uli Hoeneß.
Alex Steudel ist freier Journalist in Hamburg. Er war Bayern- und Nationalmannschaftsreporter und Chefredakteur von Sport-Bild. Heute widmet er sich in seiner Kolumne für SPORT1 auf nicht immer ganz ernstgemeinte Weise aktuellen Fußball-Themen. Die besten Steudel-Texte gibt‘s auch als Buch: Infos und Bestellung hier.