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Borussia Mönchengladbach: Das Tor von Igor de Camargo, das alles veränderte

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Borussia Mönchengladbach: Das Tor von Igor de Camargo, das alles veränderte

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Das Tor, das alles veränderte

Der frühere Gladbacher Igor de Camargo wird für immer mit einem speziellen Tor in Verbindung gebracht - ein Tor, das sich am 19. Mai zum 13. Mal jährt. Ein früherer Teamkollege erinnert sich.
Mit einem großen Banner prangern die Fans von Borussia Mönchengladbach beim Spiel gegen RB Leipzig die schlechte Saisonleistung ihrer Mannschaft an.
Johannes Fischer
Johannes Fischer
Robin Wigger
Robin Wigger
Der frühere Gladbacher Igor de Camargo wird für immer mit einem speziellen Tor in Verbindung gebracht - ein Tor, das sich am 19. Mai zum 13. Mal jährt. Ein früherer Teamkollege erinnert sich.

„Da ist de Camargo. Und da ist schon wieder Luthe. Und da ist Hanke. De Camargo. Tooooor. Gladbach 1:0. Und was jetzt los ist, das ist ja unfassbar!“

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Die Worte von ARD-Kommentator Steffen Simon haben sich mit den dazu gehörenden Szenen bei den allermeisten Gladbach-Fans ins Gedächtnis gebrannt.

Im Relegations-Hinspiel der Bundesliga, am 19. Mai 2011, lief zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Bochum lief die dritte Minute der Nachspielzeit, als die Gastgeber noch einen letzten Einwurf zugesprochen bekamen.

Havard Nordtveit warf den Ball weit in den Strafraum, wo Igor de Camargo zunächst an Andreas Luthe scheiterte. Juan Arango brachte den Ball aber von links noch einmal gefährlich vors Tor, wo zunächst Hanke vergab, ehe de Camargo seine Hacke hinstreckte – und den Borussia-Park in einen kollektiven Jubelrausch versetzte.

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Gladbach twittert: „Eine Legende macht Schluss“

Der 1:0-Siegtreffer war schlussendlich die Basis für den Klassenerhalt der Borussia. Nach einem 1:1 im Rückspiel in Bochum war klar, dass die spät in der Saison von Lucien Favre in Fahrt gebrachte Fohlenelf doch erstklassig blieb. Die hochdramatische Rettung wird neben Favre für immer mit de Camargo verbunden bleiben.

Am 30. April 2022, etwa 11 Jahre nach seiner Heldentat, schnürte de Camargo zum letzten Mal seine Fußballschuhe. „Eine Legende macht Schluss“, schrieb Gladbach anschließend bei Twitter: „Du wirst IMMER Borusse bleiben.“

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Dazu postete der Bundesligist, der 2024 erneut in Abstiegssorgen geriet, das Video des Treffers von de Camargo und weitere Bilder des Stürmers.

„Man wird immer an dieses Tor denken, wenn man seinen Namen hört“, blickte Roel Brouwers 2023 bei SPORT1 zurück. Der frühere Fan-Liebling spielte drei Jahre mit de Camargo bei der Borussia und erlebte den Wahnsinn von der Ersatzbank aus.

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Brouwers erinnert an de Camargos Tor

„Dieses Tor ist in die Geschichtsbücher der Borussia eingegangen, genauso wie das von Roberto Colautti (rettete Gladbach 2009 mit einem Tor gegen Schalke vor dem Abstieg), d. R.). Das dürften in meiner Zeit bei der Borussia die beiden wichtigsten Tore gewesen sein. Igor hat damals in der richtigen Zeit am richtigen Platz gestanden, das war sehr gut.“

„Wir hatten damals sehr viel Kontakt, weil wir die gleiche Sprache (Flämisch, d. R.) sprechen. Am Anfang, als er noch kein Deutsch sprach, konnte ich ihm helfen, wenn er etwas nicht verstanden hatte.“

Im Sommer 2010 war de Camargo aus Lüttich an den Niederrhein gewechselt - zu einer Borussia, die auch damals eher Richtung Abstiegsplätze blickte als auf die Europapokalränge. Mit sieben Treffern in 23 Spielen legte der belgische Nationalspieler eine gute erste Saison hin, die an jenem 19. Mai 2011 im ekstatischen Borussia-Park kulminierte.

Gladbach steht wieder auf

In der Rückbetrachtung kann dieser Treffer als Startschuss für die fulminante Wiederauferstehung der Borussia gewertet werden. Fortan spielte Gladbach jahrelang nicht mehr gegen den Abstieg, sondern war regelmäßiger Gast in der Champions oder Europa League - ehe es in den vergangenen Jahren wieder bergab ging. am Ende der Saison 2023/2024 betrug der Vorsprung auf den Relegationsplatz einen Punkt.

Igor de Camargo (li.) jubelt mit Marco Reus nach gewonnener Relegatoin
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Für de Camargo selbst lief es allerdings nicht mehr so gut. In den beiden nächsten Spielzeiten war der gebürtige Brasilianer eher Backup als Stammspieler. Während seine Sturmkollegen Marco Reus, Mike Hanke, Patrick Herrmann und Juan Arango als „Fantastische Vier“ Schlagzeilen machten, blieb Gladbachs Retter oft nur die Rolle des Jokers.

Nach einem erfolglosen Zwischenstopp bei der TSG Hoffenheim zog es den Angreifer im Sommer 2013 wieder in seine belgische Heimat. Bei Standard Lüttich (2013-2015) und dem KRC Genk (2015-2016) blühte de Camargo wieder auf.

Nachdem er 2016 für zwei Spielzeiten zu APOEL Nikosia (Zypern) wechselte, ging es erneut nach Belgien (Mechelen und Molenbeek) zurück. „Igor hatte eine lange Karriere, er hat die letzten Jahre gut durchgehalten“, sagt Brouwers anerkennend.

Sein letztes Spiel, einem 0:0 von Molenbeek gegen den RFC Seraing im Kampf um den Aufstieg in die erste belgische Liga, wird keinen Platz in der Vereinshistorie haben. Der heute 38-Jährige wurde nach 65 Minuten ausgewechselt, der Klub verpasste den Aufstieg.

Und so wird de Camargos Name für immer mit dem 19. Mai 2011 verbunden bleiben - jenem Tag, als er ein ganzes Stadion zum Kochen brachte.