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Bundesliga-Rekord: Frankfurts Marcel Titsch-Rivero mit der schnellsten Roten Karte

Ein unrühmlicher Bundesliga-Rekord

Marcel Titsch-Rivero kennen nur wenige Fußball-Experten, obwohl der Ex-Frankfurter einen Bundesliga-Rekord hält. SPORT1 erinnert an die schnellste Rote Karte.
Marcel Titsch-Rivero von Eintracht Frankfurt sieht gegen BVB nach 43 Sekunden Rot - neuer Bundesliga-Rekord
Marcel Titsch-Rivero von Eintracht Frankfurt sieht gegen BVB nach 43 Sekunden Rot - neuer Bundesliga-Rekord
© Imago
Marcel Titsch-Rivero kennen nur wenige Fußball-Experten, obwohl der Ex-Frankfurter einen Bundesliga-Rekord hält. SPORT1 erinnert an die schnellste Rote Karte.

Sie hatten nur noch eine kleine Chance, aber die wollten sie nutzen.

In der Hoffnung, dass Borussia Dortmund nach der bereits feststehenden Meisterschaft es vielleicht etwas lockerer angehen lassen könnte, reiste Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag der Saison 2010/11 am 14. Mai in den Ruhrpott.

Die Hessen waren in der Vorwoche durch ein 0:2 gegen den 1. FC Köln auf den vorletzten Platz abgerutscht und auch ihr sechstes Bundesliga-Spiel unter dem vermeintlichen Retter Christoph Daum konnten sie nicht gewinnen.

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Nun hatte es die SGE nicht mehr in der eigenen Hand, lag einen Punkt hinter Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg und durften keinesfalls verlieren.

Rode trifft für Frankfurt, Russ unterläuft Eigentor

Lange sah es für die Hessen in Dortmund sogar ganz gut aus, zur Pause stand es 0:0 und kaum wieder auf dem Platz, schoss Sebastian Rode die Gäste gegen den BVB sogar in Führung.

In der Blitztabelle waren die Frankfurter damit Sechzehnter. Doch der BVB drehte noch einmal auf, stellte die Anzeige binnen vier Minuten auf 2:1.

Lucas Barrios glich aus, dann unterlief Marco Russ ein Eigentor. Was jetzt?

Schmelzer kommt „ziemlich theatralisch“ zu Fall

SGE-Coach Daum sah sich auf seiner Ersatzbank um und brachte in dieser Stresssituation ausgerechnet seine unerfahrenste Option: Marcel Titsch-Rivero hatte erst sieben Minuten in der Bundesliga gespielt - und das in der Saison zuvor.

Nun wollte er dem 21-Jährigen immerhin noch elf Minuten gönnen und nahm Rode vom Feld. Titsch-Rivero zog sich noch schnell die Stutzen hoch, dann rannte er aufs Feld und sah Marcel Schmelzer auf das Eintracht-Tor zulaufen.

Nicht mit Titsch-Rivero, der dem Nationalspieler in die Hacken trat und ihn im Strafraum zu Fall brachte. „Ziemlich theatralisch“, wie der Sünder befand.

Titsch-Rivero sieht Rot nach 43 Sekunden

Schiedsrichter Peter Gagelmann sah die Sache anders, erkannte eine Notbremse und schickte den Frankfurter gleich wieder vom Platz. Nach gerade mal 43 Sekunden Einsatzzeit.

Damit hatte der Eintracht-Youngster den Bundesliga-Rekord des Kölners Youssef Mohamad (93 Sekunden), den dieser in derselben Saison aufgestellt hatte, deutlich gebrochen. Danach war keiner mehr so schnell.

Für die Adler war nun alles verloren, wie Vorstand Heribert Bruchhagen auf der Tribüne bemerkte: „Nach dem Platzverweis habe ich nicht mehr an die Rettung geglaubt.“

Obwohl SGE-Torwart Ralf Fährmann den Elfmeter von Dede sogar hielt, konnte Frankfurt daraus keinen Nutzen mehr ziehen und kassierte in letzter Minute ein weiteres Tor durch Dortmunds Torjäger Barrios zum 3:1-Endstand.

Die Eintracht verschwand für ein Jahr in der 2. Liga, dann kam sie in die Bundesliga zurück.

Frankfurter lacht über Bundesliga-Rekord

Im Gegensatz zu Titsch-Rivero, der allerdings eine passable Karriere in der 2. Liga hinlegte und für den 1. FC Heidenheim und SV Wehen Wiesbaden auf 132 Einsätze kam.

Vom Platz flog er nur noch einmal. Das weiß keiner mehr, aber an seinen Bundesliga-Rekord wird er immer mal wieder erinnert.

Heute könne er „darüber lachen“, teilte Titsch-Rivero, seit Juli 2023 beim VfR Mannheim in der Oberliga am Ball, Jahre später der Südwest Presse mit. Warum auch nicht?