Bundesliga>

Bundesliga: Elfer-Wirbel um Werner bei Leipzig-Pleite! Union springt auf Platz zwei

Elfer-Wirbel um Werner

RB Leipzig kommt einfach nicht in die Gänge: Gegen konterstarke Unioner kassieren die Sachsen die erste Saisonniederlage. Die Berliner verpassen Platz eins knapp, Aufregung gibt es um Timo Werner.
Timo Werner (re.) geht im Zweikampf mit Gerhard Trimmel zu Boden
Timo Werner (re.) geht im Zweikampf mit Gerhard Trimmel zu Boden
© imago
RB Leipzig kommt einfach nicht in die Gänge: Gegen konterstarke Unioner kassieren die Sachsen die erste Saisonniederlage. Die Berliner verpassen Platz eins knapp, Aufregung gibt es um Timo Werner.

Fehlstart perfekt!

RB Leipzig muss weiter auf seinen ersten Sieg in der neuen Bundesliga-Saison warten. Das Team von Trainer Domenico Tedesco verlor bei Union Berlin mit 1:2 (0:2).

Für den Champions-League-Starter Leipzig, der viel zu wenig aus dem großen Plus an Ballbesitz machte, war es die erste Saison-Niederlage nach zwei Unentschieden. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Jordan Siebatcheu (32. Minute) und Sheraldo Becker (38.) stellten noch im ersten Durchgang die Weichen auf Sieg für die Berliner. Der Anschlusstreffer von Willi Orban (83.) kam zu spät.

Durch den zweiten Saisonsieg springen die Berliner vorübergehend auf Rang zwei, nur ein Tor trennt die Köpenicker von der Tabellenführung. Leipzig hängt in der unteren Tabellenhälfte fest. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Elfer für Leipzig? Werner wird deutlich

Große Aufregung gab es um einen nicht gegebenen Elfmeter für Leipzig in der 12. Minute.

Union-Kapitän Gerhard Trimmel brachte Leipzig-Stürmer Timo Werner im eigenen Strafraum mit einem leichten Armkontakt zu Fall, anschließend trat der Österreicher dem DFB-Profi auch noch unglücklich von hinten auf die Achillessehne. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Deniz Aytekin blieb stumm, auch der Videoschiedsrichter intervenierte nicht.

„Im Spiel dachte ich, dass es Elfmeter ist, weil ich den Kontakt klar gespürt habe. Wenn ich die Bilder nochmal sehe ist es ein ganz klarer Elfmeter“, sagte Werner nach der Partie bei Sky.

Aytekin erklärte: „Die Ursache, dass Timo ins Straucheln kam, war für mich der Kontakt oben. In der Folge läuft er weiter und der Verteidiger tritt ihn unten. Die Ursache, warum er runtergeht, war für mich aber die leichte Berührung oben. Deshalb bin ich nicht auf einen Elfmeter gegangen.“ Verursacher Trimmel zeigte sich am Mikrofon ehrlich: „Der Kontakt ist da. Den haben schon einige gepfiffen.“

Aytekin wehrte sich im Interview zudem, immer nur den Videoschiedsrichter in die Verantwortung nehmen zu wollen.

„Wir müssen aufhören, alles immer auf Köln zu schieben“, betonte der 44-Jährige. „Am Ende habe ich als Schiedsrichter auf dem Platz die Verantwortung.“

Union-Fans mit Protest

Bei RB fehlte Torwart und Kapitän Peter Gulacsi wegen einer Muskelverletzung im rechten Adduktorenbereich.

Für den Ungarn stand Zugang Janis Blaswich im Tor. Der zuletzt angeschlagene Konrad Laimer kehrte in die Startelf zurück. Union-Trainer Urs Fischer konnte personell aus dem Vollen schöpfen.

Verzichten musste Union vor 21.056 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei die ersten 15 Minuten weitgehend auf die Unterstützung seiner Fans. Aus Protest gegen das „Konstrukt“ RB schwiegen die Berliner Anhänger, auf mehreren Bannern wurde die Kritik am Leipziger Fußball-Projekt zum Ausdruck gebracht.

Leipzig zeigte sich unbeeindruckt und hatte in der Anfangsphase Vorteile. RB hielt den Ball lange in den eigenen Reihen, stieß jedoch kaum bis ins letzte Drittel vor. Auch lange, hohe Pässe auf den schnellen Timo Werner erwiesen sich zumeist als wirkungsloses Mittel.

Union trifft per Konter

Erstmals für Gefahr sorgte Union. Kurz vor dem Ende der selbst auferlegten Stille der Fans, die von regelmäßigen Schmähgesängen gegen RB-Angreifer Werner unterbrochen wurde, schloss Julian Ryerson aus dem Rückraum ab. Mohamed Simakan rettete auf der Linie (15.). Bei Werners Pfostentreffer (19.) waren die Berliner im Glück.

Leipzig bestimmte weiter das Geschehen - doch es traf Union. Die Köpenicker spielten einen Konter über Becker und Siebatcheu perfekt aus. RB war schockiert.

Unions schnelles Umschaltspiel nach Balleroberungen funktionierte derweil weiterhin bestens. Becker erhöhte nach starker Einzelleistung. Die Führung war nicht unverdient, in der Höhe aber schmeichelhaft.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielverlauf - und Union verdiente sich den Sieg. Leipzig hatte zwar weiter mehr Ballbesitz, es fehlten jedoch die Ideen gegen die kompakt gestaffelte und mit viel Einsatz verteidigende Berliner Defensive. Union war durch Konter gefährlich. Siebatcheu (59.) hatte die Entscheidung auf dem Fuß.

Alles zur Bundesliga auf SPORT1:

---

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)