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Bundesliga: Philipp Hofmann über Schalke 04: "So etwas vergisst man natürlich nicht"

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Bundesliga: Philipp Hofmann über Schalke 04: "So etwas vergisst man natürlich nicht"

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Schalke? „Das ist kein Geheimnis“

Schalke? „Das ist kein Geheimnis“

Philipp Hofmann konnte diesen Sommer seinen Traum von der Bundesliga erfüllen, unterschrieb beim VfL Bochum. Im SPORT1-Interview spricht der 29-Jährige über den VfL - und seinen Herzensverein.
Der VfL Bochum ist souverän in die 2. Runde des DFB-Pokals eingezogen. Gegen den Regionalligisten Viktoria Berlin gewann der Bundesligist deutlich mit 3:0.
Reinhard Franke
Reinhard Franke

Schon vor einem Jahr im Sommer wollte Philipp Hofmann, damals einer der Topstürmer in der 2. Liga, in die Bundesliga wechseln. Doch er musste aufgrund des Vetos von Sportchef Oliver Kreuzer beim Karlsruher SC bleiben. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Diesen Sommer erfüllte sich Hofmann aber seinen Traum von der Bundesliga und unterschrieb beim VfL Bochum - sein Vertrag beim KSC lief aus. Für die Badener erzielte er in 104 Spielen 52 Tore.

Vor dem Saisonstart zu Hause gegen Mainz 05 (VfL Bochum - Mainz 05 um 15.30 Uhr im LIVETICKER) spricht der 29-Jährige im SPORT1-Interview über den VfL, seinen Herzensverein und Bochums ehemaligen Stürmer Sebastian Polter. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

SPORT1: Herr Hofmann, gleich im ersten Pflichtspiel im Pokal der erste Sieg und das erste Tor. Ein Traumstart für den VfL und Sie, oder?

Philipp Hofmann: Es war wichtig, mit einem positiven Ergebnis in die Saison zu starten. Wir haben das Spiel gestaltet und am Ende souverän gewonnen. Das Zusammenspiel vorne hat besser geklappt als zuvor, obwohl wir noch ein, zwei Tore mehr hätten erzielen können.

Ich habe mir trotz der Vorwürfe, ich hätte in der Vorbereitung zu wenig Tore geschossen, keinen Kopf gemacht und darauf verwiesen, dass es erst ab Saisonstart zählt. Der ist gelungen, das gibt Auftrieb. Nächste Woche gegen Mainz wollen wir nachlegen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

SPORT1: Wie waren die ersten Wochen beim VfL?

Hofmann: Sie waren schön, aber anstrengend. Das bringt eine Vorbereitung nun mal so mit sich. Die Aufnahme im Mannschaftskreis verlief super, die Jungs haben es mir leicht gemacht, mich beim VfL zurechtzufinden.

SPORT1: Sagt Ihnen der Ausspruch „anne Castroper“ etwas?

Hofmann: Ich stamme aus dem Sauerland und habe jahrelang ein paar Kilometer von der Castroper Straße entfernt gespielt - natürlich sagt mir der Ausdruck etwas. Hier im Ruhrgebiet fährt man ja auch „anne Tanke“, um den Wagen aufzutanken. Deshalb freut es mich, dass ich jetzt „anne Castroper“ für den VfL Fußball spielen kann.

„Bei ‚Bochum‘ werde ich immer textsicherer“

SPORT1: Was ist der VfL für Sie? Haben Sie die Grönemeyer-Stadion-Hymne schon drauf?

Hofmann: Der VfL ist ein Traditionsverein, mitten im Ruhrgebiet. Hier ist Fußball mehr als nur Sport, hier gehört er zum Alltag. Vieles dreht sich um den Fußball und die Stadt, in der er gespielt wird. Die Menschen in Bochum identifizieren sich mit dem VfL, das Stadion liegt mitten in der Stadt. Die Stimmung dort ist phänomenal, das kenne ich noch von meinen Gastspielen mit anderen Klubs hier „anne Castroper“. Und bei „Bochum“ werde ich immer textsicherer. Es ist schon ein geiles Gefühl, zu so einer Hymne das Stadion und den Rasen zu betreten.

SPORT1: Warum haben Sie sich für den VfL entschieden? Schalke ist ja eigentlich Ihr Traumverein.

Hofmann: Dass ich Schalke 04 eine Menge zu verdanken habe, ist kein Geheimnis. Dort wurde ich fußballerisch ausgebildet und bin mit der U19 Deutscher Meister geworden. Schalke hat mir den ersten Profivertrag gegeben, so etwas vergisst man natürlich nicht. Beim VfL Bochum hat man sich lange um mich bemüht, insofern habe ich schon mit sehr großem Interesse verfolgt, welchen Weg Bochum eingeschlagen hat. Man hat hier vergangene Saison eine sensationelle Spielzeit hingelegt. Das Wunder wollen wir nun wiederholen und erneut die Klasse halten. Gerne auch mit Siegen in den Derbys gegen Schalke.

SPORT1: Der Wechsel hätte schon im vergangenen Sommer klappen sollen, damals gab es keine Freigabe. War es eigentlich rückblickend cool von einem Klub, seinen besten Mann nicht ziehen zu lassen?

Hofmann: Die Phase war nicht einfach, das stimmt schon. Aber letzten Endes hat man gesehen, dass beide Seiten professionell mit der Thematik umgegangen sind. Ich habe meine Leistung für den KSC gebracht, 19 Tore erzielt und hatte nicht den Eindruck, dass die Fans mir irgendwas krummgenommen haben.

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SPORT1: Wie sehen Sie den Abgang von Sebastian Polter, dessen Nachfolger Sie ja quasi sind?

Hofmann: Sebastian Polter hat mit zehn Toren seinen Anteil am Klassenerhalt. Ich weiß, dass ich daran gemessen werde. Angst habe ich aber keine. Obwohl ich noch über keine Bundesligaerfahrung verfüge, traue ich mir durchaus zu, dem VfL zu helfen, den erneuten Klassenerhalt zu sichern. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

SPORT1: Polter war nur eine Saison da, hatte aber für länger unterschrieben. Man kann seinen Schritt verstehen, dennoch die Frage: Gibt es im Fußball keine Vereinstreue mehr?

Hofmann: Über die Motive anderer Spieler hinsichtlich von Vereinswechseln werde ich mich sicher nicht äußern. Aber wenn ich mir den VfL so anschaue - Toto Losilla ist seit acht Jahren da, Manuel Riemann seit sieben Jahren, Michael Esser verfügt insgesamt schon über zehn Jahre VfL-Erfahrung, Danilo Soares ist seit über fünf Jahren beim VfL - weiß ich nicht, ob man das so pauschal behaupten kann. Ja, Vereinswechsel gehören zum Profifußball dazu. Nicht immer kann man die Umstände beeinflussen, das weiß ich ja selbst angesichts meiner Biografie. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

SPORT1: Wussten sie vorher, dass Polter zu Schalke wechselt und sind Sie nur deshalb zum VfL gekommen?

Hofmann: Nein, das wusste ich nicht. Und nein, ich bin auch nicht deshalb zum VfL gewechselt. Der Kontakt war schon seit geraumer Zeit da. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Der HSV weiß das aus leidvoller Erfahrung“

SPORT1: Im letzten Interview mit SPORT1 haben Sie gesagt, dass Ihnen das Herz blutet beim Schalke-Abstieg. Nur für S04 wären Sie innerhalb der 2. Liga gewechselt. Jetzt ist Schalke wieder zurück in der Bundesliga. Wie sagen Sie jetzt? (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Hofmann: Dass sie den Aufstieg redlich verdient haben. Es ist nicht einfach, sich in der 2. Bundesliga zu behaupten, selbst als Favorit nicht. Der HSV weiß das aus leidvoller Erfahrung. Schalke hat auch eine Weile gebraucht, bis sich die individuelle Klasse durchgesetzt hat. Aber sie haben zum Schluss eine Wahnsinnsserie hingelegt und durften am Ende zu Recht die Schale in den Händen halten. Ich freue mich auf die Revier-Derbys, das sind besondere Spiele, die Rivalität ist hier wegen der räumlichen Nähe noch größer als bei anderen Derbys. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

SPORT1: Welche Tor-Marke haben Sie sich gesetzt? Sie sind ein Typ, bei dem ein Journalist hoffen darf, dass hier eine selbstbewusste Antwort kommt.

Hofmann: Da muss ich den Journalisten leider enttäuschen. (lacht) Ich setze mir persönlich Ziele, die ich erreichen will. Und ich hoffe, dass mir das gelingt. Aber wichtiger als der persönliche ist mir der mannschaftliche Erfolg. Wir wollen den Klassenerhalt packen, das zählt.

SPORT1: Sie wollten unbedingt in die Bundesliga. Wie ist gefühlt der Unterschied zwischen 2. Liga und der Bundesliga?

Hofmann: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt ja noch nicht beurteilen, da ich noch kein Bundesligaspiel absolviert habe. (lacht) Aber was die individuelle Klasse angeht, ist die Bundesliga eine andere Hausnummer als die Zweite Liga. Hier wird nahezu jeder Fehler gnadenlos bestraft. Und in jeder Mannschaft spielen internationale Stars oder sogar Weltstars. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Hofmann schwärmt von Reis

SPORT1: Der VfL arbeitet am dritten Wunder hintereinander - so sagte es Trainer Reis. Wie wollen Sie da Ihre Rolle finden?

Hofmann: Indem ich in vorderster Front als Angreifer auch der erste Abwehrspieler bin. Wir können nur als Team Erfolg haben, als Einheit. Dafür müssen wir in jedem Spiel ans Limit und mit Vollgas agieren. Wenn wir kompakt auftreten, haben wir eine Chance. Alle anderen Mannschaften haben allein schon finanziell andere, mehr Möglichkeiten. Wir müssen erneut unter Beweis stellen, dass man auch mit weniger Mitteln Maximales erreichen kann. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

SPORT1: Ist Thomas Reis genau der Typ Trainer, den Sie bei Ihrem Bundesliga-Start brauchen?

Hofmann: Fragen Sie mich das noch mal nach meinem Bundesligastart… (lacht) Spaß beiseite: Thomas Reis ist ein sehr kommunikativer Trainer und mit ein Grund, warum ich zum VfL gewechselt bin. Was die Mannschaft unter seiner Regie in den vergangenen zwei Jahren erreicht hat, ist außergewöhnlich. Die Zweitligameisterschaft, den Aufstieg, den Klassenerhalt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

SPORT1: Viele Experten glauben, dass der VfL in dieser Saison runter muss. Was sagen Sie dazu?

Hofmann: Dass wir alles daran setzen werden, die Experten vom Gegenteil zu überzeugen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

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