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Bundesliga-Rekord: Fünf Platzweise bei BVB gegen Dynamo Dresden

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Bundesliga-Rekord: Fünf Platzweise bei BVB gegen Dynamo Dresden

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Fünf Platzverweise bei Skandal-Spiel BVB gegen Dresden

Fünf Platzverweise bei Skandal-Spiel BVB gegen Dresden

Das Bundesliga-Duell der Schwarz-Gelben steht im Zeichen der Platzverweise. SPORT1 erinnert an den BVB gegen Dynamo Dresden.
Die Bundesligapartie zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden vor 18 Jahren ging in die Geschichte ein: Fünf Platzverweise in einem Spiel bedeuten bis heute Rekord.
Udo Muras
Udo Muras

Von den vier Bundesliga-Jahren, die Dynamo Dresden absolviert hat, ist nicht allzu viel in Erinnerung geblieben.

1991 gekommen, 1995 ruhmlos gegangen, gleich in die 3. Liga durchgereicht und bis heute nicht zurückgekehrt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Immerhin hat es der achtmalige DDD-Meister in die Rekordbücher geschafft, aber auch das, was am 1. September 1993 passierte, ist kein Ruhmesblatt.

An diesem Tag spielt Dynamo im Duell der Schwarz-Gelben der Liga bei Borussia Dortmund und Schiedsrichter Manfred Schmidt (Bad Hersfeld), damals 35 Jahre jung, stellt fünf Spieler vom Platz - so viele wie nie zuvor und auch nicht danach.

Der Löwenanteil geht an die Gäste, drei Dynamos werden des Feldes verwiesen - und mit Matthias Sammer noch ein ehemaliger Dresdner.

Fünf Platzverweise bei BVB gegen Dynamo Dresden

Doch der Reihe nach: Der 5. Spieltag 1993/94 findet unter der Woche statt, das besagte Spiel fällt auf einen Mittwoch. Beide Teams sind nicht gut in die Saison gekommen.

Der BVB ist nach einer Niederlage in Leverkusen auf Platz 9 abgerutscht und hat zuvor zuhause gegen Zweitligist Carl Zeiss Jena im DFB-Pokal verloren.

Es herrscht dicke Luft im Revier. Manager Michael Meier tobt und beklagt den „Imageverlust“, vor eigenem Publikum ist Wiedergutmachung angesagt. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Die Dresdner gehen wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsauflagen mit der Hypothek von vier Minuspunkten in die Saison und da sie erst zwei geholt haben, agieren sie quasi noch im roten Bereich.

Und in den gerät auch dieses denkwürdige Spiel. Den Auftakt machte ausgerechnet Matthias Sammer, auf den im Spiel gegen den Ex-Klub alle Blicke gerichtet sind.

Sammer sieht nach 29 Minuten Gelb-Rot

Der Rotschopf hat sein Temperament mal wieder nicht im Griff, erhält früh Mecker-Gelb und verdient sich nach 29 Minuten nach einem Foul Gelb-Rot.

Doch die Unterzahl währt nur fünf Minuten, da zieht Dynamos Nils Schmäler gegen Karl-Heinz Riedle die Notbremse. Für ihn gibt es glatt Rot, außerdem zeigt Schmidt auf den Elfmeterpunkt.

Stanislaw Tschertschessow im Dynamo-Kasten pariert den Schuss von Knut Reinhardt, die Fans stöhnen auf. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Drei Minuten später dann doch das 1:0 durch Stephané Chapuisat, nach Toren liegt der BVB vorne.

Nach Spielern schon bald wieder nicht, kaum hat die zweite Hälfte begonnen, schickt Schmidt Günter Kutowski wegen absichtlichen Handspiels vom Platz (Rot/46.).

Bundesliga-Rekord: Neun Dortmunder gegen acht Dresdner

Diesmal hält die Überzahl der Gäste etwas länger, neun Minuten. Dann schlägt Matthias Maucksch den Ball weg, was sich nicht empfiehlt, wenn man schon verwarnt ist: Gelb-Rot (55.).

Obwohl die Spieler die strikte Linie Schmidts, der auch noch vier Gelbe zeigt, allmählich begriffen haben müssten, langt Dresdens Markus Kranz, erst vor einer Woche im Pokal vom Feld gestellt, wiederholt zu.

Nach 71 Minuten ist auch für ihn Feierabend (Gelb-Rot), Platzverweis Nummer fünf bricht den Betzenberg-Rekord von 1966, als bei Kaiserslautern gegen Bayern drei FCK-Kicker und ein Münchner geflogen sind.

Nun spielen Neun gegen Acht, endlich fallen wieder Tore. Borussia nutzt die Räume, die sich durch die Platzverweise und die eigene Überzahl ergeben, gnadenlos.

Chapuisat macht noch zwei Tore, Riedle eins. Am Ende heißt es 4:0, aber alle sprechen nur von den fünf Platzverweisen.

Jähes Ende für Bundesliga-Schiri Schmidt

Der Boulevard fällt über Schmidt her, der Kicker hält die „Kartenspielerei“ Schmidts für „völlig überzogen“ und gibt ihm eine 5. Auf der Sportgerichtsverhandlung werden Schmidts Fehlentscheidungen revidiert, Kutowski und Schmäler freigesprochen.

BVB-Manager Meier fragt Schmidt: „Glauben Sie, dass ein Spieler Sie ernst genommen hat?“ - Schmidts entwaffnende Antwort: „Ich wusste von Anfang an, dass ich nicht ernst genommen werde.“

Seine Bundesliga-Karriere endet bereits eine Saison später nach nur 19 Spielen an der Pfeife.

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