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Spionage und Schmutzkampagne? Schwere Vorwürfe gegen Hertha-Investor Windhorst - Berlin reagiert

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Spionage und Schmutzkampagne? Schwere Vorwürfe gegen Hertha-Investor Windhorst - Berlin reagiert

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Windhorst-Ärger: Hertha reagiert

Windhorst-Ärger: Hertha reagiert

Lars Windhorst soll einem Bericht zufolge mit einer gezielten Kampagne die Amtsniederlegung des ehemaligen Hertha-Präsidenten Werner Gegenbauer initiiert haben. Der Sprecher des Groß-Investoren dementiert - doch nun reagiert der Klub.
Bei Hertha BSC knallt es trotz des wichtigen Sieges gegen Hoffenheim. Investor Lars Windhorst hat die Vereinsführung scharf attackiert.
Maximilian Huber
Maximilian Huber

Neuer Wirbel bei Hertha BSC!

Hat Investor Lars Windhorst den ehemaligen Präsidenten Werner Gegenbauer mithilfe einer gezielten Schmutzkampagne aus seinem Amt drängen lassen?

So zumindest lauten die schweren Vorwürfe, von denen die Financial Times berichtet und die als schwerwiegender Sabotage-Fall anmuten. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Hertha BSC: Schwere Vorwürfe gegen Investor Windhorst

Hintergrund: Den Recherchen des Wirtschaftsblattes zufolge soll eine in Israel ansässige Wirtschaftsdetektei damit beauftragt worden sein, Gegenbauer mithilfe einer gezielten Schmutzkampagne aus seinem Amt zu drängen. Auftraggeber demnach: Windhorst.

Ende Mai hatte Gegenbauer nach 14 Jahren sein Amt niedergelegt. Nachfolger wurde am 26. Juni 2022 etwas überraschend Ex-Ultra Kay Bernstein, der seither die Geschicke des Klubs leitet.

Über acht Monate lang habe das Unternehmen namens Shibumi Strategy Limited eine verdeckte Operation gegen den 72 Jahre alten Gegenbauer organisiert und gelenkt, heißt es weiter in dem Bericht.

Mehr noch: Der Vertrag zwischen dem Hertha-Investor und der in Tel Aviv ansässigen Agentur soll mit Verweis auf israelische Gerichtsakten das Ziel gehabt haben, Windhorsts Ruf bei der Hertha zu verbessern und gleichzeitig Gegenbauer aus seinem Präsidentschafts-Amt zu drängen.

Bezug auf israelische Gerichtsakten

So soll Shibumi in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr Anhänger, Gegner und Familienmitglieder Gegenbauers online und persönlich kontaktiert haben, um vertrauliche und geheime Informationen über den 72-Jährigen zu sammeln. Des Weiteren soll das rund 20-köpfige Team zahlreiche Fake-Profile in den sozialen Medien erstellt haben, die sich stark gegen Gegenbauer aussprachen und sein Aus forderten.

Sogar eine eigene Webseite mit dem Namen „Gegenbauer raus“ soll initiiert worden sein.

Inzwischen sei Windhorsts Firma Tennor von der israelischen Agentur verklagt worden, will die Financial Times erfahren haben. in der Anklage gehe es um Schulden und nicht beglichene Prämien in Höhe von fünf Millionen Euro. Die Summe soll sich dabei aus einer Million Euro für die Ausübung der achtmonatigen Kampagne sowie einer Erfolgsprämie von vier Millionen Euro zusammensetzen.

Jegliche Informationen des Berichts beruhen dem Vernehmen nach auf israelischen Gerichtsunterlagen, die der FT vorliegen und vor knapp drei Wochen in Tel Aviv eingereicht worden sein sollen.

Windhorst-Sprecher dementiert

Andreas Fritzenkötter, Sprecher des Hertha-Investors, dementierte die Anschuldigungen unverzüglich nach deren Veröffentlichung, bezeichnete den Bericht gegenüber NTV als „kompletten Unsinn“. Man versuche nun herauszufinden, „wie der Artikel zustande kam.“

Shibumi-Geschäftsführer Ori Gur-Ari schlug in eine ähnliche Kerbe - er wisse „nichts von diesem angeblichen Verfahren“.

Hertha BSC wiederum verwies zunächst auf die Zusicherung von Windhorsts Firma Tennor, dass die Geschichte „völliger Unsinn“ wäre. Allerdings reagierte der Hauptstadt-Klub am Freitagabend noch einmal umfassender.

In einer Stellungnahme hieß es: „Nach dem gestern veröffentlichten Artikel in der Financial Times über eine in Tel Aviv erhobene Klage gegen Lars Windhorst und eine Gesellschaft seiner Tennor-Holding B.V. hinsichtlich eines Auftrags betreffend Hertha BSC haben unsere Gremien beschlossen, die dort erwähnten Vorgänge durch eine Kanzlei aufarbeiten und beurteilen zu lassen. Zudem wurde Tennor zur detaillierten Stellungnahme aufgefordert.“

Kay Bernstein wird neuer Präsident des Bundesligisten Hertha BSC. Der frühere Ultra folgt damit auf Werner Gegenbauer, der im Mai zurückgetreten war.
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Bundesliga: Ex-Ultra Kay Bernstein wird neuer Präsident von Hertha BSC

Hertha verschiebt Medienrunde

Mehr aber noch: „Vor diesem Hintergrund verschieben wir die für Dienstag, den 04. Oktober 2022 um 15:00 Uhr, angesetzte Medienrunde zum Thema ‚100 Tage Präsidentschaft Kay Bernstein‘ auf einen neuen Termin.“

Der steht noch nicht fest - bis zu einer „umfassenden Klärung und Bewertung des Sachverhalts durch die beauftragten Experten“ wollen sich die Berliner in der Öffentlichkeit nun nicht weiter äußern.

Bemerkenswert: Nach Veröffentlichung des FT-Berichts wurde die Klage in Tel Aviv umgehend gelöscht. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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