Anzeige
Home>Fußball>Bundesliga>

SPORT1 Bundesliga Classics: Das weiteste Tor der Bundesliga

Bundesliga>

SPORT1 Bundesliga Classics: Das weiteste Tor der Bundesliga

Anzeige
Anzeige

Als Stoppelkamp Geschichte schrieb

Als Stoppelkamp Geschichte schrieb

2014 gelang Moritz Stoppelkamp das weiteste Bundesligator der Geschichte. SPORT1 erinnert sich.
20. September 2014: Moritz Stoppelkamp trifft gegen Hannover aus 82 Metern - und Aufsteiger Paderborn zur Tabellenführung.
Udo Muras
Udo Muras

Wenn nach 100 Jahren Bundesliga die zehn kuriosesten Tore gezeigt werden, werden gewiss zwei dabei sein, die Ron-Robert Zieler kassiert hat. 2018 wird er Opfer des ersten Einwurf-Eigentors der Ligahistorie, damals steht er im Kasten des VfB Stuttgart und lässt den Ball unter seiner Sohle durchrutschen. Vier Jahre zuvor hat die Liga schon einmal über ihn gelacht, dabei kommt er gar nicht in die Nähe des Balles.

Man kann sogar guten Gewissens sagen dass nie ein Bundesligatorhüter bei einem Gegentreffer weiter von seinem angestammten Arbeitsplatz entfernt war als Zieler am 20. September 2014. Damals spielt der, wenn auch als Reservist, gerade frisch gekürte Weltmeister für Hannover 96, das bei Aufsteiger SC Paderborn antreten muss.

Das Spiel wird Folgen haben, eine ist heute noch sichtbar: Wer zum Paderborner Stadion geht, muss an der Moritz-Stoppelkamp-Allee vorbei. Die heißt so, weil der Mittelfeldspieler des SCP an jenem Tag aus 82,5 Metern ins Tor von Hannover 96 trifft. Von weiter hat noch keiner getroffen, Bundesligarekord! (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Stoppelkamp: „Ich wusste gar nicht, dass ich so weit schießen kann.“

Wie konnte das passieren? Als bereits die Nachspielzeit läuft und Hannover noch immer 0:1 zurückliegt, eilt Zieler bei einem Freistoß für sein Team mit nach vorne. Der von Christian Pander getretene Ball wird jedoch von SCP-Urgestein Uwe Hünemeier per Kopf abgewehrt und landet bei seinem Mitspieler mit der Nummer 11 – Moritz Stoppelkamp. Der nimmt ihn mit der Brust an, lässt ihn einmal prallen und dann zieht er einfach mal ab. Der ganze Bewegungsablauf ist lehrbuchreif, bloß den Abschluss wird kein Fußballlehrer ernstlich empfehlen.

Lesen Sie auch

Quasi vom eigenen Strafraum aufs Tor zu schießen, das grenzt an Wahnsinn. Aber das Tor ist nun mal leer und der Schiedsrichter hat ohnehin schon die Pfeife im Mund. Das Vergnügen gönnt er den Zuschauern aber noch. Der Ball begibt sich also ungebremst auf die lange Reise zum 96-Tor und trudelt unter dem Jubel der Massen in selbiges hinein.

Ein Novum, das auch den Schützen selbst verblüfft, denn „ich wusste gar nicht, dass ich so weit schießen kann.“ 2:0, Sieg, Tabellenführung. Und natürlich: Tor des Monats! Warum nicht des Jahres? Weil Mario Götze Deutschland zwei Monate zuvor einigermaßen artistisch zum Weltmeister geschossen hat, dagegen kann keiner an. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Stoppelkamp hat es verwunden: „Ich habe mich doch auch gefreut, dass Deutschland Weltmeister wird.“ Im Fokus steht er trotzdem wochenlang. „Nach dem Spiel hatte ich natürlich extrem viele Nachrichten, Anrufe, Interviews. Meine Popularität ist schlagartig gewachsen.“ Auch wegen besagter Stoppelkamp-Allee, die am 31. Oktober 2014 auf dem Stadionvorplatz eingeweiht wird und natürlich eine Länge von 82,3 Metern aufweist.

Dem Helden ist das, wie er 2018 zugeben wird, „gegenüber meinen Kameraden unangenehm, dass eine Straße nach mir benannt wurde. Ich hatte gerade erst vier Spiele für Paderborn gemacht und die anderen Jungs waren teilweise mit dem SCP von der dritten bis in die erste Liga aufgestiegen. Ich konnte zwar nichts dafür, aber ich fühlte mich nicht wohl dabei.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Alles zur Bundesliga bei SPORT1: