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SPORT1 Bundesliga Classics: Sascha Burcherts Doppeltes Kopfball-Pech

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SPORT1 Bundesliga Classics: Sascha Burcherts Doppeltes Kopfball-Pech

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Burcherts Pech beim Doppelkopf

Burcherts Pech beim Doppelkopf

2009 bestreitet Sascha Burchart sein zweites Spiel für Hertha BSC und avancierte bei der 1:3 Niederlage zum tragischen Helden. SPORT1 erinnert sich.
Am 04.10.2009 spielt Hertha BSC gegen den HSV. Beim Stand von 1:1 wird der 19-jährige Keeper Burchert eingewechselt und hat enormes Pech.
Udo Muras
Udo Muras

Die Saison 2009/10 läuft denkbar schlecht an für Hauptstadtklub Hertha BSC. Nach dem Auftaktsieg gegen Hannover (1:0) setzt es sechs Niederlagen und Trainer Lucien Favre muss gehen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Es kommt der alte Fahrensmann Friedhelm Funkel, dessen Erfahrung im Abstiegskampf der Mannschaft Sicherheit geben soll. Aber das, was bei seinem Einstand am 4. Oktober 2009 passiert, das hat auch einer wie er noch nicht erlebt.

Burcherts unglückliche Ausflüge

Gemeinsam mit 49.208 Zuschauern wird er Zeuge einer unglaublichen Posse, in deren Mittelpunkt sein dritter Torwart Sascha Burchert steht. Der 19-Jährige, der erst ein Bundesligaspiel auf dem Buckel hat, wird nach 33 Minuten für den verletzten Vertreter von Jaroslav Drobny, Timo Ochs, eingewechselt. Da steht es noch 1:1, für Hertha trifft Arne Friedrich, aber ein Kopfballeigentor von Kaka hat auch den HSV schon jubeln lassen.

Sieben Minuten später führen die Hamburger mit 3:1 nach zwei Toren aus der Abteilung Slapstick. Sie fallen nach dem gleichen Muster und wären einem erfahrenen Keeper wohl nicht passiert. Die Hamburger schlagen zweimal einen langen Ball vors Tor, zweimal kommt Burchert aus dem Strafraum gerannt und klärt per Kopf, die Hände darf er ja nicht nehmen.

Beim ersten Mal landet der Ball jedoch bei David Jarolim, der aus 36 Metern sofort abzieht und den verwaisten Kasten trifft – 1:2 (38.). Ein kurioses Tor, ein blödes Tor. Aber vermeidbar? Jarolim nimmt den Keeper halb in Schutz, halb nicht: „Er hat eigentlich alles richtig gemacht mit seiner Kopfballabwehr. Nur hätte er den Ball wohl noch aufhalten können, wenn er hinterher gelaufen wäre. Der Schuss war nicht unbedingt sehr hart.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Sascha Burchert spielte von 2004-2016 für Hertha BSC.
Sascha Burchert spielte von 2004-2016 für Hertha BSC.

Burchert hat noch an dem Tor zu knabbern, da muss er schon wieder aus seinem Strafraum. 86 Sekunden später scheint jemand die Replay-Taste gedrückt zu haben. Wieder köpft der Keeper den Ball weit weg, aber nicht weit genug und nicht zu einem Mitspieler. Nun darf sich Ze Roberto versuchen, es sind sogar 44 Meter, aber auch von da kann ein Profi einen leeren Kasten treffen. Tor, 1:3 (40.).

Burchert gibt sich schuldlos

Dabei bleibt es. Burchert, den Funkel in der Halbzeit gar nicht in die Kabine lässt, damit er sich warmschießen lässt, hält seine Bude nun sauber. Es bleibt jedoch beim 1:3. Der Boulevard hat seinen Spaß. Bild titelt: „Kopfball-Torwart-Trottel und eine Eigentor versauen Funkel-Debüt.“ Der Trainer gibt konsterniert zu: „Drei so kuriose Tore in einem Spiel habe ich in 30 Jahren Bundesliga noch nie gesehen. Sascha macht das nicht mit Absicht, aber ich weiß nicht ob er den Ball hätte ins Aus köpfen können.“ Aber dann wäre die Bundesliga um eine nette Geschichte ärmer. Jarolims Tor wurde von der Redaktion der Fußball Bild 2017 immerhin auf Platz 23 der 50.000 Bundesligatore gesetzt.

Und Burchert? Gibt sich erstaunlich gelassen: „Ich habe meine Aufgabe gemacht und zwei Bälle geklärt. Mich trifft an den Gegentoren keine Schuld.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Ein Empfehlungsschreiben waren sie auch nicht. Er blieb noch fünf Jahre bei Hertha, immer als Nummer zwei oder drei, stieg zweimal ab mit ihr und kam nur noch auf zehn Einsätze. Im Sommer 2021 schaffte er endlich die Bundesligarückkehr mit Greuther Fürth.

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