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Bundesliga: Das stimmt Schalke-Legende Olaf Thon noch optimistisch

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Bundesliga: Das stimmt Schalke-Legende Olaf Thon noch optimistisch

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Thon glaubt an Schalke-Wende

Schalke 04 befindet sich in einer tiefen Krise. Klub-Legende Olaf Thon analysiert im SPORT1-Interview den Zustand der Mannschaft und beantwortet die Frage, ob der Trainereffekt bereits verpufft ist.
Schalke 04 macht ein super Spiel gegen Eintracht Frankfurt, steht am Ende aber mit leeren Händen da. Weil vor allem Jesper Lindström ein unfassbares Solo ansetzt.
. SPORT1
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Der FC Schalke 04 befindet sich aktuell in einer schwierigen Situation. Die Königsblauen bilden das Schlusslicht der Bundesliga, zum rettenden Ufer hat S04 bereits sechs Punkte Rückstand. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Auch das erste Bundesligaspiel im neuen Jahr, eine 0:3-Pleite gegen die Eintracht aus Frankfurt, war alles andere als gelungen. Zudem wartet am Abend mit RB Leipzig der nächste starke Gegner (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER).

Wie stehen die Chancen, den Klassenerhalt noch zu schaffen? Ist der Trainereffekt bereits verpufft? Klub-Legende Olaf Thon schätzt die Situation im SPORT1-Interview ein.

SPORT1: Nach dem 0:3 gegen Eintracht Frankfurt steht Schalke 04 weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz der Bundesliga – zum rettenden Ufer sind es bereits sechs Punkte. Unter dem neuen Trainer Thomas Reis gab es bislang einen Sieg. Ist der Effekt des Trainer-Wechsels verpufft?

Olaf Thon: Nein, nein. Ich bin und bleibe immer Optimist. Als Schalker Repräsentant könnte ich auch nicht sagen: „Die Welt geht jetzt unter! Schalke steigt ab.“ Mitnichten. Vielmehr müssen wir da weitermachen, wo Reis angesetzt hat, als er neuer Trainer auf Schalke wurde. Denn man hat vom ersten Spiel an gesehen, dass sich etwas bewegt hat. Auch das Frankfurt-Spiel war gut gestaltet! Typisch aber für eine Mannschaft, die im Tabellenkeller steht und Punkte unbedingt braucht, und für ein Team, das oben steht und das sogar vom Tabellenletzten unter Druck gesetzt wurde. Mario Götze, Frankfurt-Trainer Oliver Glasner, alle haben nach dem Spiel gesagt: „Mensch, das war eine gute Taktik von Reis, die Schalker haben uns zugesetzt und phasenweise das Spiel bestimmt, mehr Torchancen herausgespielt, aber in Form einer Spitzenmannschaft hat Frankfurt dann zurückgeschlagen.“ Drei Chancen, drei Tore! Das war Bayern-like und für Schalke nicht einfach.

SPORT1: Am Dienstag geht es nun gegen RB Leipzig und am Wochenende darauf gegen den aktuell starken 1. FC Köln. Was stimmt Sie optimistisch, dass die Königsblauen endlich wieder Punkte einfahren?

Thon: Die kommenden Gegner sind bestimmt nicht einfach, doch die Tendenz stimmt mich positiv. Wie Schalke gespielt hat trotz zahlreicher Ausfälle und verletzter Spieler, mit den Umstellungen, dass Jordan Larsson jetzt auf der Zehn, oder als hängende Spitze hinter Simon Terodde aufläuft, dass unser neuer Japaner Soichiro Kozuki auf Rechtsaußen nun für Dampf sorgt. All diese Veränderungen haben gezogen. Gegen die Eintracht hat nur das Quäntchen Glück gefehlt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga

Schalke muss sich nicht verstecken

SPORT1: Die nackten Zahlen sprechen aber eine andere Sprache: Tabellenplatz 18, nur neun Punkte nach 16 Liga-Spielen und ein Torverhältnis von 13:35! Wo muss Schalke mehr ansetzen – in der Defensive oder Offensive?

Thon: In den vergangenen Spielen war für mich entscheidend, und daran hat Reis mit den Spielern auch viel im Trainingslager in Belek in der Türkei gearbeitet, dass wir mehr Ballbesitz haben. Dass wir uns nicht verstecken und auf Catenaccio spielen, um Konter zu fahren. Ich erinnere mich an das Bayern-Spiel, als wir 0:2 verloren haben und viel gelobt wurden. Da haben die Ansätze schon gestimmt, die nun gegen Frankfurt noch besser waren. Und diese Tendenz ist deutlich zu sehen. Trotz allem Negativen, Niederlagen-Serie, 36 Mal auswärts nicht gewonnen, nur neun Punkte - natürlich ist das ein Ballast, doch Reis und die Mannschaft wirken gefasst und haben sich spielerisch verbessert. Jetzt kommt erstmal Leipzig. (DATEN: Ergebnisse der Bundesliga)

SPORT1: Köln hat sich mit dem 7:1 gegen Werder eindrucksvoll zurückgemeldet und sich etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Was ist gegen einen möglichen Abstiegskonkurrenten möglich?

Thon: Wer hätte das denn vorher gedacht oder erwartet? Bei all den Verletzungen und Problemen. Ihr Trainer ist kein Zauberer, gibt aber zwei Tage vor dem Spiel die taktische Aufstellung dem Gegner mit, da sieht man ganz deutlich, Fußball ist viel Psychologie und Kopfsache! Natürlich auch Qualität und den Mut zu haben, so zu spielen. Ich glaube, da muss sich Schalke 04 ein Beispiel nehmen, was mit solchen Dingen möglich ist und was die Kölner geschafft haben.

Trotz guter Spielansätze verlor Schalke am 16. Spieltag auch gegen Eintracht Frankfurt, gegen RB Leipzig wollen Trainer Thomas Reis und sein Team sich endlich belohnen.
02:48
FC Schalke 04: Thomas Reis will gegen RB Leipzig endlich wieder punkten.

Das hält Thon von den Neuzugängen

SPORT1: Der Spielplan danach wird auch nicht leichter: Gladbach, Wolfsburg und Union Berlin.

Thon: Irgendwann muss man gegen alle spielen. Alles ist noch möglich. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Mainz zum Beispiel aus solch einer Situation noch rausgekommen ist. Es gibt noch eine Restchance. (DATEN: Spielplan der Bundesliga)

SPORT1: Ist Terodde nur DER Zweitliga-Torjäger schlechthin oder kann er es auch Bundesliga?

Thon: In der Bundesliga hat er auch geknipst. Aber: Wir haben sehr wenig Ballbesitz gehabt, sind jetzt aber dabei, das Spiel umzugestalten. Es müssen mehr Flanken kommen. Gegen Frankfurt hätten wir nach Flanken ein, zwei Tore machen müssen. Das waren klare Torchancen, die durchaus mal reingehen können. Ich weiß zwar nicht genau, wie Trainer Reis das sieht, aber ich kann mir vorstellen, dass er auf eine Achse baut, nicht nur ein Spiel, drei oder fünf, sondern langfristig, wenn er davon überzeugt ist. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass er an Terodde festhalten wird. Von mir aus dürfen auch andere treffen und wir gewinnen 1:0. Das heißt aber nicht, dass Terodde dann raus muss!

SPORT1: Zum Abschluss: Was stimmt Sie optimistisch, dass es diese Woche mit den ersten Punkten seit dem 9. November 2022 klappen wird?

Thon: Weil ich da bin und weil ich es einfach möchte. Alles andere ist Kaffeesatz-Leserei. Ich wünsche mir das von ganzem Herzen und mit der Unterstützung unserer großartigen Fans schaffen wir das. Nach dem Frankfurt-Spiel ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen.

Der FC Schalke 04 kann nach 30 sieglosen Spielen nur knapp die Einstellung des Uralt-Negativrekord von Tasmania Berlin verhindern. Matthew Hoppe führt die Knappen zum Sieg gegen die TSG Hoffenheim.
01:42
SPORT1 Bundesliga Classics: Schalke 04 verhindert Einstellung des Negativrekords