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Bundesliga: BVB und Terzic auf Rekordjagd, Nagelsmann droht schlechtes Omen - Vorschau zum 22. Spieltag

Terzic mit BVB auf Rekordjagd

Borussia Dortmund kann mit einem Sieg in Hoffenheim die Tabellenführung übernehmen und einen Vereinsrekord aufstellen. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann droht ein schlechtes Omen. Die Vorschau zum 22. Bundesliga-Spieltag.
BVB-Trainer Edin Terzic spricht über die Siegesserie seiner Mannschaft und wie er die Serie am Leben halten will.
Borussia Dortmund kann mit einem Sieg in Hoffenheim die Tabellenführung übernehmen und einen Vereinsrekord aufstellen. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann droht ein schlechtes Omen. Die Vorschau zum 22. Bundesliga-Spieltag.

FSV Mainz 05 – Borussia Mönchengladbach (Fr., 20:30)

Obwohl der FSV Mainz seit vier Duellen gegen Borussia ungeschlagen ist, wartet er seit sieben Jahren auf einen Heimsieg (1:0 im Januar 2016). Sogar in Mainz ist die Bilanz mittlerweile negativ (5-5-6), obwohl man mit vier Heimsiegen (2006-2011) in dieses Duell startete. (DATEN: Ergebnisse der Bundesliga)

2023 gab es zuletzt aber zwei Heimsiege für den FSV, drei in Folge wären Saisonrekord. Die Borussia gewann nur eins ihrer letzten zwölf Auswärtsspiele, aber fünfmal in Folge an Freitagen. Mainz-Coach Bo Svensson leitet sein 75. Bundesligaspiel.

RB Leipzig – Eintracht Frankfurt (Sa., 15:30)

In dieser Paarung zweier Aspiranten um die Champions League-Plätze dominieren die Unentschieden (3-7-3), Auswärtssiege gab es nie. In Leipzig holten die Frankfurter, die gegen RB seit sieben Pflichtspielen ungeschlagen sind, in sechs Jahren nur drei Punkte.

Ihr erster Sieg dort wäre gleichbedeutend mit der 50. Leipziger Bundesliganiederlage und ein neues Gefühl für Marco Rose, der als Trainer noch unbesiegt gegen die Hessen ist (5-1-0) und alle drei Heimspiele gewann. Kollege Oliver Glasner wiederum verlor nie gegen RB, begnügte sich bis zum Hinspiel (4:0) aber stets mit Unentschieden (sechs!). Wenn Timo Werner für RB gegen Eintracht traf (bisher 3x), gab es immer einen Sieg für sein Team.

RB verlor nur eins der letzten 14 Heimspiele, die Eintracht hat mit Bayern die wenigsten Auswärtsniederlagen (2). Kurios: am 22. Spieltag gewann RB in der Bundesliga immer!

1. FC Köln – VfL Wolfsburg (Sa., 15:30)

Zuletzt gewann hier dreimal der jeweilige Gast (Hinspiel: 2:4) und nur eins der letzten zehn Duelle endete mit einem Unentschieden. Im Vorjahr gewann der VfL in Köln 1:0, davor sechs Jahre nicht. Die Bilanz in Köln ist ausgeglichen (5-6-5). Nur eins der 16 Duelle in Köln blieb torlos (16. 3. 2001).

Der FC ist aktuell seit drei Heimspielen ungeschlagen, während die vier Spiele sieglosen „Wölfe“ auswärts die beste Abwehr (12 Gegentore) haben und in fremden Stadien genauso viele Punkte holten wie zuhause. Verliert der VfL, wäre es seine 200. Auswärtsniederlage in der Bundesliga.

TSG Hoffenheim – Borussia Dortmund (Sa., 15:30)

Historie und Gegenwart küren den BVB zum Favoriten. Seit fünf Duellen ungeschlagen gegen die TSG, bezwang er sie zuletzt dreimal in Folge. In Sinsheim hat die TSG noch leicht die Oberhand (5-5-4), aber in der Tabelle des Jahres 2023 (1 Punkt) ist sie Letzter, der BVB (18) dagegen Erster. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Setzen sich die gegenläufigen Trends fort, hagelt es Vereinsrekorde. Die TSG steht vor dem zwölften Spiel und dem neunten Heimspiel ohne Sieg, würde damit zwei Negativmarken (von 2009 und 2012) einstellen. Borussia wiederum gewann in ihrer 1909 begonnenen Vereinsgeschichte noch nie die ersten neun Spiele eines Jahres, Edin Terzic würde an großen Trainernamen wie Jürgen Klopp, Udo Lattek oder Ottmar Hitzfeld vorbeiziehen.

Gönnt er Mats Hummels einen Einsatz, würde der Abwehrchef des Weltmeisters von 2014 den von 1990, Klaus Augenthaler (404 Bundesligaspiele), überholen. Im Übrigen winkt dem BVB die erste Tabellenführung seit 122 Spieltagen (25. 8. 2019).

Hertha BSC – FC Augsburg (Sa., 15:30)

Die Hertha braucht einen Sieg, um Abstiegsplatz 17 zu verlassen. Gegen Augsburg (9-9-3) gab es zumindest wenig Niederlagen, zuhause (4-6-0) noch gar keine. In Berlin schoss noch keiner der Kontrahenten mehr als zwei Tore, es war immer eng. Augsburg spielte nur gegen Hertha schon neunmal Remis.

Im Hinspiel gelang Hertha der einzige Auswärtssieg der Saison (2:0), da saß Sandro Schwarz schon auf der Hertha-Bank. In seinem 100. Bundesligaspiel hofft er auf die Fortsetzung der Augsburger Negativserie in Auswärtsspielen (drei Niederlagen, sechsmal kein Sieg). Beide Teams haben diese Saison noch nicht 0:0 gespielt.

Werder Bremen – VfL Bochum (Sa., 15:30)

Reisen nach Bremen konnte sich der VfL, der zuletzt 2010 dort aufkreuzte, meist schenken. Von 33 Gastspielen gewann er nur das am 3. Februar 2008 (1:2). Zudem gab es noch sieben Punkte. Insgesamt setzte es für Bochum schon 42 Niederlagen gegen Werder, bei 138 Gegentoren – beide Werte werden nur von der VfL-Bilanz gegen Bayern übertroffen. Werder gewann auch die letzten vier Duelle.

Angesichts der Bochumer Auswärtsschwäche (3 Punkte, Letzter der Auswärtstabelle) liegt die Favoritenlast bei Werder, das aber zu dem Trio mit den meisten Heimniederlagen (6) gehört. Für ein Unentschieden spricht wenig, darauf warten beide seit jeweils 14 Spielen. Zuletzt blieben beide Mannschaften zwei Spiele punkt- und torlos.

Schalke 04 – VfB Stuttgart (Sa., 18:30)

Am ersten Bundesligaspieltag 1963 trafen sie schon aufeinander, Schalke gewann 2:0. Samstag kommt es zum 100. Duell und beide Fanlager erinnern sich gerne – da sie die meisten Siege im Oberhaus gegen den jeweiligen Kontrahenten feierten. Schalke kommt auf 38, der VfB auf 43. Unentschieden (18) sind folglich echte Raritäten, auf Schalke besonders (30-7-12).

Aktuell allerdings hat Schalke vier 0:0 aneinandergereiht, will diese kuriose Rekordserie schleunigst beenden und den dritten Saisonsieg einfahren. Der VfB ist auswärts (wie nur Schalke) noch sieglos, seit nunmehr 20 Spielen. Trainer Bruno Labbadia verlor vier seiner letzten sechs Duelle gegen Schalke.

SC Freiburg – Bayer Leverkusen (So., 15:30)

Der Sportclub will Platz vier verteidigen, den Bayer längst aus den Augen verlor. Drei Siege aus den letzten vier Duellen und die aktuelle Heimstärke (neunmal ungeschlagen, nur eine Niederlage) sprechen für Freiburg, die Heimbilanz gegen Bayer (6-8-8) spricht dagegen. Leverkusen hat auswärts genauso oft gewonnen wie zuhause (viermal) und spielt die schwächste Saison seit 17 Jahren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Jubiläum gibt, das keiner feiern will, ist hoch. Bei einem Unentschieden wird es für beide rund (Freiburg 200 in der Bundesliga, Leverkusen 400), das erste Freiburger Gegentor wäre Nummer 500 in einem Heimspiel. Sicher ist nur: Christian Streich wird mit Spiel Nummer 341 Freiburgs Rekordtrainer (löst Volker Finke ab) und überholt im ewigen Trainerranking der Bundesliga auch einen gewissen Jürgen Klopp.

Bayern München – Union Berlin (So., 17:30)

Das Spitzenspiel, das keiner auf der Rechnung hatte, beschließt den Spieltag. Wie schon im Hinspiel (1:1) liegen beide nach Punkten gleichauf. Bisher gilt: Bayern verliert nicht gegen Union (4-3-0) und es fallen stets mindestens zwei Tore, Bayern geht dabei nie leer aus. In München hieß es seit 2019/20 2:1, 1:1 und 4:0, immer ging Bayern in Führung.

Der Rekordmeister ist zuhause ungeschlagen (17 Spiele), Union hat mit die meisten Auswärtssiege (6) und kann zwei Vereinsrekorde brechen: sieben Auswärtssiege in einer Saison wären ebenso ein Novum wie vier davon in Folge.

Wenn Bayern nicht gewinnt und somit unter 45 Punkte bliebe, wäre das ein schlechtes Omen für Julian Nagelsmann. Der letzte Bayern-Coach mit so einer Bilanz nach 22 Spieltagen erlebte das Saisonende auf der Münchener Bank nicht: Louis van Gaal (2010/11).