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FC Bayern: Endet schwarze Tuchel-Serie gegen Schalke? Union & Freiburg im heißen CL-Duell - 32. Bundesliga-Spieltag

Überwindet Tuchel seinen Komplex?

Schalke 04 könnte dem FC Bayern im Titelrennen Steine in den Weg legen - und ausgerechnet dem Erzrivalen helfen. Zwischen Union und Freiburg geht es um die Champions League. Die spannendsten Statistiken vor dem 32. Spieltag.
Tuchel und Salihamidzic beginnen mit der Kaderplanung
Tuchel und Salihamidzic beginnen mit der Kaderplanung
© FIRO/FIRO/SID
Schalke 04 könnte dem FC Bayern im Titelrennen Steine in den Weg legen - und ausgerechnet dem Erzrivalen helfen. Zwischen Union und Freiburg geht es um die Champions League. Die spannendsten Statistiken vor dem 32. Spieltag.

1. FC Köln – Hertha BSC

Am Freitag steigt das einzige Duell zweier Gründungsmitglieder der Bundesliga, zum bereits 62. Mal.

Köln führt knapp (27-12-24) und zuhause deutlich (19-3-9). Dennoch feierte die Hertha bei keinem Klub mehr Siege, allein sieben in den letzten elf Gastspielen.

Käme einer hinzu, endete die Serie von aktuell 12 Auswärtsspielen ohne Sieg. Die Kölner sind aktuell am längsten ungeschlagen (sechs Spiele) und warten doch seit fünf Heimspielen auf einen Sieg, das gab es in der Ära Baumgart noch nicht.

Von den letzten 13 Spielen gegen Schlusslichter aber gewannen sie zehn und verloren nur eins.

Bayern München – Schalke 04

Noch immer markiert ein 0:7 gegen Schalke die höchste Münchner Bundesliganiederlage – vor fast 47 Jahren (9.10.1976) im Olympiastadion. Bayern rächte sich dafür oft, 2020 am höchsten (8:0), und gewann die letzten elf Pflichtspiele gegen die Königsblauen, die seit fünf Bundesligaspielen auf ein Tor gegen den Meister warten.

In München gewannen sie sechsmal, zuletzt am 25. 4. 2009. Das 0:1 kostete Jürgen Klinsmann den Job als Bayern-Trainer. Das droht Thomas Tuchel nicht, seine Bilanz gegen Schalke aber ist bedenklich – nur ein Sieg aus den letzten zehn Duellen und nur ein Heimsieg in sieben.

Tuchels Schalke-Komplex lässt die zuletzt zweimal siegreichen Gäste zwar etwas hoffen, aber drei Siege in Folge gab es im Oberhaus zuletzt im September 2019. Auch die Münchner Heimstärke (22 Spiele ungeschlagen, 55x mindestens ein Tor) verdeutlicht, wer als Favorit ins Spiel geht. Während Bayern die meisten Tore erzielte, kommt Schalke auf die wenigsten.

Gewinnt Bayern mit Joshua Kimmich, holt er Franz „Bulle“ Roth (171 Siege) im Klubranking ein. Und was spricht für den Einsatz von Thomas Müller? Dass keiner im Bayern-Kader mehr Tore gegen Schalke erzielte (elf) – ganz im Gegensatz etwa zu Kingsley Coman (noch torlos).

Union Berlin – SC Freiburg

Das achte Duell im Oberhaus ist eines um den Einzug in die Champions League. In den Kampf um Platz Vier gehen beide Rivalen punktgleich und mit den jeweils meisten Punkten der Vereinsgeschichte (56).

Union hat noch kein Heimspiel gegen den SC verloren, nicht in der Bundesliga (1-2-0) und nicht in der 2. Liga (1-1-0). Zuletzt gab es zwei Remis in Köpenick, mehr als zwei Tore fielen dort in der Bundesliga nie.

Union ist seit 21 Heimspielen ungeschlagen, kann nun den Vereinsrekord brechen. Der SC hat mit Bayern die wenigsten Auswärtsniederlagen (vier). Kapitän Christian Günther nimmt als Erster seines Vereins die Marke von 300 Bundesligaspielen.

Eintracht Frankfurt – Mainz 05

Kein Verein wartet länger auf einen Sieg als die Eintracht (zehn Spiele), eine längere Durststrecke gab es nur einmal: 1983/84 (16 Spiele). Aber im Rhein-Hessen-Derby sind es die Mainzer, die warten (fünf Spiele) – seit einem 2:0 in Frankfurt vor leeren Rängen (6. 6. 2020).

In diesem Duell dominieren die Unentschieden (8-12-7), in Frankfurt (7-4-3) fielen im Schnitt nur 2,2 Tore. Die Eintracht-Krise eingerechnet, könnte den Mainzern also ihr 500. Auswärtsgegentor in der Bundesliga erspart bleiben, dazu bräuchte es nämlich dreier Frankfurter Treffer, was denen seit zwölf Punktspielen nicht gelang.

Der scheidende Eintracht-Coach Oliver Glasner mag Mainz (4-2-1), Kollege Svensson die Eintracht weniger – er hat sie nie besiegt (0-3-2).

VfL Wolfsburg – TSG Hoffenheim

Dieses Duell verspricht Tore, der Schnitt aus 29 Treffen liegt bei 3,52. In den letzten neun trafen stets beide Teams, in Wolfsburg (7-5-2) gab es noch kein 0:0. Zuhause schoss der VfL auch immer ein Tor. Dennoch konnte er nur eins der letzten fünf Duelle mit der TSG gewinnen.

Hoffenheims einzige Auswärtssiege dort fielen in den Februar (2012 und 2022). Der VfL kämpft zwar noch um Europa, hat aber erst fünf Heimsiege – keine Mannschaft hat weniger. Hoffenheim gewann nur drei der letzten 20 Auswärtsspiele.

VfL-Coach Niko Kovac gewann von fünf Heimspielen gegen die TSG nur eines. Es kommt zum Duell zweier Teams mit den meisten für sie gegebenen Elfmetern (je 7).

VfL Bochum – FC Augsburg

Das Kellerderby des Spieltags weist eine merkwürdige Bilanz auf: bisher gewann immer der Gast, inklusive 2. Liga. Bochum führt (3-0-2) und will nun den Heimfluch brechen – gegen Augsburg hieß es zweimal 0:2. Der FCA könnte sich mit einem Sieg bereits retten, bloß gab es einen solchen auswärts seit elf Spielen nicht.

Würde es ein üblicher, also knapper, FCA-Sieg, wäre es der elfte in Folge mit nur einem Tor Vorsprung – Kaiserslauterns Minimalistenrekord von 1999/2000 wäre eingestellt. Bochum ist sechs Spiele sieglos und hat seine Heimstärke eingebüßt (fünf der letzten sieben Spiele verloren), das führte zu einer negativen Bilanz (6-2-7) im Ruhrstadion.

Mit dem nächsten Gegentor würde man den negativen Vereinsrekord von 1983/84 (70) einstellen. Der VfL konnte keins der letzten 21 Spiele nach Rückstand gewinnen, vielleicht ändert sich das gegen Augsburg – das hat die meisten Führungen in dieser Saison verspielt (neun).

Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach

Im 102. Borussen-Duell in der Bundesliga spricht viel für den BVB, der gegen Gladbach die letzten acht Heimspiele gewann und nur eins der letzten 21 verlor (1:2 am 25. 3. 2014). Im Hinspiel setzte es allerdings auch beim zweiten von Edin Terzic betreuten Duell mit Gladbach ein 2:4.

In den vergangenen 51 Duellen gab es kein 0:0, was für das Eintreffen eines schmucken Dortmunder Jubiläums spricht. Seit dem 27. Juni 2020 (0:4 gegen Hoffenheim) gab es zuhause in der Bundesliga immer eigene Tore, es wäre jetzt das 50. Spiel in Folge und ausgebauter Vereinsrekord.

Auszubauen wäre auch die Rekordserie von zehn Heimsiegen innerhalb einer Saison. Während der BVB die meisten Heimsiege (13) hat, gehört Gladbach zum Trio mit den wenigsten (einen) – die geringste Ausbeute seit dem Abstiegsjahr 2006/07.

Käme BVB-Kapitän Marco Reus zum Einsatz und Borussia zu einem Sieg, würde er die Europameister Mehmet Scholl und Andy Möller einholen (je 202 Siege).

VfB Stuttgart – Bayer Leverkusen

Gegen Bayer holte Abstiegskandidat VfB aus den letzten sieben Duellen nur einen Punkt, viermal in Folge gab‘s Niederlagen. Selbst die Heimbilanz ist negativ (16-7-18), der letzte Heimsieg datiert vom 17. 4. 2010 (2:1), als Nationalspieler Cacau die Partie mit einem Doppelschlag dreht.

Leverkusen schlug die Stuttgarter schon 40mal, gegen keinen Verein gab es mehr Siege in der Bundesliga. Der VfB gehört zu den sechs Mannschaften mit den wenigsten Heimsiegen (fünf), Bayer kommt mit positiver Auswärtsbilanz (6-4-5) und ist auswärts sechs Spiele ungeschlagen.

Während der VfB nur eins der letzten 15 Sonntagspiele gewann, ist Bayer an diesem Tag fünfmal ungeschlagen.

RB Leipzig – Werder Bremen

Nach Leipzig fährt Werder nur ungern, alle fünf Spiele dort wurden verloren bei 3:13 Toren. Werder hat dort auch nie geführt. Auch die letzten fünf Bundesligaspiele gingen an RB, das nur einmal (0:3 am 18. 3. 2017 in Bremen) in diesem Duell torlos blieb.

Unentschieden sind eine Rarität in der Bilanz (8-1-2). RB-Coach Marco Rose verlor nie gegen Werder (4-1-0), sein Verein in der Bundesliga nie gegen einen Aufsteiger, bei mittlerweile 26 Gelegenheiten (23-3-0) – Rekord!

Mit dem 12. Heimsieg der Saison würde RB den Vereinsrekord von 2016/17 einstellen. Die Bremer haben auswärts mehr Punkte als zuhause (19/16) und wären im Siegfalle endgültig gerettet.