Der frühere Fußball-Nationalspieler Dietmar Hamann glaubt an eine große Titelchance für Borussia Dortmund im Endspurt um die deutsche Meisterschaft.
FC Bayern : Hamann glaubt an BVB-Titel, lobt aber plötzlich Kahn - Kritik an Tuchel & Campus
Hamanns Rolle rückwärts zu Kahn
„Wenn der BVB seine beiden letzten Spiele gewinnt, werden sie Deutscher Meister. Davon bin ich überzeugt“, schrieb der frühere Münchner Profi in seiner Sky-Kolumne zum Bundesliga-Finish.
Der FC Bayern hätte gesehen, „wie souverän die Dortmunder trotz des Drucks in den letzten beiden Wochen nachgezogen sind und nach ein paar Minuten die Spiele bereits mit drei Toren für sich entschieden hatten“, fügte der einstige Mittelfeldspieler an: „Das macht etwas mit dem FC Bayern. Ich sehe den BVB als Meister.“
Die Bayern, die einen Punkt Vorsprung und die bessere Tordifferenz haben, stehen im Samstagabendspiel des 33. Spieltags vor einer schweren Aufgabe gegen den Tabellendritten RB Leipzig (18.30 Uhr). Der BVB muss am Sonntag beim FC Augsburg ran (17.30 Uhr).
Hamann: RB für Bayern „richtig ungemütlich“
Hamann glaubt, „dass es für die Bayern richtig ungemütlich“ gegen Leipzig am Samstag wird. „Es wird Leipzig richtig beflügeln, dass sie zum einen nicht so sehr unter Druck stehen und zum anderen den Bayern die Meisterschaft vermiesen können.“
Die bisherige Amtszeit von Bayern-Trainer Thomas Tuchel sieht der Ex-Nationalspieler als „durchwachsen“ an.
„Das beste Spiel hat Bayern letzte Woche gegen Schalke 04 abgeliefert, als er endlich Thomas Müller hat spielen lassen“, schrieb Hamann: „Verwirrt haben mich ehrlich gesagt vor allem seine Aussagen. Erst schockverliebt, dann wieder ratlos und irritiert.“
„Wenn er nicht wenigstens Deutscher Meister wird, ist Tuchel in der Problemanalyse auch vorne mit dabei“, ergänzte der Experte. „Er hatte gute zwei Monate Zeit, ist kläglich aus zwei Pokalwettbewerben im Viertelfinale ausgeschieden und sollte doch wenigstens diesen einen sehr wichtigen Titel für den Verein einfahren.“
Tuchel? „In Problemanalyse auch vorne mit dabei“
Hart ins Gericht ging Hamann auch mit Bayerns Umgang mit Talenten: „In der Nachwuchsarbeit der Bayern muss auch endlich mal etwas geändert werden. Es kann nicht sein, dass man so einen Campus hinstellt und kein Star entwickelt wird. Auch wenn das bei Bayern schwer ist, so dümpeln die U-Mannschaften nur so vor sich hin und nichts geht voran.“
Hamann mit mildem Urteil zu Kahn
Auf unerwarteten Schmusekurs nach Kritik in den vergangenen Wochen ging Hamann dagegen mit Bayerns Vorstandsvorsitzendem: „Ich hoffe, dass Oliver Kahn die Chance bekommt, in der neuen Saison das geradezurücken, was in der jetzigen schlecht gelaufen ist.“
Man könne „ja nicht jedes Mal den Vorstandsvorsitzenden wechseln, wenn eine Saison mal nicht gut läuft. Jeder wusste, oder musste wissen, dass Oliver Kahn nicht der Typ Mensch ist, der hier morgens mit Butterhörnchen und Kaffee von Büro zu Büro rennt und dafür sorgt, dass es allen Mitarbeitern gut geht und sie einen kuscheligen Arbeitsplatz haben.“
Kahn sei „ein spezieller und eigener Typ, der nicht permanent kommunizieren möchte und von Streicheleinheit zu Streicheleinheit rennt.“
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)