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1. Bundesliga-Spieltag: Endet Bremens Horrorserie gegen Bayern? Schalke-Rekord wackelt

Endet Bremens Horrorserie?

Der FC Bayern trifft auf Werder Bremen – beide Klubs verkorksten den Pflichtspielauftakt vergangene Woche. Es wird sich zeigen, ob Tuchel die Fehler beim Meister bereits abstellen konnte. Zwischen Frankfurt und Darmstadt kommt es direkt zum feurigen Hessenderby. Die spannendsten Statistiken zum 1. Bundesliga-Spieltag.
Bayern-Trainer Thomas Tuchel will sich auch in diesem Jahr die Meisterschale sichern
Bayern-Trainer Thomas Tuchel will sich auch in diesem Jahr die Meisterschale sichern
© IMAGO/Sven Simon
Der FC Bayern trifft auf Werder Bremen – beide Klubs verkorksten den Pflichtspielauftakt vergangene Woche. Es wird sich zeigen, ob Tuchel die Fehler beim Meister bereits abstellen konnte. Zwischen Frankfurt und Darmstadt kommt es direkt zum feurigen Hessenderby. Die spannendsten Statistiken zum 1. Bundesliga-Spieltag.

Werder Bremen – Bayern München

Keine Bundesligapartie wurde häufiger ausgetragen, der Klassiker steigt zum 113. Mal.

Seit 27 Duellen haben die Bremer den Rekordmeister nicht geschlagen, es geschah zuletzt im September 2008 in München (5:2). Diese Horrorserie ist ebenso Bundesligarekord für eine Paarung wie die mittlerweile 13 aufeinanderfolgenden Heimniederlagen gegen Bayern. Den letzten Heimsieg feierten die Grün-Weißen am 21.Oktober 2006 (3:1).

Werders Hoffnungsfunke entzündet der Spielplan: Zweimal erst kamen die Bayern am 1. Spieltag nach Bremen, gewonnen haben sie nicht. 1982 gab es ein 0:1 durch das legendäre Einwurftor von Uwe Reinders, 1991 ein 1:1.

Zwei Bayern-Spielern winken Rekorde: Thomas Müller war in 24 Partien gegen Werder dabei (21-3-0) und ist damit der Spieler mit den meisten Einsätzen gegen einen Verein, gegen den er nie verlor. Joshua Kimmich gewann gar alle 13 Spiele gegen Werder, eine makellose Bilanz mit 14 Spielen wäre ebenfalls ein Novum.

Ihr Coach Thomas Tuchel gewann die letzten sieben Duelle gegen die Bremer und hat dort eine Siegquote von 75 % (6-0-2). Bundesligadebütant Harry Kane könnte interessieren, welcher Gästespieler in Bremen die meisten Tore erzielte: Es war sein Landsmann Anthony Woodcock vor 33 Jahren (vier Treffer beim 5:0 des 1. FC Köln). Zumindest ein gutes Omen für den neuen Superstar der Bundesliga und vielleicht ein Anreiz, gleich mal einen Rekord einzustellen?

Bayer Leverkusen – RB Leipzig

Im Duell zweier Titelaspiranten muss Bayer etwas für seine Bilanz gegen RB tun: Sie ist sehr negativ (3-4-7) und erst im siebten Anlauf gab es den ersten Heimsieg (2:0 im April). In diesem Duell fielen immer Tore.

Während Bayer aus der alten Saison eine Serie von fünf sieglosen Spielen mitschleppt, gewann RB die letzten fünf Saisonspiele. Bayer hat dreimal in Folge am 1. Spieltag nicht gewonnen.

Bisher galt: ein Spiel einer Mannschaft von Marco Rose gegen Leverkusen endet nie Unentschieden, die Bilanz des RB-Trainers: 3-0-5. RB-Nationalstürmer Timo Werner steht vor seinem 250. Bundesligaspiel, in den 16 Duellen gegen Bayer traf er nur viermal.

VfL Wolfsburg – 1. FC Heidenheim

Die Bundesligapremiere des 1. FC Heidenheim ist auch die Punktspielpremiere dieser Partie (Bundesligapaarung Nr. 941), die es nur im Pokal gab: Dreimal triumphierten die Wölfe, die seit 2017 (0:3 gegen Dortmund) am 1. Spieltag ungeschlagen sind.

Heidenheim kann eine bemerkenswerte Serie fortsetzen: Die letzten sieben absoluten Bundesliganeulinge verloren ihr erstes Auswärtsspiel nicht – seit dem 2:4 der Mainzer unter Jürgen Klopp anno 2004 in Stuttgart.

Dagegen spricht die Bilanz des VfL gegen Aufsteiger: nur vier Niederlagen in den letzten 25 Duellen.

TSG Hoffenheim – SC Freiburg

Von den letzten acht Duellen gewann die TSG nur eines, die Bilanz ist folglich negativ (6-11-9). In Sinsheim gab es nur nach drei Niederlagen im Vorjahr wenigstens mal wieder einen Punkt (0:0), aber auch zuhause schreibt man rote Zahlen (3-6-4).

Die Bilanz zwischen den Trainern lässt keine Trendwende erhoffen: Matarazzo verlor immer gegen Streich (6x) und somit auch gegen den SCF. Selbst der neue TSG-Mittelstürmer Wout Weghorst gewann (mit Wolfsburg) nur einmal gegen den SC (1-3-2), immerhin schoss er vier Tore.

Christian Streich überholt mit seinem 354. Bundesligaspiel auf der Bank den einstigen Bochumer „Feuerwehrmann“ Rolf Schafstall und klettert im ewigen Trainerranking auf Platz 18.

FC Augsburg – Borussia Mönchengladbach

In Mönchengladbach gab es die Paarung am letzten Spieltag, nun sieht man sich gleich wieder. Von den letzten fünf Duellen mit Borussia gewann der FCA drei, insgesamt ist die Bilanz ausgeglichen (8-8-8). In dieser Paarung gibt es einen eindeutigen Heimvorteil, nur drei von 24 gewann der jeweilige Gast – zuletzt die Borussia am 29.2. 2020 (3:2), es war ihr einziger Sieg in Augsburg.

Danach gab es dort wieder drei Niederlagen. Die Augsburger schossen zuhause immer ein Tor gegen Borussia, seit dem Aufstieg 2011. Sollte sich der Wind drehen und Borussia drei Zähler beim FCA entführen, könnte sie bei einer Stuttgarter Niederlage gegen Bochum den VfB in der ewigen Tabelle von Platz 4 verdrängen.

Dann würde auch die aus der alten Saison stammende Serie von acht sieglosen Auswärtsspielen, noch unter Daniel Farke, reißen. Nachfolger Gerardo Seoane jedenfalls weiß, wie es geht: Sein einziges Augsburg-Gastspiel endete mit einem 4:1-Sieg, mit Leverkusen.

VfB Stuttgart – VfL Bochum

Wenn sich der VfB zum Saisonstart einen Gegner wünschen konnte, dann den VfL Bochum. Da geht die Fehlstartgefahr statistisch gegen Null. Gegen ihn sind die Schwaben zwölf und zuhause 20 Bundesligaspiele ungeschlagen.

Als der VfL dort zuletzt gewann (4:2 am 29. 5. 1987), stand die Berliner Mauer noch. Noch ein schlechtes Vorzeichen für den VfL: letztmals startete er vor 21 Jahren siegreich in eine Bundesligasaison. In Stuttgart gab es in diesem Duell noch kein 0:0.

Geht der VfB in Führung, beginnt beim VfL wieder das Zittern: Keins der letzten 22 Spiele wurden nach Rückstand gewonnen, 20 gar verloren. Der nächste Elfmeter gegen den VfL Bochum ist Nummer 200 seiner Bundesligahistorie.

Borussia Dortmund – 1. FC Köln

Das Westduell der Gründungsmitglieder wird zum 95. Mal aufgelegt und wurde weit öfter vom BVB als von den Kölnern gewonnen (40-25-29). In Dortmund (27-13-7) gewann der BVB vier der letzten fünf Duelle, das 1:2 im November 2020 war die einzige Pleite aus den letzten 24 Duellen.

Im August traf man sich in Dortmund dreimal, immer gewann der BVB (3:0, 3:1 und 1:0). So können die Fans auf den Ausbau der Vereinsrekordserie (51 Heimspiele mit eigenen Treffern) und der Einstellung eines Bundesligarekords, den seit 1975 Erzrivale Schalke hält, hoffen: das 128. Bundesligaspiel in Folge, das nicht 0:0 endet, steht an!

Noch ein Schalker Rekord wackelt: Der Verlierer der Partie kommt auf 23 Niederlagen an einem 1. Spieltag, wie zuvor nur die Königsblauen.

Union Berlin – Mainz 05

Nach Berlin fährt Mainz nur ungern, nur im ersten von vier Gastspielen im Oberhaus gab es überhaupt einen Punkt (1:1 im Mai 2020) und 2002 verhinderte Union am letzten Zweitligaspieltag mit einem 3:1-Sieg den Mainzer Aufstieg.

In sieben Pflichtspielen in Köpenick gab es erst einen Sieg (2:0 im August 2002 in Liga 2) und wenn Champions-League-Teilnehmer Union seine Form aus dem Vorjahr in den Sommer gerettet hat, wird es so bleiben: Seit 23 Heimspielen sind die Berliner ungeschlagen (Vereinsrekord).

Wächst die Serie, würden sie Energie Cottbus in der ewigen Tabelle von Platz 34 verdrängen, dazu reicht ein Punkt.

Die Mainzer beendeten die alte Saison mit fünf sieglosen Spielen, der einzige Punkt daraus aber entschied die Meisterschaft (2:2 in Dortmund).

Eintracht Frankfurt – Darmstadt 98

Das Hessenderby schließt den Spieltag am Sonntag ab. Das zumindest könnte der Eintracht missfallen, sie gewann nur eins der letzten neun Spiele an diesem Tag.

Andere Fakten sprechen für sie: Gegen Darmstadt wurden in der Bundesliga alle vier Heimspiele und im Februar auch das Pokalspiel (4:2) gewonnen. Unentschieden gab es in diesem Duell nie (6-0-2) nie. Eintracht hat 2023 noch kein Heimspiel in der Bundesliga verloren, zuletzt jubelte am 29.Oktober 2022 Borussia Dortmund dort.

Dieses Kaliber hat Aufsteiger Darmstadt nicht. Die Lilien, zuletzt 2016/17 im Oberhaus, gehen in ihre fünfte Bundesligasaison und würden auswärts gerne mal wieder zu null spielen – 23-mal in Folge misslang das in den Spielzeiten 2015-17.

Ihr Trainer Torsten Lieberknecht träumt noch vom ersten Punkt gegen die Eintracht, den es für ihn in fünf Pflichtspielen nie gab.