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Eintracht Frankfurt: Die große Gefahr des gewaltigen Umbruchs!

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Eintracht Frankfurt: Die große Gefahr des gewaltigen Umbruchs!

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So gewaltig ist der Eintracht-Umbruch

16 Monate liegt der Europa-League-Triumph von Eintracht Frankfurt zurück. Wenn die Conference League startet, ist das Gesicht der Mannschaft ein komplett anderes.
Beim Spiel zwischen Bochum und Eintracht Frankfurt gab es einmal mehr Verwirrung um den VAR und eine Elfmeterentscheidung. Auch in der Partie zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen hatte es laut Thomas Müller einen "soften Elfmeter" gegeben.
cmichel
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Der Weg von Eintracht Frankfurt ist auf ständige Umbrüche ausgelegt. Die Hessen wollen junge Spieler vergleichsweise günstig holen, ihnen zu den nächsten Schritten verhelfen, Erfolge feiern - und die dann vom Talent zum Star gereiften Spieler für viel Geld verkaufen.

Die Abgänge von Randal Kolo Muani und Jesper Lindström sind Musterbeispiele für diese Philosophie. Sie kamen für insgesamt rund zehn Millionen Euro an den Main und gingen im Paket für etwa 130 Millionen Euro nach Paris und Napoli.

Eintracht-Umbruch verläuft sehr rasant

Doch so sehr Finanzvorstand Oliver Frankenbach auch jubeln mag: Die Rasanz, mit der diese Umbrüche bei der Eintracht passieren, haben eine für Fans kaum noch greifbare Dynamik. Die Anhänger wissen heute nicht mehr, ob der Spielername auf dem gekauften Trikot auch morgen oder übermorgen noch aktuell ist.

Durch die Erfolge der jüngeren Vergangenheit schauen regelmäßig Scouts aus Madrid, Paris, München oder Manchester vorbei. Die Marktwerte der Profis steigen schnell an, die rasch wachsende Eintracht kann bei diesem Tempo nicht immer mithalten. Vom Kader, der am 18. Mai 2022 für den historischen Triumph in der Europa League sorgte, sind nur noch neun Spieler da.

Noch krasser ist der Blick auf die Startelf und die Elfmeterschützen. Kevin Trapp, Tuta, Sebastian Rode und Ansgar Knauff spielen noch für die Hessen, die später eingewechselten Jens Petter Hauge, Kristijan Jakic und Makoto Hasebe tragen ebenfalls noch das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Von 16 Akteuren, die den schottischen Vertreter Glasgow Rangers bezwungen haben, stehen somit nur noch sieben auf der Payroll der Eintracht.

Alle Europa-League-Elfmeterschützen sind inzwischen weg

Die fünf erfolgreichen Elfmeterschützen Christopher Lenz, Ajdin Hrustic, Daichi Kamada, Filip Kostic und Rafael Borré - diese Europa-League-Helden sind inzwischen allesamt nicht mehr da. Die Wege haben sich innerhalb von drei Transferperioden getrennt, die heutige Eintracht-Mannschaft hat nichts mehr mit der von vor 16 Monaten zu tun.

Das Team, das am Donnerstagabend (ab 18.45 Uhr im LIVETICKER) gegen den FC Aberdeen erstmals in der Vereinshistorie um Punkte in der Conference League kämpft, hat ein komplett neues Gesicht erhalten.

Mit Blick auf den Altersdurchschnitt des Teams wird das deutlich sichtbar. 26,52 Jahre lautete in der Gluthitze von Sevilla gegen die Rangers das Durchschnittsalter der Mannschaft auf dem Platz. Am letzten Bundesliga-Spieltag beim VfL Bochum war das Eintracht-Team hingegen beinahe schon eine „Rasselbande“. Keine andere Bundesliga-Truppe konnte den Schnitt von 24,95 Jahren unterbieten.

Bundesliga: Eintracht stellte die jüngste Mannschaft

Mit Hugo Larsson (19), Jessic Ngankam (23), Junior Dina Ebimbe (22), Willian Pacho (21), Farés Chaibi (20), Paxten Aaronson (20), Hrvoje Smolcic (22) und Niels Nkounkou (22) standen im Samstagabendspiel im stimmungsvollen Ruhrstadion bei Abpfiff acht Spieler auf dem Feld, die nicht älter als 23 Jahre waren.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt mit Blick auf die Schnelligkeit der Umbrüche: Sieben der elf Spieler, die in Bochum um Punkte kämpften, standen selbst im Pokalfinale gegen RB Leipzig (0:2) vor drei Monaten nicht in der Startelf, sechs davon sind Neuzugänge. Eine Achse ist innerhalb von einem Jahr weggebrochen. Kamada, Lindström, Djibril Sow, Evan N‘Dicka und Kolo Muani waren Leistungsträger, im vorherigen Sommer gingen bereits Kostic und Martin Hinteregger.

Trapp, der seit 2018 wieder zwischen den Pfosten steht bei den Frankfurtern, gab bei Sky zu: „Es ist viel passiert. Ich habe gelesen, wir haben 16 neue Spieler und einige Abgänge. Das ist schon enorm, das ist nicht ohne.“ Addiert man alle Transferbewegungen, auch die für die zweite Mannschaft und die Leihen, die zu Kaufverpflichtungen wurden, zusammen, gab es innerhalb von drei Monaten rund 38 (!) Stück.

Krösche sieht Umbrüche als „normalen Prozess“

Zudem steht mit Dino Toppmöller statt Oliver Glasner auch ein neuer Trainer am Seitenrand. Etwas Geduld ist deshalb nötig, die Eintracht-Verantwortlichen geben dem neuen Projekt Zeit.

Sportvorstand Markus Krösche jedenfalls ist felsenfest überzeugt von dieser Marschroute. Der 42-Jährige sieht Umbrüche als Chance und nicht als Gefahr.

Krösche jedenfalls war schon Ende Januar im STAHLWERK Doppelpass bei SPORT1 bei diesem zentralen Thema tiefenentspannt: „Ich weiß, dass es immer wieder Panik gibt, wenn uns Spieler verlassen. Aber das ist ein normaler Prozess. Ich sehe das daher gelassen.“ Der Erfolg der vergangenen Jahre gibt ihm jedenfalls recht.