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Bundesliga: Ist Wirtz schon weiter als Musiala? Leverkusen-Star brilliert vor Duell mit FC Bayern

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Bundesliga: Ist Wirtz schon weiter als Musiala? Leverkusen-Star brilliert vor Duell mit FC Bayern

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Ist Wirtz schon weiter als Musiala?

Einzelne Akteure aus Leverkusens Erfolgsteam hervorzuheben, fällt schwer. Florian Wirtz nicht als den absoluten Schlüsselspieler der Werkself zu bezeichnen, allerdings auch.
Tor des Jahres und Dreh- und Angelpunkt in Leverkusen: Vor dem Spitzenspiel gegen die Bayern hat Florian Wirtz die Nase vorn im Duell der Shootingstars mit Jamal Musiala.
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Florian Wirtz ist immer noch jung. Und zwar so jung, dass er gar nicht mitbekommen hat, was Bayer Leverkusen im Jahr 2002 widerfahren ist und den ewigen Ruf als „Vizekusen“ beschert hat. Diese in der Bundesliga längst gängige und weit verbreitete Floskel hat sich der 20-Jährige erst erklären lassen müssen.

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Damals, und das ist eine auffallende Parallele zur laufenden Saison, fabrizierte die Werkself einen wunderbaren Fußball. Vielleicht sogar den schönsten zu dieser Zeit. Umso enttäuschender war es, dass sich das Team für eine herausragende Saison nicht belohnen konnte. Vizemeisterschaft, Endspiel im DFB-Pokal verloren und dann auch noch im Champions-League-Finale den Kürzeren gezogen - jedes Mal stand Leverkusen nur dicht davor. Doch diesmal soll alles anders werden.

Argumente, die dafür sprechen, sind mittlerweile genügend zu finden, über so viele Stärken profiliert sich die Werkself in diesen Monaten: Siegermentalität, Gelassenheit, das Selbstvertrauen der gefühlten Unbesiegbarkeit und eine unglaubliche Menge an Spielern, welche die benötigte Mentalität verkörpern. Allen voran Wirtz, der Mann für Außergewöhnliches. Seit einer ganzen Weile hat sich der 20-Jährige von den letzten Nachwirkungen seines Kreuzbandrisses befreit.

Wirtz ist Bayers Spielbeschleuniger

Dass die Rheinländer gerade von Sieg zu Sieg eilen, liegt nicht zuletzt an den beeindruckenden Vorstellungen von Wirtz. Beinahe jedes Wochenende gilt: Leverkusen spielt seine Gegner müde, zermürbt sie mit schier endlos wirkenden Passfolgen, bis diese schlichtweg nicht mehr folgen können. Bei großen Mannschaften ist das ein gängiges Prinzip - wobei großen Spielern eine besondere Bedeutung zukommt.

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Bei Bayer fällt Wirtz diese spezielle Rolle zu. Der deutsche Nationalspieler fungiert als Beschleuniger des Offensivspiels, ist zwar durchaus torgefährlich, hat seine wichtigsten Aufgaben aber in der Tiefe zu erfüllen. Dort nutzt er eine clevere Positionierung, ein fast immer richtiges Timing und schnelle Dribblings, um Abwehrreihen des Gegners regelmäßig ins völlige Wanken zu bringen, obwohl diese nur Sekunden vorher noch gut geordnet erscheinen.

Das hilft primär, wenn Spiele auf Messers Schneide stehen und Leverkusen ständig gegen dicht gestaffelte Abwehrbollwerke anrennen muss. Wirtz‘ großartige Technik, die ihm auf engstem Raum Platz verschafft und Angriffen blitzartig Tempo verleihen kann, sind da ausschlaggebend. Zuletzt gesehen in Darmstadt (2:0) und beim Pokal-Krimi gegen Stuttgart (3:2), als Wirtz insgesamt vier Tore initiierte. Xabi Alonso erklärte schon Anfang 2023: „Mit Flo sind wir eine bessere Mannschaft – und ich auch ein besserer Trainer.“

Alonso bezeichnet Wirtz als Genie

Darüber hinaus fällt auf, dass sich Wirtz, der von Alonso als Genie betitelt wurde, nicht nur technisch noch weiterentwickelt hat. „Er ist im Zweikampf stabiler geworden, reifer in seiner Spielweise, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen: Er wägt besser ab, zwischen risikoreich zu spielen und der Mannschaft den Rhythmus zu geben“, erkannte Bayers Geschäftsführer Simon Rolfes kürzlich. Weil ihm das gar herausragend gelingt, winkt Leverkusen nun tatsächlich die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Schon ein kurzer Blick auf den Stand der Dinge verrät: Die Rheinländer sind nach wie vor ungeschlagener Tabellenführer, absolvieren eine Rekordsaison - und liegen zwei Punkte vor dem hartnäckigen FC Bayern. Am Samstag treffen die beiden Titelanwärter im direkten Duell aufeinander. Wieder wird Wirtz dabei im Fokus stehen, der dort auch dem zweiten Juwel im deutschen Fußball begegnet: Jamal Musiala. Es kursieren Gerüchte, dass beide eines Tages zusammen im Trikot des Rekordmeisters kicken werden, derzeit sind das aber nur Nebengeräusche.

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Immerhin stehen richtungsweisende Punkte im Meisterkampf auf dem Spiel, eine riesige Bühne für die beiden Youngster. Wirtz, in Leverkusen eben ein absoluter Fixpunkt, der immer anspielbare Lenker, hat da eine vielleicht noch zentralere Rolle. Absolviert Musiala in München eine für seine Verhältnisse doch eher unauffällige Saison. Dazu haben den gebürtigen Stuttgarter auch einige Blessuren ausgebremst. So scheint, zumindest auf Klubebene, Wirtz gerade einen halben Schritt weiter zu sein.

„Diskussion um Jamal und Flo seltsam“

Wo die größten Hoffnungsträger des deutschen Fußballs trotzdem schonmal testen können, ob sie auch gemeinsam harmonieren und ihr volles Potenzial ausschöpfen können, ist im Kreis der Nationalmannschaft. Allerdings fragen sich so manche Fans und Beobachter wenige Monate vor Beginn der Heim-EM: Gibt es überhaupt ein System, das auf beide zugeschnitten ist oder ist nur Platz für einen?

Bundestrainer Julian Nagelsmann versuchte, derartige Debatten schon auf der Amerika-Tour im Oktober abzublocken. „Ich fand die Diskussion um Jamal und Flo immer seltsam, denn es wäre die einzige Mannschaft der Welt, in der zwei herausragende Fußballer nicht zusammenspielen könnten“, betonte der 36-Jährige nachdrücklich. Waren Musiala und Wirtz unter Hansi Flick nur einmal gemeinsam auf dem Platz, stellte Nagelsmann das hoch veranlagte Duo in den Spielen gegen die USA (3:1) und Mexiko (2:2) prompt als gemeinsame Zehner auf.

Florian Wirtz gilt als eines der größten deutschen Talente. Bundestrainer Julian Nagelsmann lobt den Youngster, hat aber auch noch ein paar Verbesserungswünsche.
01:45
Julian Nagelsmann lobt Florian Wirtz, ABER "er darf noch etwas frecher werden"

Doch während Musiala im DFB-Dress immer wieder aufblüht, kann Wirtz dort noch nicht die entscheidenden Akzente setzen. Ob Nagelsmann eine schnelle Lösung für das eigentlich simpel klingende Problem findet, dürfte dann nicht nur für das fußballinteressierte Land von hohem Stellenwert sein, sondern auch die Bayern genauesten beobachten. Lothar Matthäus präsentierte nun einen möglichen Ansatz - zumindest, was den Verein angeht.

Wirtz? „Wechsel zu Bayern wäre eine Möglichkeit“

„Ein Wechsel zu Bayern wäre für Wirtz eine Möglichkeit. Wenn er dort etwas mehr über die halblinke, linke Seite kommen würde. Dazu Jamal zentral und Sané rechts. Das wäre eine Offensive, die an Genialität und Geschwindigkeit weltweit ihresgleichen sucht“, sagte Matthäus bei der Sport Bild. Gedankengänge wie diese sind allerdings noch reine Zukunftsmusik, denn Wirtz‘ Absprache mit Leverkusen steht. Der junge Leistungsträger hat einen Vertrag bis 2027 und soll mindestens bis 2025 bleiben.

Und schon am Samstag will Wirtz die nächste Aufgabe seines Reifeprozesses bewältigen, mit seinen geschickten Aktionen dabei helfen, die Bayern auf Distanz zu halten. Schließlich hat Musiala dem Leverkusener eines voraus: Den Nachweis, ein Mann für ganz große Momente zu sein. Als die Bayern am finalen Spieltag der dramatischen Vorsaison den Titel zu verspielen drohten, entschied er beim Stand von 1:1 in Köln die Partie - nur vier Minuten nach seiner Einwechslung.