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"Erinnert mich an Klopp oder Guardiola": Reschke schwärmt von Alonso vor Duell Leverkusen vs. Bayern

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"Erinnert mich an Klopp oder Guardiola": Reschke schwärmt von Alonso vor Duell Leverkusen vs. Bayern

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Insider verrät Alonso-Details

Michael Reschke hat Xabi Alonso beim FC Bayern hautnah erlebt und verrät, wie der Trainer von Leverkusen tickt. Für Alonsos Zukunft prophezeit Reschke Großes und zieht Vergleiche mit Klopp und Co.
Auf die Frage, ob die Eltern des Leverkusen-Trainers beim Spiel gegen den FC Bayern zusehen werden, gibt Xabi Alonso eine kuriose Antwort und sorgt für einen Lacher.
Stefan Kumberger
Stefan Kumberger
Benjamin Bauer
Benjamin Bauer

Michael Reschke ist ein absoluter Fußballfachmann. Als Nachwuchstrainer und Manager bei Bayer Leverkusen und Technischer Direktor beim FC Bayern München haben viele Spieler und Trainer seine Wege gekreuzt. Doch wohl wenige haben so einen bleibenden Eindruck bei Reschke hinterlassen wie Xabi Alonso, der wie Reschke von 2014 bis 2017 beim FC Bayern war.

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Im Gespräch mit SPORT1 gerät der 66-Jährige vor dem Topspiel zwischen Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München als Tabellenzweiten (Samstag, ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) ins Schwärmen über Alonso. Reschke sieht ihn langfristig auf der Trainerbank bei den europäischen Spitzenklubs und stellt ihn auf eine Stufe mit den Größen des Trainergeschäfts.

„Xabi bringt eine außergewöhnliche Kombination an Fähigkeiten mit, die mich an Jürgen Klopp oder Pep Guardiola erinnert. Er besitzt herausragende fußballerische Fachkompetenz und elektrisiert mit seinen Ansprachen die Mannschaft. Hinzu kommen seine enorme soziale Intelligenz und seine Empathie“, lobt Reschke Alonso.

Michael Reschke war von 2014 bis 2017 Technischer Direktor beim FC Bayern
Michael Reschke war von 2014 bis 2017 Technischer Direktor beim FC Bayern

Dabei ist die Entwicklung des 42 Jahre alten Spaniers für Reschke keine Überraschung: „Wenn ich mir bei irgendeinem Spieler sicher war, dass er mal eine große Trainerkarriere hinlegen würde, war es Xabi Alonso. Schon als Spieler hatte er diese Qualitäten und diese Ausstrahlung, die dafür nötig ist. Er tauchte schon damals tief ins Spiel ein.“

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Reschke gab außerdem einen Einblick in die Zeit, als beide gemeinsam bei den Bayern waren. „Ich hatte in der Zeit viele Gespräche mit ihm. Wir sind miteinander Essen gegangen und hatten regen Austausch. Er war immer ein sehr wichtiger Ansprechpartner. Diesen Respekt, den er bei Pep genossen hat, bekommt man nur, wenn man ein besonderer Spieler, ein besonderer Mensch ist. Dass er ein großer Trainer werden würde, war vollkommen klar. Wir waren uns da alle einig.“

FCB im Lebenslauf

Von 2014 bis 2017 lief Alonso für den Rekordmeister in 117 Spielen auf, während Reschke im gleichen Zeitraum als Technischer Direktor des FCB den Mittelfeldstrategen begleitete. Reschke erinnert sich: „Sein Standing in der Mannschaft damals war extrem hoch. Das fußte auf seiner Art zu spielen. Er war gerade erst verpflichtet worden und lief gleich einen Tag später mit einer Selbstverständlichkeit beim ersten Spiel in Gelsenkirchen auf. In Köln hat er dann damals gleich einen Pass-Rekord gebrochen. Mit einer Natürlichkeit hat er die Führungsrolle eingenommen. Und das ohne große Gestik, Theatralik oder Rumgeschrei. Seine Präsenz war von Anfang an enorm und deswegen war er auch gleich ein respektierter Teil der Mannschaft. Er hatte direkt eine besondere Position inne.“

Gestik, Theatralik, Rumgeschrei sind nicht nur dem Spieler Alonso fremd gewesen, auch als Trainer haben Show und Mätzchen wenig Platz, wie Reschke feststellt. „Man sieht es ja während der Spiele: Er kontrolliert sich selbst und versucht, sich voll auf die Analyse des Spiels und eventuell notwendige taktische Maßnahmen zu fokussieren. Wie sehr es aber in ihm brodelt, wird deutlich, wenn er dann emotionsgeladen jubelt. Das ist einfach herrlich und voller Lebensfreude.“

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Alonso hinterfragt sich

Trotz des momentanen Erfolgs von Alonso sieht Reschke nicht die Gefahr, dass der 42-Jährige abhebt und sich auf den Lorbeeren aufruht. „Er trägt keine Selbstzweifel in sich, aber er hinterfragt sich selbst immer. Er ist einfach geerdet. Man kann ja von sich selbst überzeugt sein und trotzdem immer wieder hinterfragen, ob man selbst alles richtig macht. Das tut Xabi. Wo kann ich mich verbessern? Wo ist noch Luft nach oben? Diese Fragen stellt er sich immer wieder.“

Das sei extrem wichtig, wenn man auf der höchsten Ebene schwimme und noch stärker werden wolle. „Es wäre fahrlässig, wenn er jetzt zum Beginn seiner Karriere anders wäre. Er lässt sich vom Erfolg nicht komplett verführen. Ich finde das außergewöhnlich.“

„Liebe ist ein großes Wort“

Außergewöhnlich ist laut Reschke auch die Persönlichkeit des 114-maligen spanischen Nationalspielers. „Ich weiß aus Leverkusen, dass er mit allen Beteiligten respektvoll und gut umgeht. Liebe ist ein großes Wort, aber er wird dort verehrt wie kein Zweiter. Und das nicht wegen der sportlichen Erfolge, sondern aufgrund seiner Persönlichkeit. Für mich sind im Moment Pep Guardiola und Jürgen Klopp die größten Trainer, dazu kommt Carlo Ancelotti – trotzdem habe ich den Vergleich bewusst gewählt. Xabi bringt vieles mit. Von Klopp die Dynamik, die strategischen Fähigkeiten von Guardiola und von Ancelotti die soziale Kompetenz.“

Doch nicht nur Reschke ist begeistert von Alonsos zwischenmenschlichen und fachlichen Fähigkeiten, auch Dr. Karl-Heinz Dittmar schwärmt vom ehemaligen Welt- und Europameister. „Ich habe noch nie einen Trainer erlebt, der eine solche Entwicklung innerhalb kürzester Zeit gemacht hat. Vom unerfahrenen Trainer bei einem Topverein zu einem souveränen Toptrainer.“

Dies sei möglich durch Alonsos verständnisvolle, respektvolle Art gepaart mit herausragendem Fußballsachverstand. „Ein Teamplayer und Motivator nicht nur für das Team, sondern auch für das gesamte Umfeld. Erfahrene Spieler und der Staff sind bereit, von ihm zu lernen“, erklärt Dittmar, seit 20 Jahren Vereinsarzt bei Bayer 04.

Vor der Partie gegen den FC Bayern München wird Leverkusen-Trainer Xabi Alonso über seine Beziehung zu Mittelfeldakteur Granit Xhaka befragt.
01:14
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Klopp, Guardiola, Ancelotti. Für Reschke hat Alonso von all diesen aktiven Star-Trainern ein Stück. Doch bei welchen Klubs sieht Reschke Alonso künftig?

„Ich bin überzeugt, dass er eines Tages beim FC Bayern, dem FC Liverpool oder Real Madrid als Trainer arbeiten wird. Dass er jetzt schon so hoch gehandelt wird, ist auch den Leverkusenern um Simon Rolfes, Fernando Carro und auch Rudi Völler zu verdanken. Sie haben Xabi das Vertrauen geschenkt. Er war auf dem Trainermarkt verfügbar und Bayer 04 hatte den Mut, das durchzuziehen“, erklärt Reschke über Alonso, der eben für jene Klubs auch aktiv war.

Alonso muss nicht wechseln

Doch an einen baldigen Abschied von Bayer glaubt Reschke nicht: „Wer sagt denn, dass Xabi im Sommer gehen will? Er ist bei einem tollen Klub mit tollen Mitarbeitern und hat Erfolg. Es ist nicht zwangsläufig so, dass er wechseln muss.“

Als Spieler ging Alonso stets voran. Im 695 Spielen zog er im Mittelfeld die Fäden, führte seine Teams an. Für Reschke ist Alonso der „geborene Leader“. „Er weiß aber auch starke Experten an seiner Seite, denen er vertrauen kann und die ihn noch stärker machen. Bayer 04 ist halt in vielen Bereich top aufgestellt“, bilanziert Reschke, der von 2004 bis 2014 Manager bei der Werkself war.

Mit einem Erfolg gegen die Bayern am Samstag dürfte die Aktie Alonso weiter an Wert gewinnen.