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BVB: Droht dem Überflieger die Bruchlandung?

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BVB: Droht dem Überflieger die Bruchlandung?

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BVB-Star droht harte Konkurrenz

Niclas Füllkrug steht mit Borussia Dortmund im Finale der Champions League und ist für die Heim-EM nominiert. Gerade im Verein ist er gesetzt und übertrifft die Erwartungen. Die Kaderplanung des BVB könnte sein Alleinstellungsmerkmal aber schon bald in Gefahr bringen.
Niclas Füllkrug von Borussia Dortmund freut sich über die Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft und ist auch ein Fan von der Art und Weise der Bekanntgabe.
Manfred Sedlbauer
Manfred Sedlbauer

Champions-League-Finale, Heim-EM. Niclas Füllkrug steht vor den Wochen seines Fußballer-Lebens. „Es kommen jetzt zwei Monate, die eigentlich karrieretechnisch nicht mehr zu toppen sein werden“, meinte der 31-Jährige nach der Trainingseinheit in Dortmund-Brackel stolz und weiter: „Ich weiß, dass es Weltklasse-Spieler gibt und gab, die nie ein Champions-League-Finale spielen durften. Eine Heim-EM – dass die zeitlich genau in meine Karriere fällt. Das ist ein Segen. Da bin ich sehr dankbar für, dass ich in dieser Zeit auch so performe, dass ich für die Nationalmannschaft wichtig bin. Das macht mich stolz und glücklich.“

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BVB-Überflieger Füllkrug überzeugt konkurrenzlos

Mehr als das geht wohl kaum. Vor allem unter Berücksichtigung von Füllkrugs Werdegang. Noch vor zwei Jahren spielte er in der 2. Liga, hat bereits zwei Auf- als auch einen Abstieg (18/19 mit Hannover 96) mitgemacht.

Nach einer überragenden Bundesliga-Saison 22/23, in der er auch erstmals für die Nationalmannschaft berufen wurde, wechselte Füllkrug im Sommer kurzfristig nach Dortmund und war von Beginn an eine feste Größe im Team von Trainer Edin Terzic. Seit dem fünften Spieltag stand er in jedem Spiel in der Startelf – sofern er fit war und nicht, wie am vergangenen Wochenende, geschont wurde.

Das liegt aber auch daran, dass er weitestgehend konkurrenzlos ist. Denn weder Sébastien Haller noch Youssoufa Moukoko stellten ernsthafte Alternativen dar.

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Nicht mal dann, als Füllkrug zu Beginn des Jahres Ladehemmung hatte und wettbewerbsübergreifend neun Spiele (!) ohne eigenen Torerfolg blieb.

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Mit zwölf Treffern und acht Assists ist er der beste Torschütze und Scorer der Dortmunder. Im Sturm führt an ihm kein Weg vorbei. Doch an dieser Situation könnte sich schon bald etwas ändern.

Niclas Füllkrug jubelt über den Einzug ins Champions-League-Finale
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BVB macht bei Stuttgart-Star Guirassy ernst

Trotz aller Freude über den Füllkrug-Effekt ist klar, dass der BVB im Sturm nachrüsten möchte. Ganz oben auf der Liste steht dabei Serhou Guirassy vom VfB Stuttgart, an dem einige Top-Klubs baggern. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der BVB bereits Gespräche führt und den 28-Jährigen gerne ins Ruhrgebiet locken würde. Die Anzeichen auf einen Wechsel verdichten sich nach SPORT1-Informationen.

Verlockend bei dem Deal ist vor allem die verhältnismäßig geringe Ausstiegsklausel (knapp 20 Millionen Euro) seines bis 2026 datierten Vertrags. Mit Blick auf seinen Marktwert (40 Millionen Euro) ein echtes Schnäppchen!

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Aber auch für Guirassy würde sich das Abenteuer Borussia Dortmund lohnen, vor allem finanziell: Beim VfB Stuttgart verdient der guineische Nationalspieler aktuell rund 4,5 Millionen Euro. Beim BVB winkt ihm wohl in etwa das Doppelte.

BVB-Kaderplaner Mislintat mit gutem Draht zu Guirassy

Mit dem VfB Stuttgart spielt Guirassy eine Fabel-Saison. Auf seiner Visitenkarte stehen 28 Tore und drei Vorlagen in 29 Spielen – ein Spitzenwert.

Erstmals wechselte der 28-Jährige 2016 in die Bundesliga, damals zum 1. FC Köln. Nach drei Jahren im Rheinland schloss er sich dem französischen Klub Stade Rennes an. Dort gelang ihm endgültig der Durchbruch. Mit seinen Leistungen zog er die Blicke zahlreicher Interessenten, auch die des VfB, genauer gesagt des damaligen Stuttgarter Sportdirektors Sven Mislintat auf sich. Nach einer einjährigen Leihe verpflichteten die Schwaben ihn vor der Saison fest (neun Millionen Euro).

Trotz Königsklasse wird es für VfB-Coach Sebastian Hoeneß und Co. schwer werden, ihren Top-Torjäger von einem Verbleib zu überzeugen. Dass er noch ein weiteres Jahr in Stuttgart dranhängt, scheint unwahrscheinlich zu sein.

Damals wie heute könnte also wieder Mislintat, seit Mai technischer Direktor des BVB mit Schwerpunkt „Kaderplanung“, der entscheidende Faktor bei Guirassy sein. Der Kontakt ist da, die Verbindung ist gut.

Und selbst wenn es am Ende wider Erwarten nicht Guirassy werden sollte, werden die BVB-Verantwortlichen einen Stürmer mit ähnlichem Kaliber verpflichten. Nach dem Rekordjahr inklusive Königsklasse-Finale ist auf jeden Fall Geld in der schwarz-gelben Kasse.

Trotzt Füllkrug der zukünftigen Konkurrenz?

Das System von Edin Terzic ist auf eine Sturmspitze angelegt. Der BVB-Coach bevorzugt das Spielsystem 4-2-3-1 mit einem klassischen Wandspieler in der Spitze. Füllkrug erfüllt, genauso wie Guirassy, genau dieses Anforderungsprofil.

Der deutsche Nationalstürmer hat in dieser Spielzeit die Erwartungen zweifelsohne übertroffen und ist eine feste Größe in der Dortmunder Mannschaft. Bei entsprechender Konkurrenz könnte sich das aber schon nach der Heim-EM ändern.

Doch Füllkrug ist auch ein Typ, der auf seine eigenen Qualitäten vertraut, Widrigkeiten trotzt und damit – das zeigt seine jüngste Karriere – Erfolg hat.

Drohende Konkurrenz hin oder her, Füllkrug wird die nächsten Wochen, die besten seines Fußballer-Lebens, auch so in vollsten Zügen genießen.