Der frühere Bayern-Boss Michael Reschke hat sich regelrecht geschockt vom Auftritt des Rekordmeisters im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen (0:0) gezeigt.
Reschke geschockt von Bayern: "Wie Sparringspartner, der nur Kopf vor Schlägen schützt"
Reschke geschockt von Bayern
Reschke verglich die Münchner mit einem unterlegenen Boxer. „Sie waren in diesem Spiel wie ein Sparringspartner, der nur den Kopf vor gegnerischen Schlägen schützt, ohne ansatzweise zurückzuschlagen“, bilanzierte er bei ran.
Leverkusen mit „Spiel für die Geschichtsbücher“
Das Gipfeltreffen der Bundesliga hatte defensive und historisch harmlose Bayern gezeigt. „Es war am Ende gar nicht mehr die Überzeugung da, überhaupt noch hinten rauszukommen“, analysierte Reschke, der beim FC Bayern als Technischer Direktor und bei der Werkself als Manager tätig war.
Angesichts der schwachen Vorstellung stellt sich die Frage, wie Bayern mit diesem tristen Remis umgeht. Der 67-Jährige sieht zumindest keine nachhaltige Verunsicherung, weil sich das Team in dieser Saison bereits mehrfach auf hohem Niveau anders präsentiert habe. Dennoch: Die Formkurve zeigt nach unten, während Leverkusen weiter beeindruckt. „Gewinner ist natürlich vor allem Bayer Leverkusen, das ein Spiel für die Geschichtsbücher abgeliefert hat“, stellte Reschke fest.
Wirtz „wie von einem anderen Planeten“
Einer, der die Partie besonders prägte, war Florian Wirtz. Reschke geriet bei ihm regelrecht ins Schwärmen: „Florian Wirtz ist eiskalt. Ich wäre gern mal ein Spiel in seinem Kopf drin, um nachzuvollziehen, welche Lösungsmöglichkeiten und Optionen er findet und wie er sie umsetzt. Der spielt ja teilweise Fußball wie von einem anderen Planeten.“
Trotz des Hypes um Wirtz glaubt Reschke nicht an einen baldigen Wechsel: „Seine Situation hat sich durch das Spiel nicht verändert. Er steht ohnehin schon bei vielen internationalen Topklubs ganz oben auf der Liste – höher geht es nicht mehr. Trotzdem: Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Florian Wirtz mindestens noch in der kommenden Saison für Bayer Leverkusen spielt.“
Wiedersehen in der Champions League?
Die Münchner könnten mit einem Sieg in der Königsklasse wieder Selbstvertrauen tanken, denn für sie geht es am Dienstag mit dem Playoff-Rückspiel in der Champions League gegen Celtic Glasgow weiter (ab 21.00 Uhr im LIVETICKER).
Besonders brisant: In der Champions League könnte es im Achtelfinale erneut zu einem Duell zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen kommen.
„Wenn es so kommen sollte, wird es extrem brisant werden“, meinte Reschke: „Das wird eine Richtschnur, wer die Nummer eins in Deutschland ist. Als objektiver Fußball-Fan kann man sich darauf freuen, als Fan und Verantwortlicher von Bayern München hätte ich da nach dem Spiel vom Samstag eine gewisse Nervosität. Sie wären in jedem Fall nicht Favorit.“