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BVB: Wann haut Watzke auf den Tisch?

Wann haut Watzke auf den Tisch?

Der BVB wirkt in der sportlichen Krise verzweifelt. Die Klubführung gerät unter Druck. Auch Hans-Joachim Watzke hätte sich das wohl anders vorgestellt. Muss der scheidende BVB-Boss nun ein Machtwort sprechen?
Nach der Niederlage in Bochum droht Borussia Dortmund, das internationale Geschäft zu verpassen. Die Dopa-Runde lässt kein gutes Haar am BVB.
Der BVB wirkt in der sportlichen Krise verzweifelt. Die Klubführung gerät unter Druck. Auch Hans-Joachim Watzke hätte sich das wohl anders vorgestellt. Muss der scheidende BVB-Boss nun ein Machtwort sprechen?

Woche für Woche versuchen Spieler und Verantwortliche des BVB, Erklärungen zu finden. Anders am Samstag nach der 0:2-Derbypleite beim VfL Bochum: keine Durchhalteparolen mehr, komplettes Schweigen.

Es wirkt so, als wären die Dortmunder mit ihrem Latein am Ende. Der Druck auf Spieler und Vereinsverantwortliche wächst.

Nicht nur BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte sich die Übergangsphase sicher deutlich leichter vorgestellt. Muss der 65-Jährige gerade deshalb auf den Tisch hauen? Darüber diskutieren BVB-Reporter Oliver Müller und SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in einer neuen Folge des SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“.

Machtwort vom BVB-Boss?

„Für mich sind die Dortmunder in einem so starken Abwärtsstrudel, dass mir die Fantasie fehlt, dass sie da einfach so wieder rauskommen“, meint SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer und schlägt vor: „Vielleicht muss Watzke nochmal seine Nachfolgeregelung anpassen und auf den Tisch hauen.“

BVB-Reporter Oliver Müller ist sich sicher: „Watzke wird Überlegungen anstellen, das zu korrigieren. Watzke dachte, der BVB wäre in einem ruhigeren Fahrwasser. Doch die Führungsarbeit ist derzeit unbefriedigend.“

Watzkes eigentlicher Plan: Sich Ende des Jahres aus der Geschäftsführung zurückzuziehen. Die sportliche Gesamtverantwortung hatte er bereits im Juni an seinen Nachfolger Lars Ricken übergeben. Der Ex-BVB-Spieler ist seitdem mit Sportdirektor Sebastian Kehl die neue sportliche Achse in Dortmund.

BVB-Boss Watzke hält sich im Hintergrund

Seit seinem angekündigten Rückzug hält sich Watzke bewusst im Hintergrund, tritt lange nicht mehr so häufig auf wie zuvor. „Er will Ricken damit natürlich schon auch die Bühne geben, sich zu zeigen und gewisse Entscheidungen zu fällen. Doch ich bezweifle, dass er sich noch lange zurückhalten wird“, meint Sedlbauer.

Für den SPORT1-Reporter gibt es zwei Möglichkeiten. Die „unwahrscheinlichere“: Watzke hält sich weiterhin zurück und gibt spätestens Ende des Jahres seinen Einfluss ab. Doch „weitaus realistischer“ erscheint es Sedlbauer, dass Watzke sogar noch mal etwas verändert - selbst „tabula rasa“ sei nicht undenkbar.

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„Schon bei der Personalie Mislintat hat sich Watzke verschätzt. Diesen Kurs haben sie bereits korrigiert. Auch wenn Ricken noch nicht so lange dabei ist und Kehl gerade erst seinen Vertrag verlängert hat, halte ich weitere Korrekturen in der Führungsriege nicht für ausgeschlossen“, meint auch Müller und spekuliert:

„Mit Ralf Rangnick hatten sie sich ja bereits ausgetauscht. Rangnick kennt das Business, war Trainer und Manager. Ein Geschäftsführer von extern könnte dem Verein vielleicht gar nicht schaden“, denkt Müller.

Die Konsequenz: „Dann müssten sich Kehl und Ricken einen neuen Job suchen“, sagt Sedlbauer. „Außerdem: Rangnick wird Watzke nicht mehr so viel mitreden lassen. Selbst wenn Watzke irgendwann mal Präsident werden sollte, wäre sein Einfluss vermutlich nicht mehr allzu groß. Ob er das zulässt, ist für mich fraglich.“

Nur Ergebnisse können die Spekulationen beenden und die aktuelle Führung stärken. Müller ist überzeugt: „Je frustrierender die Situation, desto größter wird der Druck auf Watzke.“