Xavi Simons war am Samstagabend einer der Protagonisten beim 2:0-Sieg von RB Leipzig gegen Borussia Dortmund und reagierte mit einem speziellen Jubel auf seine Kritiker – was auch im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 rege diskutiert wurde.
Wirbel um Xavi-Jubel! Experten reagieren
Wirbel um Xavi Simons
Der 21-Jährige, trotz seines jungen Alters einer der Leipziger Superstars, erzielte nach zuletzt durchwachsenem Leistungen das erste Tor selbst und bereitete das zweite durch Lois Openda per Ecke vor. Nach seinem Treffer machte er mit einer weinerlichen Miene eine Handgeste nach dem Motto: Lass die Leute reden.
„Das ist Fußball, das ist das Leben“, ging Xavi nach der Partie bei Sky nicht näher auf seinen Jubel ein. „Ich bin noch jung und kann noch viel lernen.“ Zudem verwies er auf seine Knöchelverletzung, wegen der er ab Oktober zwei Monate pausieren musste: „Im Leben gibt es Rückschläge, meine erste Verletzung war sehr schwierig, aber es geht weiter.”
Zorniger kritisiert Xavi Simons
Trainer Marco Rose zeigte jedenfalls vollstes Verständnis für Xavis Emotionen und forderte gar noch mehr: „Kritisiert ihn weiter, auf geht’s“, sagte Rose mit einem Augenzwinkern. „Wenn er dann immer solche Spiele macht, alles gut. So funktionieren wir alle. Wir wollen es allen immer zeigen und richtig gut machen.“
Während der derzeit vereinslose Trainer Alexander Zorniger den niederländischen Nationalspieler im STAHLWERK Doppelpass als „ganz, ganz tollen Spieler“ bezeichnete, ihn aber für seinen speziellen Jubel kritisierte („Darf er nicht“), reagierten die anderen Gäste mit mehr Wohlwollen. Sky-Moderator Michael Leopold erklärte direkt an Zorniger gerichtet: „Er ist so jung, es hat ihn beschäftigt, lass doch ein bisschen Milde walten.“
„Ich würde das nicht auf die Goldwaage legen, ganz ehrlich“, sagte SPORT1-Experte Stefan Effenberg. „Das ist ein junger Spieler, voller Emotionen. Es ist auch nicht einfach für so einen jungen Spieler, wenn du immer auf die Ohren kriegst, über Wochen wirst du kritisiert. Sehe ich nicht schlimm.“
Effenberg zeigt Verständnis für Jubel-Konter
Xavi habe Effenberg zufolge „selbst hohe Ansprüche, aber er ist noch in der Entwicklung. Er ist noch kein fertiger Spieler, da muss er erstmal hinkommen. Wenn er dann über Wochen die Leistung nicht abrufen kann, die man von ihm erwartet, dann kommt Kritik. Auch das ist übrigens eine Lernphase für einen jungen Spieler.“
Der 56-Jährige fügte hinzu: „Das ist nicht einfach für einen Xavi in so einer Situation, wenn du Kritik einsteckst. Natürlich muss dich Kritik stärker machen, um zu einem sehr guten Spieler zu werden. Manchmal muss man denen auch was verzeihen, das ist meine Meinung.“
Es sei nicht einfach, wenn man als junger Spieler vor 75.000 Zuschauern im Stadion spielt. Im Vergleich zu einem normalsterblichen jungen Menschen sei dies „eine andere Welt, eine andere Liga“.