Die Verantwortlichen des 1. FC Köln haben sich nach eigenen Angaben keine finanzielle Schmerzgrenze bei Shootingstar Said El Mala gesetzt. „Nein“, antwortete Sportdirektor Thomas Kessler im SPORT1 Doppelpass auf eine entsprechende Frage. Der 19-Jährige habe einen Vertrag bis 2030 ohne Ausstiegsklausel, „deswegen gibt es keinen Grund, sich darüber zu unterhalten“.
Köln: Keine Schmerzgrenze bei El Mala
El Mala? „Dann werden wir nachdenken“
Für Kessler ist es keine Überraschung, dass ein Spieler wie El Mala auch im Fokus „zahlungskräftiger Klubs“ steht. „Wenn doch ein Klub vorbeikommt und wir uns als 1. FC Köln die Gedanken machen müssen, ob es sich lohnt, dieses Geld zu nehmen und zu reinvestieren, um den Kader insgesamt in der Spitze besser zu machen, dann werden wir darüber nachdenken“, sagte der 39-Jährige dennoch und ergänzte: „Aber Stand heute gibt es dafür keinen Grund.“
El Mala, der im Sommer von Viktoria Köln zum FC gewechselt war und zuletzt einen Wintertransfer ausgeschlossen hatte, sei mit einem „sehr fairen“ Vertrag ausgestattet worden.
Keine Schmerzgrenze bei El Mala
„Wir haben das Gehalt angehoben. Innerhalb dieses Vertrages hat Said die Möglichkeit, mit Leistungen, und wenn der 1. FC Köln erfolgreich ist und wir unsere Saisonziele erreichen, dafür entlohnt zu werden“, sagte Kessler über den Offensivspieler.
Kölns Superjuwel weckte schon vor der laufenden Saison das Interesse eines Premier-League-Klubs. Rewe-Boss Lionel Souque verriet nun, dass Brighton-Besitzer Anthony Bloom ihn wegen eines möglichen Transfers höchstpersönlich kontaktiert habe.
Die Kölner Verantwortlichen gaben zudem Entwarnung, nachdem El Mala im Ligaspiel bei Bayer Leverkusen (0:2) am Samstag in der Schlussphase vom Feld gegangen war. „Ich glaube, dass es harmlos ist und er einfach ein bisschen muskuläre Probleme hatte“, sagte Kessler, der auch eine Aufarbeitung der Vorfälle rund um den Derby-Boykott der aktiven Kölner Fanszene ankündigte.
Kölner Kandidat für deutschen WM-Kader
Große Diskussionen gab es im Doppelpass auch, ob El Mala, den Bundestrainer Julian Nagelsmann im November erstmals für das deutsche Nationalteam nominiert hatte, bereits ein Kandidat für den deutschen WM-Kader im kommenden Sommer sei.
SPORT1-Experte Mario Basler will den Ball erstmal flachhalten: „Wenn einer drei gute Spiele gemacht hat, loben unsere Journalisten die in den Himmel. Dann machen sie drei schlechte Spiele und dann knallt es wieder. Da kriegen die Jungs richtig auf die Birne. Da bin ich immer ein bisschen skeptisch. Lass doch die Jungs erstmal ein bisschen laufen, lass die sich mal entwickeln.”
Basler: „Lass doch den Jungen erstmal ein bisschen spielen“
El Mala habe Basler zufolge „letztes Jahr noch 3. Liga gespielt, und wir reden von einem Spieler, der fünf Bundesliga-Spiele gemacht hat, und reden dann von Nationalmannschaft. Der Junge hat noch so viel Zeit, der ist ein Riesenfußballer. Aber es werden Vergleiche gezogen mit ganz großen Spielern, die seit 20 Jahren in der Weltspitze Fußball spielen.”
Sei es Bayerns Lennart Karl, Leipzigs Assan Ouédraogo oder eben El Mala – in der Bundesliga machen derzeit einige Mega-Talente nachhaltig auf sich aufmerksam, trotzdem wünscht sich Basler, dann man Ruhe bewahrt: „Natürlich ist es schön, dass wir wieder gute junge Spieler haben für die Zukunft, für unsere Nationalmannschaft. Aber lass doch den Jungen erstmal ein bisschen spielen.”