Erst ein Slapstick-Eigentor als Krönung und dann auch noch ein gellendes Pfeifkonzert der eigenen Fans: Schwer angeschlagen schleppten sich die Profis von Eintracht Frankfurt nach dem 1:3 gegen die TSG Hoffenheim zum eigenen Anhang.
Eintracht Frankfurt abgewatscht und ausgepfiffen: "Es ist einfach nicht gut genug"
„Es ist einfach nicht gut genug“
Nach der nächsten Enttäuschung ließen sie die lautstarken Unmutsbekundungen jener Fans, die die Arena noch nicht vorzeitig verlassen hatten, über sich ergehen. Die Stimmung am Main erreichte durch die nächste Niederlage einen Tiefpunkt.
Eintracht Frankfurt von Fans lautstark ausgepfiffen
Der Gang in die Kurve sei für die Spieler „sehr schwierig“ gewesen, gab Aurele Amenda bei Sky zu, trotz des ungebremsten Sturzfluges und der anhaltenden Gegentorflut sollten die Fans jedoch wissen, „dass wir alles geben. Im Moment ist es nicht einfach. Das ist wieder ärgerlich, aber wir müssen zusammenbleiben“.
Sportvorstand Markus Krösche zeigte bei DAZN Verständnis für die Fan-Wut: „Wir sind dafür verantwortlich. Wir müssen in Vorleistung treten. Ich kann die Unzufriedenheit der Fans verstehen. Weil Art und Weise, wie wir die letzten Wochen spielen und natürlich auch die Ergebnisse und die vielen Gegentore die Fans nicht zufriedenstellen.“
Nach der Entlassung von Dino Toppmöller warten die Hessen seit fünf Bundesligapartien auf einen Sieg. Durch die zweite Niederlage im zweiten Spiel unter Interimstrainer Dennis Schmitt droht die Eintracht in der Bundesliga, den Anschluss an die internationalen Ränge zu verlieren.
Kurioses Eigentor von Eintracht Frankfurt
Max Moerstedt (52.) und Ozan Kabak (60.) sorgten mit ihren Kopfballtreffern für den dritten Dreier der TSG im dritten Bundesligaspiel 2026, hinzu kam ein Eigentor von Aurele Amenda (65.). Der Verteidiger fälschte eine Flanke von Vladimir Coufal kurios ins eigene Tor ab. „Ärgerlich, ich will den Ball verteidigen. Aber das passiert. Was kann ich sonst sagen?“, meinte Amenda im Anschluss bei Sky.
Frankfurt reichte der Führungstreffer durch Winter-Neuzugang Arnaud Kalimuendo (18.) nicht. Die Kraichgauer festigten durch ihren elften Saisonerfolg Champions-League-Rang drei und distanzierten die Eintracht gleichzeitig auf neun Punkte.
„Wir kassieren jedes Spiel drei Tore“
„Es ist einfach nicht gut genug. Wir kassieren jedes Spiel drei Tore. Wir spielen auch echt nicht gut“, meinte der gefrustete Can Uzun: „Erste Halbzeit fand ich ok. Wir haben gut gekämpft. Waren auch wieder 1:0 vorne. Wir waren ja auch in den letzten Spielen immer vorne. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist einfach nicht gut genug zur Zeit und wir müssen irgendwie wieder rauskommen.“
Verteidiger Robin Koch zeigte sich sichtlich ratlos: „Es ist schwer zu erklären. In der ersten Halbzeit haben wir viel richtig gemacht. Und dann kommst du hier raus und machst wieder die gleichen Fehler wie schon in den letzten Wochen und gibst so das Spiel aus der Hand.“
„Diese Phase ist selbstverschuldet, weil wir viel zu viele einfache Fehler machen und zu viele Gegentore bekommen“, stellte Eintracht-Boss Krösche klar: „Wir haben gut begonnen, eine gute Struktur gehabt, und dann kriegen wir den Ausgleich - und dann merkst du natürlich bei dem einen oder anderen, wie es im Kopf losgeht. Dann wird man passiv, wir werden generell als Mannschaft passiv, kriegen dann keinen Druck mehr drauf, haben weniger Ballgewinne, wenig Entlastung. An diesen Dingen müssen wir arbeiten.“
Hoffenheim unbeeindruckt von Frankfurter Führung
In den vier bisherigen Pflichtspielen im neuen Jahr hatte Frankfurt jeweils drei Gegentreffer kassiert. Dementsprechend war Frankfurt zu Beginn der Partie auf defensive Stabilität bedacht, Hoffenheim versuchte es mit hohem Pressing. Es entwickelte sich vor 58.500 Zuschauern zunächst eine ausgeglichene Partie ohne nennenswerte Höhepunkte - bis Can Uzun den Ball in den Lauf von Kalimuendo hob, der aus halblinker Position TSG-Keeper Oliver Baumann überwand.
Die Gäste waren von dem Rückstand unbeeindruckt: Kabak köpfte nach einer Ecke an den Pfosten (21.), Andrej Kramaric zirkelte einen Freistoß knapp links am Tor vorbei (29.).
Obwohl sich die Eintracht in der Abwehr verbessert zeigte, musste auch Torhüter Kaua Santos eingreifen, als er erst einen Schuss von Fisnik Asllani sehenswert entschärfte (39.) und dann einen Kopfball von Wouter Burger im zweiten Versuch fing (45.+1). Die Pausenführung der SGE war insgesamt schmeichelhaft.
Santos sieht bei Gegentor nicht gut aus
Nach Wiederanpfiff bemühte sich die SGE um mehr Engagement in der Offensive - dann schlug auf der Gegenseite Burger eine Flanke auf Moerstedt, der zum Ausgleich einköpfte. Torhüter Santos sah dabei nicht gut aus.
Hoffenheim blieb am Drücker - und ging in Führung: Diesmal flankte Burger von rechts, Kabak drückte den Ball per Kopf über die Linie.
Und es sollte noch schlimmer kommen für Frankfurt: Nur fünf Minuten nach dem Rückstand fälschte Amenda Coufals Hereingabe ins eigene Netz ab.
„Es ist eine schwierige Phase, aber da müssen wir jetzt auch mal durch! Wir müssen ehen, dass wir als Mannschaft, als Klub, als Verantwortliche da rauskommen“, forderte Krösche im Anschluss.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)