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Skandalprofi kündigt Karriereende an

Skandalprofi auf Abschiedstour

Paolo Guerrero blickt auf eine lange Karriere zurück. In der Bundesliga war diese jedoch nicht nur von Erfolgen geprägt. Jetzt kündigt der Stürmer sein Karriereende an.
Nach einem Länderspiel zwischen Südkorea und Peru lästern Heung-min Son und Ex-Bayern Star Paolo Guerrero auf deutsch.
Paolo Guerrero blickt auf eine lange Karriere zurück. In der Bundesliga war diese jedoch nicht nur von Erfolgen geprägt. Jetzt kündigt der Stürmer sein Karriereende an.

Auch in den kommenden Jahren werden seine Skandale wohl noch durch die Jahresrückblicke der Bundesliga geistern. Dennoch blickt der 42-jährige Paolo Guerrero auf eine erfolgreiche Karriere zurück, die zum Ende dieses Jahres nun einen Abschluss findet.

„2026 ist definitiv mein letztes Jahr als Fußballprofi. Ich habe die Entscheidung bereits mit meiner Familie getroffen. Ich hoffe, mein letztes Jahr spielen und meine Karriere gut beenden zu können“, kündigte der Stürmer in einem Interview mit peruanischen Medien an.

Im Weltfußball schlug Guerrero erstmals 2002 auf, als er für 250.000 Euro zum FC Bayern wechselte. Nach einiger Zeit bei den Bayern-Amateuren kam er im Oktober 2004 schließlich zu seinem Debüt in der Bundesliga.

Trotz zahlreicher Treffer als Joker entwickelte sich Guerrero in München jedoch nie zum Stammspieler und wechselte zur Saison 2006/07 somit zum Hamburger SV. Es folgte eine Zeit, in der er zwar 51 Tore und 29 Vorlagen in 183 Spielen erzielen konnte, allerdings auch durch seine Kontrollverluste in Erinnerung blieb.

Bundesliga: Die Skandalakte von Paolo Guerrero

Vor fast 16 Jahren endete das Spiel zwischen dem HSV und Hannover 96 mit einem 0:0. Ein torloses Erlebnis, das bei allen Beteiligten für angespannte Stimmung sorgte.

Die Anhänger der Rothosen pfiffen die Spieler nach dem Abpfiff gnadenlos aus. Vereinzelt soll es auch zu rassistischen Beschimpfungen gekommen sein.

Die Antwort von Guerrero: Der Stürmer schleuderte seine zum Teil gefüllte Trinkflasche auf die Tribüne und traf einen Zuschauer im Gesicht. Ein Eklat, der Guerrero Strafzahlungen in Höhe von 180.000 Euro, eine zweijährige Bewährungsstrafe und eine Sperre von fünf Spielen einbrachte.

Zwei Jahre später fiel Guerrero erneut negativ auf. Mit vollem Anlauf und gestrecktem Bein sprang der Peruaner an der Eckfahne von hinten in den damaligen Stuttgart-Keeper Sven Ulreich hinein. Die Szene zog diesmal sogar eine Sperre von acht Spielen nach sich.

Im gleichen Jahr endete letztlich auch die Bundesligakarriere von Guerrero. Der Skandalprofi spielte jedoch noch lange in Brasilien, ehe sich in den vergangenen Jahren seine Reise durch Südamerika fortsetzte. Über Argentinien, Ecuador und Peru landete Guerrero im August 2024 wieder bei seinem Heimat- und Jugendverein Alianza Lima, wo er seine Karriere am Ende des Jahres beenden wird.

Rekordtorschütze mit Heldenstatus tritt ab: „Etwas das ganz Peru schmerzt“

In seinem Heimatland besitzt Guerrero ohnehin Heldenstatus. Nur zwei Spieler absolvierten mehr Spiele für die Nationalmannschaft von Peru als Guerrero (129), der mit 41 Treffern unangefochtener Rekordtorschütze ist. Zum Vergleich: Bundesliga-Ikone Claudio Pizarro gelangen 20 Treffer.

Guerrero war dreimal Torschützenkönig der Copa América, 2019 schrammte er dabei mit Peru knapp am Sieg vorbei, unterlag erst im Finale Rekordweltmeister Brasilien. Zu seinen Karriere-Highlights zählt auch das Siegtor bei der Klub-WM 2012, mit dem er seinem damaligen Klub Corinthians Sao Paulo im Finale gegen den FC Chelsea den Titel sicherte.

Entsprechend groß waren auch die Reaktionen auf das bevorstehende Karriereende im Land. „Es ist etwas, das ganz Peru schmerzt. Wir würden Paolo gern für immer behalten, weil er ein unglaublicher Torjäger ist. Aber so ist nun mal der Fußball. Man muss die Karriere Tag für Tag genießen“, erklärte Nationalmannschaftskollege Bassco Soyer.

Bitter bleibt für Guerrero weiterhin die verpasste WM 2018, nachdem der Stürmer vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen Dopings für insgesamt 14 Monate gesperrt worden war.

Ein Abschiedsspiel in der Nationalmannschaft wurde von Guerrero derweil bereits bestätigt und könnte noch einmal ein emotionaler Abschluss einer langen, aber oft umstrittenen Karriere werden.