Der FC Augsburg kommt auch unter Trainer Manuel Baum nicht vom Fleck. Beim FCA-Coach selbst war der Ärger nach dem spät verspielten Sieg gegen Union Berlin besonders groß.
Augsburg verspielt Sieg in Überzahl - "Man könnte sich in den Allerwertesten beißen"
Verpasster Sieg ärgert Baum
„Wenn man das Spiel anschaut, dann könnte man sich in den Allerwertesten beißen, weil das Spiel aus meiner Sicht in unserer Richtung schon komplett tot war“, sagte Baum nach dem 1:1 (1:0) gegen die Eisernen bei Sky.
Augsburg kassiert Ausgleich in Überzahl
Alexis Claude-Maurice erzielte mit einem strammen Sonntagsschuss am Donnerstagabend (45.+6) zunächst die Führung - bis dahin war Union in einem bisweilen zerfahrenen Spiel allerdings die bessere Mannschaft gewesen. Der Franzose hätte auch erhöhen können, traf per Freistoß aber nur den Pfosten (58.).
Das rächte sich in der Schlussphase bitter für die Augsburger: Nach einem Platzverweis für Derrick Köhn (89.) gelang Union in Unterzahl durch Marin Ljubicic noch der Ausgleich (90.+1).
„Wenn man die Entstehung und den Verteidigungsprozess anschaut, haben wir was zu besprechen“, haderte Baum. „Auf der anderen Seite müssen früher das zweite Tor schießen. Wir haben zwei, drei richtig gute Kontersituationen und die machen wir nicht rein.“
Union-Boss Heldt lobt Moral der Mannschaft
Unter dem Nachfolger von Sandro Wagner blieben die bayerischen Schwaben nun zum vierten Mal nacheinander sieglos. Die Eisernen dagegen sind seit jetzt vier Spielen unbesiegt, dabei holten sie acht Punkte.
„Das zeigt, dass die Mannschaft eine tolle Moral hat“, sagte Union-Geschäftsführer Horst Heldt über den späten Ausgleich.
Beide Mannschaften bemühten sich um einen ruhigen und geordneten Spielaufbau und versuchten, mit langen Bällen für Gefahr zu sorgen - den Berlinern gelang dies nach 20 zerfahrenen Anfangsminuten besser: Andras Schäfer verfehlte das Tor mit einem Kopfball-Aufsetzer nur knapp (20.).
Kurz darauf parierte FCA-Torhüter Finn Dahmen einen tückischen Schuss von Woo-Yeong Jeong (21.). Oliver Burke zielte ebenfalls knapp daneben (29.).
Claude-Maurice erzielt Traumtor
Das Spiel war auch danach ganz nach dem Geschmack von Union: Ball und Gegner kontrollieren, die Offensive des Gegners abwürgen, geduldig auf eine Chance warten. Kurz vor der Pause aber wurden die Gäste ein wenig unachtsam, gerieten prompt in Bedrängnis - und sogleich in Rückstand: Claude-Maurice traf aus rund 30 Metern.
Union konterte in der zweiten Halbzeit erwartungsgemäß: Freistöße in Strafraumnähe provozieren und die Stärke bei Standards ausspielen. Zum Erfolg hätte dieser Plan aber beinahe auf der anderen Seite geführt, als der Freistoß von Claude-Maurice ans Aluminium flog. Augsburgs Anton Kade scheiterte kurz darauf an Frederik Rönnow (60.).
Union erspielte und erkämpfte sich weiter Freistöße und Ecken - die große Chance zum Ausgleich aber ergab sich nicht - erst als Köhn vom Platz geflogen war, stach noch „Joker“ Ljubicic.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)