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Bundesliga: Hummels schlägt VAR-Änderung vor

Hummels schlägt VAR-Änderung vor

Um den VAR werden neue Diskussionen entfacht. Mats Hummels meldet sich in den sozialen Medien zu Wort und macht einen Vorschlag.
Knut Kircher spricht im exklusiven SPORT1-Interview über die langen VAR-Einsätze im deutschen Fußball.
Um den VAR werden neue Diskussionen entfacht. Mats Hummels meldet sich in den sozialen Medien zu Wort und macht einen Vorschlag.

Mats Hummels hat sich in der VAR-Debatte zu Wort gemeldet. Der 78-malige deutsche Nationalspieler hat einen Vorschlag gemacht, wie man das Konzept - seiner Meinung nach - künftig verbessern könnte.

Auf X brachte Hummels die Idee ins Spiel, „dass es nicht eine klare Fehlentscheidung sein muss, um korrigiert zu werden. Sondern: Um eine Rote Karte oder einen Elfmeter zu geben, muss man sich immer 100 Prozent sicher sein.“

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Hummels: „Dafür sind diese Situationen zu spielentscheidend“

Der VAR dürfe künftig also nur noch eingreifen, wenn die Bilder es auch eindeutig hergeben. Sobald auch nur die geringsten „Zweifel“ bestehen, eben nicht. „Weder Platzverweise noch Strafstöße. Dafür sind diese Situationen zu spielentscheidend“, meinte Hummels.

Damit spielte der ehemalige BVB-Profi auf einen fragwürdigen Elfmeterpfiff beim Bundesliga-Spiel zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC Augsburg (2:0) am Samstag an.

Bei einem Klärungsversuch im Strafraum hatte der Augsburger Elvis Rexhbecaj den Mainzer Stefan Bell zuvor leicht am Knie gestreift (5.), wie auf den TV-Aufnahmen zu sehen war.

Der Innenverteidiger ging etwas theatralisch zu Boden, doch Schiedsrichter Patrick Ittrich gab den Elfmeter auch nach mehreren Minuten der Überprüfung durch den VAR. Daraufhin redete sich Dietmar Hamann regelrecht in Rage.

Das sagt der Schiedsrichter zu seiner Entscheidung

Im Doppelpass auf SPORT1 schilderte der live zugeschaltete Ittrich im Detail, wie er die Szene auf dem Platz miterlebt hat. „Ich habe die Situation so wahrgenommen, dass Bell den Ball klar vorher spielt und weg spitzelt und dann Rexhbecaj voll durchzieht. Ich habe einen Treffer unten wahrgenommen und das Geräusch, wenn der Schuh auf den anderen Schuh klatscht. Man kennt dieses Geräusch“, sagte der 47-Jährige.

Ittrich habe zunächst den Vorteil abgewartet und dann direkt gepfiffen. „Es war meine zentrale Wahrnehmung“, verdeutlichte er. Auch Augsburg-Profi Keven Schlotterbeck habe ihm mitgeteilt, dass er etwas gehört habe. „Das Spielerverhalten war klar auf Strafstoß“, erinnert er sich.

Im Anschluss sei es zum Kontakt mit dem Videoschiedsrichter gekommen. Ittrich wurde mitgeteilt, dass man nach dem Kontakt suche, jedoch nicht genau feststellen könne, ob es diesen gegeben habe.

Der Unparteiische überlegte daraufhin, ob er „selbst rausgehen und die Bilder ansehen“ wolle, entschied sich jedoch dagegen. „Es ist dann die Frage, ob mir die Bilder geliefert werden, die ich brauche, um überzeugt zu werden. Das wurde mir verneint, deswegen bin ich nicht rausgegangen“, erklärte er seinen Entschluss.

Auch VAR Johann Pfeifer habe ihn aufgrund der Bilder, „die weder etwas belegen noch widerlegen und meiner Beschreibung widersprechen“ nicht rausgeschickt. „Das war die Argumentationskette“, verdeutlichte der Schiedsrichter.

„Haben durch die Kraft der Bilder keine Argumente mehr“

Nach dem Spiel sei ihm beim Anblick der Bilder aber bewusst geworden, „dass diese nicht mit meiner Wahrnehmung zusammenpassen“. Folgerichtig sah er ein, dass er mit seiner Entscheidung wohl die falsche Wahl getroffen habe.

„Da haben wir durch die Kraft der Bilder ehrlicherweise keine Argumente mehr“, zeigte er sich selbstkritisch. Ittrich könne „den Frust beim FC Augsburg verstehen“ und wolle „nichts schönreden oder die Schiedsrichterei schützen“.

Er selbst sei „überhaupt nicht zufrieden“ mit der Entscheidung und den vielen Diskussionen, die entstanden sind. „Ich hatte gestern zehn Kameras vor dem Gesicht. Ich dachte, ich bin auf einer Konferenz für den Weltfrieden“, erklärte er.

Entgegen seiner veränderten Auffassung nahm Ittrich den VAR am Samstag beim Sky-Interview in Schutz. „Der Videoassistent hat für mich komplett richtig gehandelt. Wir wollen ja eigentlich diese Feldentscheidungen stark machen.“

Seine Entscheidung wolle er allerdings nicht bloß starkreden und merkte deshalb wiederholt an, dass das Foul nicht so eindeutig gewesen sei wie er es auf dem Feld wahrgenommen habe. Damit machte sich Ittrich gewissermaßen auch für den Vorschlag von Hummels stark.

Dann darf der VAR eingreifen

Auf der Bundesliga-Website ist die Frage, wann der VAR denn eingreifen darf, wie folgt geregelt: „Gerade in unübersichtlichen Situationen, die sich oft im Bruchteil einer Sekunde abspielen, kann es passieren, dass der Schiedsrichter ein Vorkommnis falsch einschätzt. Der Video-Assistent sieht sich die Situation auf dem Bildschirm in der Wiederholung an und macht den Schiedsrichter per Funk darauf aufmerksam, dass die auf dem Platz getroffene Entscheidung nicht die richtige war.“

Weiter heißt es: „Der VAR hat die Möglichkeit, sich das Ereignis aus vier unterschiedlichen Kameraperspektiven anzuschauen und das Bild zu vergrößern. So kann er knifflige Momente häufig besser beurteilen.“ Die Entscheidung des Schiedsrichters müsse aber auch als „deutliche Fehleinschätzung“ zu deuten sein.