Uli Hoeneß hat sich zu den Haftbedingungen während seines Aufenthalts in der JVA Landsberg geäußert.
FC Bayern: Hoeneß packt über Zeit im Gefängnis aus
Hoeneß: „Hatte Tränen in den Augen“
„Wenn man morgens aufwacht, und ein Mörder sitzt vor deinem Bett und erzählt dir seine Lebensgeschichte, weiß man nicht, ob man das unbedingt erleben will“, erklärte der Ehrenpräsident des FC Bayern im Gespräch mit der Bild.
Hoeneß war 2014 wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden und musste in der Folge bis 2016 ins Gefängnis. Kontakte zu Mithäftlingen pflege er heute keine mehr. Der 74-Jährige betonte trotzdem, dass er im Gefängnis wichtige Lebenserfahrung gesammelt habe.
„Ich habe in der damaligen – vor allem für meine Familie sehr schwierigen Zeit - einiges für mein Leben mitnehmen können und danach auch einiges anders gesehen“, verriet Hoeneß. „Demut. Soziale Verantwortung. Das war mir immer wichtig, aber es wurde noch verstärkt.“
Hoeneß: „Hatte bei vielen Briefen Tränen in den Augen“
In der Justizvollzugsanstalt habe er zudem einen besonders guten Ruf gehabt. „Als ich ging, sagte mir die Leiterin der JVA, dass ich der Einzige gewesen sei, der jemals bei seiner Entlassung einen Fanclub sowohl bei den Mit-Häftlingen als auch bei den Mitarbeitern der JVA gehabt habe“, blickte Hoeneß zurück.
Besonders emotional hat Hoeneß den Erhalt von über 5000 Briefen in Erinnerung behalten. „Ich hatte bei vielen Briefen Tränen in den Augen, während ich sie auf meinem Bett gelesen habe. Mir haben damals viele Wegbegleiter geschrieben, wie auch Sir Alex Ferguson von Manchester United“, berichtete der Ex-Fußballprofi.
Haftentlassung in der Nacht
Auch das Ende seiner Zeit hinter Gittern hat Hoeneß noch ganz besonders in Erinnerung. „Ich werde die letzte Nacht im Gefängnis nicht vergessen. Alle Journalisten haben gedacht, dass ich an dem 29. Februar gegen Mittag aus der JVA aus dem Tor marschiere“, erläuterte der Bayern-Patron.
„Keiner hatte damit gerechnet, dass mich die Gefängnisleitung schon um kurz nach 0 Uhr entlassen würde. Als wir nachts um 1 Uhr zu Hause in Bad Wiessee am Tegernsee ankamen, war das Haus voller Freunde, sogar eine Blaskapelle hat vier, fünf Lieder gespielt. Wir haben dann bis morgens um 5 Uhr Schafkopf gespielt.“