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Augsburg atmet spät auf

Augsburg atmet spät auf

Der FC Augsburg verschafft sich im Tabellenkeller weiter Luft. Für Heidenheim verschärft sich die Situation immer mehr.
Manuel Baum wütet nach der Niederlage in Mainz gegen den VAR und Schiedsrichter Patrick Ittrich. Obwohl auf den Bildern kein Kontakt zu sehen war, blieb der Elfmeter gegen Augsburg bestehen. Für den Interimstrainer eine "aberwitzige" Logik.
Der FC Augsburg verschafft sich im Tabellenkeller weiter Luft. Für Heidenheim verschärft sich die Situation immer mehr.

Der 1. FC Heidenheim taumelt in der Fußball-Bundesliga weiter ungebremst dem Abstieg entgegen. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt blieb beim 0:1 (0:0) im Kellerduell beim FC Augsburg trotz eines engagierten Auftritts zum neunten Mal in Folge sieglos und hat als Tabellenletzter weiter sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.

„Es war ein sehr stabiles Auswärtsspiel von uns. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel komplett in unsere Richtung gedreht“, sagte Schmidt bei DAZN: „Dass du so ein Spiel durch einen Elfmeter verlierst, ist unfassbar bitter.“

Alexis Claude-Maurice (80./Foulelfmeter) traf zum Sieg für den FCA, der sich seinerseits etwas Luft verschaffte und seinen Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf komfortable acht Punkte ausbaute.

Entsprechend groß war die Erleichterung beim FCA. „Es war kein schönes Spiel. Ich glaube, ich wäre eingeschlafen vor dem Fernseher und hätte meinen Mittagsschlaf gemacht. Aber nichtsdestotrotz ist es mir sowas von bummsegal. Die drei Punkte sind hier und ich bin überglücklich“, sagte Keven Schlotterbeck bei DAZN.

FCA-Coach Manuel Baum fügte hinzu: „Ich bin heute einfach mal nur froh über die drei Punkte. Ich habe vorhin auch zur Mannschaft gesagt, die Bewertung der Leistung kommt irgendwann anders.“

Bundesliga-Abstieg rückt für Heidenheim immer näher

Heidenheim droht in der dritten Saison seit dem Aufstieg derweil immer mehr die Rückkehr in die zweite Liga: Mit nur 13 Punkten nach 22 Spieltagen hat seit Einführung der Drei-Punkte-Regel kein Verein mehr den Klassenerhalt geschafft.

FCH-Trainer Schmidt hatte sich trotz der prekären Lage kämpferisch gegeben. „Ich wüsste nicht, warum wir jetzt aufgeben sollten. Das wäre tragisch, wenn wir so denken würden“, sagte der 52-Jährige. Seine Spieler sollten sich jetzt „nicht wegducken“, forderte Schmidt, der gegen den FCA eine „brutale Einstellung“ sehen wollte.

Und tatsächlich: Fehlenden Einsatz konnte der Coach seiner Mannschaft keinesfalls vorwerfen. Heidenheim begann engagiert und mutig, lief die favorisierten Gastgeber mitunter schon in der gegnerischen Hälfte an und verteidigte teilweise in Manndeckung über den gesamten Platz. Einziges Problem: Die mit 19 Toren schlechteste Offensive der Liga strahlte so gut wie keine Gefahr aus.

Augsburgs Offensive lange Zeit harmlos

Immerhin hielt gleichzeitig die bis dato mit 48 Gegentreffern schlechteste Defensive zunächst dicht. Augsburg wurde mit fortlaufender Spieldauer zwar ballsicherer und kam auch zu Chancen, wirklich zwingend waren sie aber nie.

Kristijan Jakic (18.), Alexis Claude-Maurice (26.) und Michael Gregoritsch (39.), der es von der Mittellinie aus probierte, scheiterten entweder an FCH-Keeper Diant Ramaj oder der eigenen Zielgenauigkeit.

Heidenheim-Neuzugang Conteh gibt Debüt

Heidenheim blieb auch nach der Pause aktiv. Winter-Neuzugang Christian Conteh (50.), der sein Bundesliga-Debüt gab, verzeichnete den ersten nennenswerten Abschluss der Gäste. In einem offeneren Spiel übernahm Heidenheim zunehmend die Kontrolle, im Abschluss mangelte es dem Schlusslicht aber zu oft an Überzeugung.

Stattdessen hielt Benedikt Gimber Keven Schlotterbeck im Strafraum zu lange am Trikot, Schmidt schüttelte am Seitenrand verzweifelt mit dem Kopf.

„Ich werde von einem Spieler geblockt, halte dann einen Tick zu lang fest. Das sieht dumm aus“, gab sich Gimber hinterher selbstkritisch: „Der Fehler liegt bei mir.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)