Glück für Nico Schlotterbeck: Der Verteidiger von Borussia Dortmund hat Josip Stanisic bei der Topspiel-Niederlage gegen den FC Bayern (2:3) heftig mit der offenen Sohle getroffen (18.) - ist aber mit einer Gelben Karte davongekommen.
Schlotterbeck entgeht Platzverweis - dann lässt er den BVB jubeln
Schlotterbeck entgeht Platzverweis
Der Nationalspieler kam bei einem Zweikampf zu spät und rutschte auf dem Ball aus. Dabei traf er Stanisic etwas oberhalb des rechten Knöchels.
Schlotterbeck: „Es sieht sau unglücklich aus“
„Oh! Das ist Minimum eine Gelbe Karte. Er geht voll oberhalb des Knöchels (drauf, Anm. d. Red.). Das wird gecheckt. Er trifft Stanisic, das ist das Entscheidende", sagte Lothar Matthäus unmittelbar nach dem Foul bei Sky.
Schlotterbeck selbst sagte nach dem Spiel: „Ich habe gefühlt, dass ich zuerst am Ball war und ihn dann schon ordentlich treffe. Es ist sau unglücklich in meinen Augen. Man sieht, dass ich über dem Ball ausrutsche, sonst treffe ich ihn auch nicht am Schienbein, sondern rutsche unten durch. Es sieht sau unglücklich aus.“
FC Bayern: Schreckmoment um Stanisic
Stanisic ging zu Boden, blieb lange liegen und hielt sich die Hände vor sein Gesicht. Nach dem Schreckmoment konnte der Kroate die Partie aber zunächst fortsetzen. „Gott sei Dank steht er wieder. Ich habe viele solche Verletzungen miterlebt“, war Matthäus erleichtert.
Schlotterbeck kam mit der Gelben Karte davon. Die Szene wurde vom VAR im Hintergrund zwar kurz gecheckt, Schiedsrichter Sven Jablonski wurde jedoch nicht an den Monitor am Spielfeldrand gebeten.
BVB: Schlotterbeck trifft im Topspiel
Ob eine glatt Rote Karte berechtigt gewesen wäre? „Im Spiel fühlt man das anders. Ich habe gefühlt, ich habe ihn schon getroffen. Der Ball war halt zuerst im Spiel, danach rutsche ich über den Ball. Ich glaub, dass man da schon Rot geben kann und dann hatte ich ein bisschen Glück“, meinte Schlotterbeck.
Wenig später traf Verteidiger dann auch noch zum 1:0 für die Schwarz-Gelben. Nach Vorlage von Daniel Svensson köpfte er den Ball ins rechte untere Eck (26.).
Schlotterbeck: „Dann spiele ich Schach“
Anschließend sprang er jubelnd über die Werbebande vor den Fanblock des BVB und jubelte ekstatisch mit den Anhängern der Schwarz-Gelben über sein Tor. Auch für einen derartigen Jubel haben Schiedsrichter schon Gelb verteilt.
Schlotterbeck kam aber auch hier um einen Platzverweis herum - dank des Fingerspitzengefühls von Jablonski. „Wir können jetzt auch alles ausmustern. Wenn man alles ausmustert, dann hat man keinen Fußball mehr”, wurde Schlotterbeck deutlich: „Dann sag ich dir ehrlich, dann spiele ich irgendwann Schach, weil wenn ich dafür eine Gelbe Karte bekomme, dann hörts auf. Wenn ich auf den Zaun springe, dann ist es vielleicht etwas anderes. Aber über eine Bande - seid mir nicht böse, aber das kann nicht Gelb geben.“
In der 69. Minute stand der 26-Jährige schon wieder im Fokus. Als er im Strafraum wieder Stanisic foulte, entschied Jablonski zwar auf Elfmeter, Schlotterbeck durfte auch danach weiterspielen.