Ein zum Teil ratlos wirkender Daniel Bauer ist mit seiner eigenen Mannschaft auf der Pressekonferenz am Samstagabend hart ins Gericht gegangen. „Wir verhalten uns zum Teil wie eine Schülermannschaft“, ärgerte sich der Übungsleiter.
Wolfsburg-Trainer rechnet ab: "Ich fürchte um die Zukunft des Klubs"
„Ich fürchte um die Zukunft des Klubs“
Der VfL Wolfsburg musste sich am Nachmittag im eigenen Stadion dem FC Augsburg nach zweimaliger Führung mit 2:3 geschlagen geben, was das sechste sieglose Pflichtspiel in Serie für die abstiegsbedrohten Wolfsburger bedeutete.
Bauer: „So werden wir die Klasse nicht halten“
Der Coach nahm sich Teile seiner Mannschaft vor und sprach den Spielern vor allem den „nötigen Punch und die Intensität“ ab. Außerdem habe sein Team Aggressivität und Zweikampfhärte vermissen lassen.
Bereits im Sky-Interview hatte Bauer sich über die verspielte Führung geärgert: „Das spricht für sich. Da reicht die Qualität nicht. Punkt.“ Sein knallhartes Fazit: „Wir sind zu naiv und lernen nicht daraus. Wenn wir da nicht ganz schnell dazulernen, werden wir so die Klasse nicht halten.“
Wolfsburg schlecht wie noch nie
„Wir sind nicht in der Lage auch mal im richtigen Moment ein Foul zu spielen“, beklagte Bauer später, der gerne den Augsburger Angriff, der in der Folge zu einem Handelfmeter in der 87. Minute führte, unterbunden gehabt hätte.
Er ergänzte: „Uns fehlen die positiv ekligen Spieler von den Spielcharakteren.“ Zudem bemängelte der Übungsleiter die nötige Laufbereitschaft: „Wir gehen nicht die Meter, die man gehen muss und lassen immer wieder Meter weg.“
Die Niedersachsen können damit am Sonntag auf den Relegationsplatz abrutschen. Noch nie stand der VfL nach 23 Spieltagen so schlecht da. Die Wölfe sind in der Rückrunde weiterhin ohne Sieg.
Bundesliga: Sitzt Bauer gegen VfB noch auf der Bank?
Die nächste Wolfsburger Chance den Bock umzustoßen, bietet sich am kommenden Spieltag beim Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart. Vermutlich weiterhin mit Daniel Bauer als Trainer.
VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler stellte sich vor dem Anpfiff hinter Bauer. „Die Entscheidung kam aus Überzeugung, die ist weiterhin da. Von daher stellt sich die Frage nicht“, hatte Sportdirektor Pirmin Schwegler bei Sky gesagt.
Bauer bewertete die Situation wie folgt: „Um meine Zukunft fürchte ich mich gar nicht. Ich fürchte um die Zukunft des Klubs. Es geht überhaupt nicht um meine Person. Ich werde mit meinem Trainerteam weiter alles geben, damit wir Tag für Tag hart arbeiten und uns aus dieser Krise herausarbeiten.“
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)