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Die Tragödie eines Münchener Fußball-Giganten

Die Tragödie eines Münchner Giganten

Heute vor fünf Jahren starb Peter Grosser, der Kapitän des TSV 1860 München in dessen erfolgreichster Ära. Privat meinte es das Schicksal nicht gut mit dem einstigen Meisterspieler.
Peter Grosser im Meisterjahr 1966
Peter Grosser im Meisterjahr 1966
© IMAGO / WEREK
Heute vor fünf Jahren starb Peter Grosser, der Kapitän des TSV 1860 München in dessen erfolgreichster Ära. Privat meinte es das Schicksal nicht gut mit dem einstigen Meisterspieler.

Als Spieler hat er in der Ahnengalerie des Münchener Fußballs einen Ehrenplatz - sein Leben außerhalb des Sports war von schlimmen Schicksalsschlägen geprägt.

Heute vor fünf Jahren starb Peter Grosser, der einzige Meisterkapitän des TSV 1860 München. Im Jahr 1966 hatte der offensive Mittelfeldspieler das legendäre Löwen-Kollektiv von Trainer Max Merkel mit Torwart Petar Radenkovic, Rudi Brunnenmeier, Alfred Heiß und Timo Konietzka zur deutschen Meisterschaft geführt. Mit 18 Toren gehörte Grosser zu den treffsichersten Spielern der Sechziger - nur Konietzka traf häufiger.

Beim FC Bayern ausgebootet, bei 1860 Legende

Der 1938 in München geborene Grosser spielte von 1963 bis 1969 bei den Löwen und absolvierte in dieser Zeit zwei Länderspiele. Zuvor war der glänzende Techniker von 1958 bis 1963 für den Erzrivalen FC Bayern aktiv gewesen.

Ein Zerwürfnis zwischen dem früheren Bayern-Präsidenten und -Mäzen Richard Endler - für den Grosser damals auch als Leiter eines Lieferlagers gearbeitet hatte - und dessen Nachfolger Wilhelm Neudecker führte zu Grossers Aus bei Bayern und dem Wechsel zum Lokalrivalen.

Grosser war tragende Säule der erfolgreichsten 60-Ära der Vereinsgeschichte. Neben der Meisterschaft ragte auch der DFB-Pokalsieg 1964 und der Einzug ins Finale des Europapokals der Pokalsieger heraus. Erst West Ham United mit den späteren Weltmeistern Bobby Moore und Geoff Hurst stoppte Grosser und Co.

Großen Einfluss hatte Grosser später auch auf den Münchener Vorort-Klub und späteren Bundesligisten SpVgg Unterhaching: Nach einer Auslandsstation bei Austria Salzburg wurde Grosser am Ende seiner Karriere Spieler und Trainer der Hachinger. Er führte sie von den Niederungen der Bezirksklasse bis in die Bayernliga, in die damals dritthöchste Spielklasse Deutschlands. Grosser war auch noch bis 2011 als Vizepräsident bei den Hachingern unter dem einstigen Klubchef Engelbert Kupka.

Grosser musste zwei Söhne beerdigen

Im Privaten meinte es das Schicksal nicht gut mit Grosser: Vor allem der frühe Tod seiner beiden Söhne setzte ihm massiv zu.

1979 war Peter junior bei einem Autounfall im Alter von 19 Jahren ums Leben gekommen. 2008 erlitt sein Sohn Thomas, selbst Profi bei Haching, beim Hallenfußball einen Herzstillstand. Er wurde 42. „Ein Kind zu beerdigen, ist schon furchtbar. Aber zwei. Darüber kommst du nie hinweg“, sagte Grosser einmal.

Am 2. März 2021 wurde Peter Grosser tot in seiner Münchener Wohnung aufgefunden - eine Nachricht, die seine alten Weggefährten in tiefe Trauer versetzte. „Das ist für mich ganz schwer zu verkraften. Er war nicht nur ein Mitspieler, sondern auch ein großer Freund“, reagierte der inzwischen 91 Jahre alte „Radi“ Radenkovic bei dieblaue24.com.

„Er hatte die Ära von 1860 mitgeprägt. Als Fußballer hat Peter Grosser nicht nur Titel mit dem TSV 1860 München gewonnen, sondern als Mensch tiefe Spuren hinterlassen“, würdigten die Löwen ihre Klubikone.

Peter Grosser ruht auf dem Friedhof in Unterhaching, in einem Familiengrab mit seiner Mutter und seinen beiden Söhnen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)