Spätes Drama zwischen dem Hamburger SV und Bayer Leverkusen! Nach einer irrwitzigen Schlusssequenz samt mehreren Riesenchancen musste sich der HSV der Werkself mit 0:1 (0:0) geschlagen geben.
Irre Schlussphase! HSV verzweifelt und schiebt mächtig Frust
HSV-Drama in letzter Sekunde
Christian Kofane (73.) traf für die zuletzt wenig schwungvollen Leverkusener, ehe Luka Vuskovic tief in der Nachspielzeit eine Vielzahl an aussichtsreichen Gelegenheiten vergab (90.+8).
HSV: Vuskovic nach Abpfiff sichtlich frustriert
Der Kroate scheiterte freistehend aus kürzester Distanz an Leverkusens Janis Blaswich und köpfte anschließend einen Abpraller aus zwei Metern an die Latte. Das hätte eigentlich der Ausgleich sein müssen, stattdessen war die bittere Niederlage für den HSV besiegelt.
Entsprechend groß war auch der Frust nach Abpfiff. Vuskovic trat mehrmals gegen den Pfosten, dann gegen ein Werbeschild, ehe er sich seiner Schuhe entledigte und sie Richtung Auswechselbank warf.
„Janis macht es top. Wir waren ungeordnet, am zweiten Pfosten stehen zwei Spieler frei, sodass sie reinköpfen können. Und dann ist es ein Getümmel, was in solchen Situationen immer passieren kann. Wir müssen es vorher vermeiden“, analysierte Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes die Szene nach dem Spiel bei Sky.
Vuskovic-Teamkollege Nicolai Remberg bewertete die Aktion als „richtig bitter“ für den HSV. „Dann kannst du vielleicht irgendwo einen Punkt mitnehmen, der vielleicht unverdient gewesen wäre. Aber man muss ehrlicherweise sagen: Leverkusen war schon besser und hat dann auch verdient gewonnen.“
Trainer Merlin Polzin resümierte: „Wir haben versucht, auf unsere Art und Weise zum Spiel beizutragen. Wenn man sieht, welche Wucht wir am Ende nochmal mit den beiden Chancen nach vorne entwickelt haben, dann ist es ärgerlich, dass wir das Spiel verlieren - aber sicherlich nicht unverdient.“
Magerkost im Nachholspiel
50 Tage nach dem ursprünglichen Termin - die Partie war aufgrund von Sicherheitsbedenken nach schwerem Frost verschoben worden - boten beide Mannschaften dem Publikum eine insgesamt durchwachsene Partie.
Dabei hatten sich sowohl der HSV als auch die Rheinländer vorgenommen, die Rückschläge vom Wochenende vergessen zu machen. Die zuvor so heimstarken Hanseaten hatten gegen Leipzig ein 1:2 kassiert, Leverkusen war gegen Mainz nicht über ein 1:1 hinausgekommen.
Bayer: Culbreath feiert Startelfdebüt - Schick fällt aus
Die Werkself wurde schnell gefährlich, erst per Kopf durch den 18 Jahre alten Startelfdebütanten Montrell Culbreath (8.). Dann setzte Martin Terrier eine Direktabnahme an den Querbalken (13.).
Die Gäste, die aufgrund muskulärer Probleme auf ihren Torjäger Patrik Schick verzichten mussten, drängten den HSV nun tief in die eigene Hälfte.
Nach einem Foul von HSV-Ersatzkapitän Nicolai Remberg an Ibrahim Maza an der Strafraumgrenze zeigte Schiedsrichter Sören Storks dann auf den Elfmeterpunkt. Doch der VAR schaltete sich ein und korrigierte auf Freistoß, der nichts einbrachte (15.). Danach flachte die Begegnung spürbar ab.
Leverkusen fehlten auch in der zweiten Hälfte wie beim Kopfball von Edmond Tapsoba immer ein paar Zentimeter (54.) zur Führung. Der HSV, der durch Remberg mal einen Konter abschloss (55.), war stark in der Defensive gebunden - und kassierte dann doch den Rückstand.
In der Nachspielzeit hatte Vuskovic dann mehrmals die Gelegenheit seiner Mannschaft einen Punkt zu retten, doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)