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Nächste Trainer-Entlassung droht: Es wäre der Inbegriff von Inkompetenz

Ist Wolfsburg untrainierbar?

Der VfL Wolfsburg hat seit Jahren einen der teuersten Kader der Liga. Genau das droht dem Verein nun mal wieder zum Verhängnis zu werden.
Daniel Bauer bleibt nach dem 0:4 in Stuttgart vorerst im Amt. Gegen den HSV steht für ihn aber der Job auf dem Spiel.
Der VfL Wolfsburg hat seit Jahren einen der teuersten Kader der Liga. Genau das droht dem Verein nun mal wieder zum Verhängnis zu werden.

Wenn der VfL Wolfsburg wirklich noch mal den Trainer wechselt, wäre das nicht nur das verschmierte i-Tüpfelchen auf einer unterirdischen Saison, sondern vor allem der Inbegriff von Inkompetenz. Und noch davor ein Armutszeugnis für jeden sehr gut bezahlten VfL-Profi.

Aber von vorne: Wolfsburg, wirtschaftlich aufgestellt wie ein Europapokal-Teilnehmer, trudelt seit Monaten vor sich hin. Immer eine Richtung, immer weiter abwärts. Mittlerweile jaulen die Wölfe vom direkten Abstiegsplatz 17!

Nachdem im November der Niederländer Paul Simonis gehen musste, nach nur einem Sieg aus sechs Ligaspielen, hauchte Nachfolger Daniel Bauer dem VfL vorübergehend etwas Leben ein. Ihm gelangen Heimsiege gegen Union Berlin und St. Pauli, dazu drei Unentschieden (u. a. gegen Frankfurt und Leipzig). Der Rest ging nach hinten los, vor allem, weil meistens so ziemlich jeder auf dem Platz machte, was er wollte. Und viel zu selten, was der Trainer wollte.

Nur einer kam mit den VfL-Egos klar

Gegen die fehlende Disziplin war erst Simonis machtlos, jetzt scheint auch Bauer an dem einerseits sehr teuer, anderseits vor allem sehr wild zusammengestellten Wolfsburger Kader zu scheitern.

Die Trainer in Wolfsburg sind ihren Spielern, allesamt ausgestattet mit Top-Verträgen, ausgeliefert. Ein Thema, das schon unter Ralph Hasenhüttl, der bis Mai 2025 im Amt war, immer größer wurde. Der erfahrene Österreicher, der vorher Southampton in der Premier League und RB Leipzig trainiert hatte, konnte die Ego-Spielchen der „Stars“ mit einem guten Mix aus Autorität und Erfahrung immer noch wieder deckeln. Bundesliga-Neuling Simonis scheiterte dagegen, so wird es in Spielerkreisen erzählt, weil ihm in vielen Punkten das Durchsetzungsvermögen fehlte. Immer mehr Angestellte, nicht nur Spieler, schalteten schon nach ein paar Wochen meist auf Durchzug, wenn Simonis redete.

Bei Bauer, der vorher ebenfalls noch nie eine Bundesliga-Mannschaft betreut und auch nie in der Bundesliga gespielt hatte, verhält es sich nun angeblich ähnlich. Dass er nach dem 0:4 in Stuttgart verbal in die Offensive ging („Die Atmosphäre und die Kultur innerhalb des Klubs sind aktuell nicht Bundesliga-tauglich“), gefiel wiederum vielen in der Mannschaft. Weil Bauer aussprach, was die allermeisten denken. Dass sich schon seit Monaten niemand mehr, gerade seitens des mächtigen Hauptsponsors VW, für sie interessiere. Dass es vielen wohl irgendwie egal ist, was sie da machen an den Spieltagen.

Letzte Chance für Bauer gegen den HSV

Es wird viel geredet in Wolfsburg, aber vor allem über- statt miteinander. Sollte nun mit Bauer der nächste Trainer gehen müssen, das Heimspiel gegen den HSV (Samstag, 15.30 Uhr) hat er von Geschäftsführer Peter Christiansen beinahe überraschend noch bekommen, würden sie den nächsten Schritt Richtung Chaos gehen. Selbst wenn der VfL dann kurzzeitig noch mal zucken sollte - mit einem gesunden Patienten hat dieser Verein nichts mehr zu tun!