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Union-Rot sorgt für Gesprächsstoff: "Weiß nicht, was die im Kölner Keller gesehen haben"

Union-Rot sorgt für Gesprächsstoff

Werder Bremen spielt bei Union Berlin über 75 Minuten in Überzahl. Den Vorteil nutzt das Team von Trainer Daniel Thioune für drei Punkte. Nach dem Spiel kommen Diskussionen um den Berliner Platzverweis auf.
Werder Bremen konnte am vergangenen Spieltag dank des Sieges gegen Heidenheim aufatmen. Nun sorgt eine gemeinsame Aktion von Fans und Mannschaft für Aufsehen. Auch Bremen-Verteidiger Niklas Stark ist sich der Bedeutung der Anhänger bewusst.
Werder Bremen spielt bei Union Berlin über 75 Minuten in Überzahl. Den Vorteil nutzt das Team von Trainer Daniel Thioune für drei Punkte. Nach dem Spiel kommen Diskussionen um den Berliner Platzverweis auf.

Nach dem nächsten Befreiungsschlag im Abstiegskampf klatschte Daniel Thioune seine Spieler am Mittelkreis ab. Dann sprinteten die Bremer zu ihren 2500 mitgereisten Fans, die sie in der Gästekurve mit „Werder, Werder“-Sprechchören empfingen. Mit dem zweiten Sieg in Folge hat der neue Trainer nicht nur die Hoffnung auf den Klassenerhalt gestärkt, sondern auch Union Berlin mit in den Keller gezogen.

„Das sind drei wichtige Punkte, wir haben uns von Anfang an gut präsentiert“, sagte Torschütze Jens Stage nach dem 4:1 (2:1) nach 75-minütiger Überzahl in Berlin, mit dem Werder den Relegationsplatz verließ, bei DAZN. „Wir haben auch schon vorher gut gespielt, aber konnten den Ball nicht ins Tor kriegen. Es war schön heute - mit vielen Toren und einer guten Leistung.“

Fragwürdige Rote Karte für Union Berlin

Olivier Deman (31.), Jens Stage (35.), Marco Grüll (66.) und der eingewechselte Patrice Covic (90.+4) sorgten dafür, dass Werder Patzer der Konkurrenz nutzte und die Gruppe der gefährdeten Klubs um Union erweiterte. Der Vorsprung der Köpenicker auf Platz 16 beträgt nur noch vier Punkte. Der Führungstreffer durch den Ex-Bremer Derrick Köhn (18., Foulelfmeter) reichte nicht für einen Punktgewinn.

Mitentscheidend für die Berliner Niederlage ist der Fakt, dass Union rund 75 Minuten lang in Unterzahl agieren musste. András Schäfer hatte Bremens Stage in der 19. Minute unglücklich am Fuß getroffen, Schiedsrichter Timo Gerach verwies ihn mit einer Roten Karte des Feldes.

Eine spielentscheidende Szene, die nach Abpfiff für Unmut auf Seiten der Gastgeber sorgte. „Ist der Treffer oberhalb des Knöchels? Ist er nicht. Dann ist es keine Rote Karte [...]. Das ist dann eine Fehlentscheidung“, befand Union-Kapitän Rani Khedira am DAZN-Mikrofon. „Warum man die nicht revidieren kann, muss man jemand anderen fragen. Er (Schiedsrichter Timo Gerach; Anm. d. Red.) sagt im Spiel, dass es klar über dem Knöchel ist. Aber dann weiß ich nicht, was die im Kölner Keller gesehen haben."

Es sei „mühsam, wenn man Woche für Woche nicht über Fußballspiele redet, sondern über Fehlentscheidungen vom Schiedsrichter. Das ist ärgerlich, wenn es so spielentscheidend ist“, führte er später bei Sky fort. Schäfer habe seinen Gegner lediglich auf dem Fuß gestempelt, so Khedira deutlich.

Baumgart plädiert: „Ist eine Gelbe Karte“

Cheftrainer Steffen Baumgart schlug in eine ähnliche Kerbe: „Für mich ist es eine Gelbe Karte, weil es kein Tritt oberhalb des Knöchels, sondern eine Bewegung zum Fuß ist“, erklärte er bei DAZN.

„Wenn es dann eine Rote ist, dann greift der VAR ein, weil es dann eine Fehlentscheidung ist. Das ist für mich eine Entscheidung, die sehr schnell gefallen ist und für mich eine Gelbe und keine Rote Karte ist. Er tritt ihn ja nicht. Aber so ist es manchmal.“

Bremen dreht Spiel in Überzahl

In Berlin, beim Team von Thiounes Kumpel Steffen Baumgart, begann Werder selbstbewusst und offensiv bemüht. In Ballbesitz tat sich Bremen allerdings schwer, ins letzte Drittel stießen die Grün-Weißen kaum vor. Auch Union blieb im Angriff blass. Die diversen hohen Hereingaben fing Werder-Torhüter Mio Backhaus problemlos ab.

Der erste grobe Abwehrpatzer hatte Folgen: Werders Niklas Stark hielt Ilyas Ansah und brachte den Berliner Angreifer zu Fall. Den fälligen Elfmeter verwandelte Köhn sicher. Der Jubel währte jedoch nur etwa eine Minute. Schäfer stieg Stage am Mittelkreis im Zweikampf auf den Fuß, Schiedsrichter Timo Gerach zückte sofort Rot - trotz des klaren Foulspiels eine harte Entscheidung.

Werder nutzte den personellen Vorteil umgehend, spielte sich am Berliner Strafraum fest und kam zu guten Chancen. Stages Schuss (22.) parierte Frederik Rönnow stark, kurz darauf zielte Yukinari Sugawara (24.) freistehend aus knapp zehn Metern zu hoch. Beim sehenswerten Deman-Schlenzer war Rönnow machtlos. Stage drehte das Spiel per Kopf nach einer Ecke.

Mit der Führung beendete Werder seine Daueroffensive und zog sich etwas zurück. Die merklich geschockten Berliner kamen bis zur Pause zu keiner nennenswerten Chance. Castro Puertas (44.) hatte dagegen das dritte Tor der Gäste auf dem Fuß.

Bremen kam energisch aus der Kabine und war prompt im Pech, als Stage nach einem sehenswerten Konter am Pfosten scheiterte (50.). Die Gäste blieben tonangebend und bespielten die vielen freien Räume, zwangen Union so zum Hinterherlaufen. Der in seiner Entstehung etwas glückliche dritte Treffer durch Grüll sorgte für die Entscheidung.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)