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"Pfui, widerlich"-Aussage: Köln-Boss rügt Stadionsprecher

Köln-Boss rügt Stadionsprecher

Beim Spiel gegen Borussia Dortmund fliegt kurz vor der Pause der Kölner Jahmai Simpson-Pusey nach VAR-Eingriff vom Platz. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse.
Lukas Kwasniok hat es in den letzten Wochen nicht leicht beim FC Köln. Dennoch ist der Trainer der Geißböcke voll von seiner Arbeit überzeugt.
Beim Spiel gegen Borussia Dortmund fliegt kurz vor der Pause der Kölner Jahmai Simpson-Pusey nach VAR-Eingriff vom Platz. Daraufhin überschlagen sich die Ereignisse.

Wilde Szenen beim Samstagabend-Kracher zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund! Auslöser war ein Platzverweis für den Kölner Jahmai Simpson-Pusey nach VAR-Prüfung kurz vor der Pause. Im Anschluss nahmen auch der Stadionsprecher sowie Kölns Trainer Lukas Kwasniok Hauptrollen ein.

Was war genau passiert? Der englische Abwehrspieler kam gegen Maximilian Beier in der 43. Minute klar zu spät und traf den Dortmunder ohne Chance auf den Ball mit offener Sohle an der Achillessehne.

Schiedsrichter Daniel Siebert zeigte dem 20-Jährigen zunächst die Gelbe Karte, ehe er sich die Szene nach VAR-Hinweis noch mal am Monitor anschaute und wegen groben Foulspiels auf glatt Rot entschied (45.+1).

Köln-Profi fliegt nach VAR-Eingriff vom Platz

Simpson-Pusey trottete niedergeschlagen vom Platz, wurde aber von Kwasniok gleich wieder aufgemuntert, ehe der Abwehrspieler mit erhobenen Händen bedröppelt in den Innenraum ging.

Alles andere als einverstanden mit dem Platzverweis war offenbar Stadionsprecher Michael Trippel. „Pfui! Widerlich!“, brüllte er bei Sieberts Verkündung über das Mikrofon, wie auch SPORT1 live im Stadion hörte.

Der 71-Jährige rief zudem kurz nach Schlusspfiff: „Ich werde Ärger kriegen, aber ich sage es: In der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunders und das guckt sich noch nicht mal einer an.“ In der hektischen Schlussphase hatte BVB-Verteidiger Yan Couto einen Ball mit dem Arm berührt - einen VAR-Eingriff gab es trotz heftiger Proteste der Kölner nicht.

Kessler: „Eine Thematik, die gefällt mir nicht“

FC-Boss Thomas Kessler verurteilte Trippels Kommentare klar. „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir sollten nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten“, unterstrich Kessler nach der Partie bei Sky. Der Geschäftsführer Sport kündigte ein klärendes Gespräch an. Seit 1999 ist Trippel bei den Kölnern im Amt.

Im Spiel sah mit Ramy Bensebaini kurz nach dem Platzverweis für Köln ein Dortmunder die Gelbe Karte, ehe Kwasniok in den Mittelpunkt rückte und ziemlich erbost auf den Vierten Offiziellen Lars Erbst einredete. Der Kölner Coach war kaum noch einzukriegen und stapfte wutentbrannt in die Kabine – drei Minuten vor dem Pausenpfiff.

Experten einig: Rot muss man geben

Die beiden Sky-Experten Lothar Matthäus und Tabea Kemme waren sich in der Pause einig: Diese Rote Karte muss man geben.

„Es sind immer Nuancen“, sagte Matthäus. „Hier keine Absicht. Wie beim Auffahrunfall: Man ist einen Moment unaufmerksam, fährt zu nah heran. Der Erste bremst, der Zweite kann nicht mehr bremsen. Offene Sohle, deswegen Rote Karte korrekt. Da muss man nicht diskutieren.“

Kemme erklärte: „Ja! Mit Abgrenzung: keine Absicht. Aber das ist genau die Situation: Ich komme zu spät, und diese Inkaufnahme einer schweren Verletzung. Damit ist eine grobe Fahrlässigkeit gegeben und deswegen ist es eine Rote Karte.“