Um 19.14 Uhr verließ Daniel Bauer am Samstag womöglich zum letzten Mal die Volkswagen Arena, der schwer angezählte Trainer des VfL Wolfsburg zog einen schwarzen Rollkoffer hinter sich her. Parallel berieten die Bosse über die Zukunft des Coaches und darüber, wie der Krisenklub aus der Autostadt noch vor dem ersten Abstieg aus der Bundesliga gerettet werden kann.
Wolfsburg im Chaos: Bauer vor dem Aus - Hecking als Retter?
Bauer vor Aus - Hecking als Retter?
Er selbst, so Bauer, habe nach dem bitteren 1:2 (1:1) gegen den HSV noch keine Rückmeldung hinsichtlich einer möglichen Trennung erhalten. „Wir haben über das Spiel und die Szenen gesprochen. Es ging um die unmittelbare Spielnachbereitung“, sagte Bauer und verwies auf das Spielersatztraining um 11 Uhr am Sonntag: „Nach dem Spiel gibt es nullkommanull Gedanken an meine Zukunft.“
Sportdirektor Pirmin Schwegler vermied derweil ein Bekenntnis zu Bauer, der erst im November Paul Simonis beerbt hatte: „Wir werden jetzt Gespräche führen, das wie in der letzten Woche analysieren und dann eine Entscheidung treffen, damit wir in Hoffenheim wieder so viele Prozentpunkte, wie wir zusammenbekommen können, auch zusammenbekommen, um dort konkurrenzfähig zu sein“, sagte er bei DAZN.
Dass Bauer am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei der TSG Hoffenheim noch auf der Bank sitzt, ist höchst unwahrscheinlich. Wie die Wolfsburger Allgemeine Zeitung am Samstagabend schrieb, soll die Verpflichtung von Dieter Hecking als Nachfolger bereits fix sein. Der 61-Jährige hatte den VfL 2015 zum Gewinn des DFB-Pokals geführt.
Es wirkt, als wären die Zeiten eine Ewigkeit her. Die Realität ist nach der sechsten Niederlage in den vergangenen sieben Spielen Abstiegsrang 17. Entsprechend geladen waren die Wolfsburger Fans nach der Pleite gegen den HSV. Nachdem sich die VfL-Spieler nach Abpfiff zunächst mit den Hamburgern bei einer Rudelbildung gekabbelt hatten, warfen VfL-Fans Pyrofackeln auf den Rasen und zündeten Raketen. Die Stimmung im Stadion war merklich aggressiv und angespannt.
Dies war auch Bauer nicht verborgen geblieben, der das Verhalten der Anhänger kritisierte. „Es geht nur hundertprozentig zusammen. Und ehrlich gesagt war das heute irgendwann nicht mehr der Fall. Und das war nicht nur nach dem Schlusspfiff.“