Die Ziellinie ist in Sicht: Nach fast vier quälend langen Jahren steht Mario Vuskovic vor seiner Rückkehr in den Profi-Fußball. Beim Hamburger SV darf der mittlerweile 24 Jahre alte Innenverteidiger ab Mitte September wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren – und die Vorbereitungen auf das Comeback laufen.
Außergewöhnliches Bundesliga-Comeback ganz nah
Besonderes HSV-Comeback jetzt ganz nah
„Wir hatten zum Ende der Woche einen ausführlichen Videocall, um seinen Stand zu erfragen“, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin.
Noch darf Vuskovic wegen seiner Doping-Sperre nicht mit dem Team trainieren. Doch spätestens jetzt soll er sich – geht es nach Polzin – mit seinem persönlichen Coach gezielt fit machen: „Wir sind mit dem Trainer im Austausch. Es geht um Dinge, die wir jetzt für das Positionsprofil als zentraler oder halber Innenverteidiger brauchen. Damit er das in den nächsten vier Wochen im Fokus hat.“
Vuskovic-Rückkehr: Rechtsabteilung immer noch im Boot
Es bleibt allerdings eine komplizierte Angelegenheit: Welche Anweisungen an den Rückkehrer tatsächlich erlaubt sind, muss mit der Rechtsabteilung des HSV abgesprochen werden.
Bei Vuskovic war nach einer Trainingskontrolle im September 2022 sowohl in der A- als auch in der B-Probe das leistungssteigernde Mittel EPO nachgewiesen. Es folgte eine zunächst zweijährige Sperre.
Sowohl Vuskovic und der HSV als auch NADA und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) legten gegen das Urteil Berufung ein – der Spieler mit dem Ziel eines kompletten Freispruchs, die Anti-Doping-Behörden mit der Forderung nach der eigentlich üblichen vierjährigen Sperre.
Im August 2024 gab der Internationale Sportgerichtshof (CAS) den Anklägern recht und verlängerte die Sperre auf vier Jahre. Zuletzt sorgte im Sommer 2026 eine neue Wendung für Aufsehen, als die Hamburger Staatsanwaltschaft ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Innenverteidiger offenbar wieder aufnahm.
HSV will Vuskovic zurück: „Das hat ihn sehr berührt“
Sportlich hält der HSV ungeachtet dessen an seinen Plänen fest. Verein und Spieler hatten sich Berichten zufolge bereits 2024 auf einen neuen stark leistungsbezogenen Vertrag verständigt.
Vuskovic beteuerte stets seine Unschuld – und bekam immer die Rückendeckung des Vereins. „Wir haben ihm ein Trikot zukommen lassen mit einer persönlichen Botschaft vom Trainerteam, dem Staff und der Mannschaft in Form eines Videos“, erzählte Polzin: „Das hat ihn sehr berührt und sollte zeigen, dass er Teil unserer Mannschaft ist.“
Der Hamburger Coach war schon 2022 als Co-Trainer im Verein und erlebte dessen Geschichte daher aus nächster Nähe mit: „Meine Motivation war es ab dem Tag, ihm diesen Einstieg und die Wiederaufnahme in den Spielbetrieb zu ermöglichen. Jetzt kann ich hier zum Glück viel entscheiden, und da können wir uns freuen, dass das eine schöne Geschichte wird.“