Welche Rolle Ellyes Skhiri künftig einnehmen soll, wurde beim Training am Dienstag schnell deutlich: eine zentrale. Während die Spieler in zwei Mannschaften gegeneinander auf kleine Tore spielten, trug der Rückkehrer als einziger ein blaues Leibchen. Als freier Mann war er in beiden Mannschaften der zentrale Mann. Skhiri verteilte die Bälle, bestimmte Tempo und Rhythmus.
Köln-Rückkehrer Ellyes Skhiri: "Meine Frau war überglücklich"
Skhiri: „Meine Frau war überglücklich“
Auch wenn ein Einsatz in der Startelf zum Saisonauftakt am Samstag gegen Hoffenheim (15.30 Uhr im LIVETICKER) noch zu früh kommen könnte, sind sich alle Beteiligten einig: Skhiri soll der wichtigste Baustein für das Kölner Spiel werden.
Im exklusiven Interview mit SPORT1 spricht Skhiri über seine emotionale Rückkehr nach Köln, seinen nicht optimalen Abschied aus Frankfurt und darüber, warum sich seine Frau über die Rückkehr mindestens genauso sehr freut wie er.
Drei Jahre Frankfurt: „Das Ende war nicht optimal“
SPORT1: Herr Skhiri, willkommen zurück in Köln. Mit welchem Gefühl sind Sie wieder am Geißbockheim angekommen?
Ellyes Skhiri: Mit einem super Gefühl. Ich bin einfach glücklich, wieder hier zu sein. Vor allem habe ich viele bekannte Gesichter getroffen. Lil (Lil Zercher, Pressesprecherin des 1. FC Köln; Anm. d. Red.) ist auch immer noch da (lacht). Ansonsten hat sich einiges verändert, gerade in der Mannschaft. Jetzt freue ich mich aber erstmal darauf, hier richtig gut anzukommen und schon bald wieder im Rhein-Energie-Stadion auflaufen zu dürfen. Diese Atmosphäre dort ist einfach besonders.
SPORT1: Als die Anfrage aus Köln kam, war Ihnen sofort klar, dass es nur der FC werden kann?
Skhiri: Ich habe viel mit dem FC gesprochen. Der Kontakt kam schon relativ früh. Ich habe mir trotzdem etwas Zeit gelassen, weil ich auch andere Optionen hatte. Am Ende wollte ich die beste Entscheidung treffen – und das habe ich gemacht. Meine Familie und ich sind einfach nur überglücklich, wieder hier zu sein.
SPORT1: Drei Jahre haben Sie zuletzt den Frankfurter Adler auf der Brust getragen. Wie blicken Sie rückblickend auf Ihre Zeit in Frankfurt?
Skhiri: Ich hatte dort drei intensive Jahre, auch mit Europa League und Champions League. Es ist ein sehr großer Verein mit einer riesigen Fanbase, die Erwartungen sind entsprechend hoch. Ich habe dort mein Bestes gegeben und immer hart gearbeitet. Das Ende war nicht ganz so optimal, aber es ist, wie es ist.
SPORT1: Wieso nicht optimal?
Skhiri: Ich meine die Art, wie ich den Verein verlassen habe. Die letzten Wochen waren sehr, sehr schwer. Darüber möchte ich gerade aber gar nicht mehr viel sprechen.
Skhiris neue Rolle in Köln
SPORT1: Man hatte in Frankfurt manchmal das Gefühl, dass Sie nie so richtig angekommen sind. War Ihre bislang beste Zeit in Ihrer Karriere beim FC?
Skhiri: Die letzten Jahre in Köln waren wirklich sehr gut. Ich hatte gute Statistiken. In Frankfurt war ich auch sehr konstant, hatte vielleicht nicht die Zahlen wie in Köln. Die Erwartungen waren dort aber auch sehr hoch. Es ging immer um Europa. Ich bereue trotzdem nichts. Ich habe viel geleistet. Jetzt bin ich einfach nur glücklich, wieder hier zu sein und für den FC alles zu geben.
SPORT1: Sie wurden sehr herzlich empfangen. Auch die Fans hier erwarten einiges von Ihnen. Was können Sie ihnen versprechen?
Skhiri: Die Leute kennen mich. Ich bin immer noch derselbe Mensch und Spieler. Ich werde immer viel arbeiten, viel kämpfen und versuchen, 100 Prozent auf dem Platz zu geben. Und natürlich will ich dann auch positive Ergebnisse erzielen.
SPORT1: Welche Rolle sollen Sie in der Mannschaft einnehmen?
Skhiri: Einerseits so bleiben, wie ich bin, und das machen, was ich immer mache: Viel arbeiten mit hoher Disziplin. Ich kann aber auch gar nicht anders (lacht). Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit vielen Talenten. Natürlich soll ich auch den Jungs helfen. Für uns alle gilt, dass wir hart arbeiten und viel investieren müssen. Das steht über allem. Und genau das will und werde ich tun.
„Wir werden einen kölschen Jungen bekommen“
SPORT1: Seit einer Woche sind Sie jetzt wieder hier, haben ihre Mitspieler und Mannschaft kennengelernt. Wie gut ist der FC? Was ist in dieser Saison möglich?
Skhiri: Natürlich bin ich noch neu, aber die Mischung aus Jugend, Talent und Erfahrung gefällt mir sehr gut. Ich denke, jeder Spieler hat seine Rolle. Am Ende wollen wir einfach eine gute Saison spielen, am besten möglichst früh den Klassenerhalt klarmachen. Darum geht es für uns.
SPORT1: Was haben Sie in Köln am meisten vermisst?
Skhiri: Die Atmosphäre, das Stadion und die Fans. Aber auch die Stadt allgemein. Wir haben uns hier immer sehr wohlgefühlt. Als ich die Entscheidung getroffen habe, beim FC zu unterschreiben, war meine Frau überglücklich.
SPORT1: Wer hat sich mehr gefreut? Sie oder Ihre Frau?
Skhiri: Natürlich wir beide. Aber sie war keinesfalls weniger begeistert (lacht). Sie hat viele Freunde hier und kennt sich bestens aus. Diese Stadt wird immer etwas Besonderes für uns sein. Meine Tochter ist hier geboren, und jetzt ist meine Frau wieder schwanger. Das heißt: Wir werden einen kölschen Jungen bekommen. Deshalb freuen und genießen wir das jetzt alles umso mehr.