Es wäre kein Wunder, wenn Niko Kovac einen Ohrwurm der „Cantina Band“ im Kopf hätte. „Spielt denselben Song noch mal!“ – mit „Alles klar, denselben Song und los!“ Denn der 54-Jährige muss sich vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison zum wiederholten Mal mit einer unliebsamen Situation herumschlagen.
Der BVB erlebt ein unliebsames Déjà-vu
Kovac erlebt ein unliebsames Déjà-vu
Die Personallage in der Defensive, insbesondere in der Innenverteidigung, ist vor dem Auftakt gegen den Hamburger SV am Samstagabend (ab 18.30 Uhr LIVETICKER) mal wieder angespannt. Kovac erlebt ein Déjà-vu.
Borussia Dortmund hat Abwehrsorgen
Nico Schlotterbeck und Emre Can fallen beim Auftakt gegen den HSV definitiv aus, auch der Einsatz von Ramy Bensebaini (Rippen) ist nach SPORT1-Informationen eher unwahrscheinlich.
Schon vor dem Auftakt der vergangenen Saison beim FC St. Pauli (3:3) musste Kovac auf Nico Schlotterbeck, Emre Can und Niklas Süle verzichten. Damals bildeten Waldemar Anton, Ramy Bensebaini und Filippo Mané die Dreierkette. Dass der Youngster beim Bundesligaauftakt direkt vom Platz flog, verschärfte die Situation zusätzlich – Alleskönner Julian Ryerson musste aushelfen. Auch im weiteren Saisonverlauf war Kovac in der Innenverteidigung immer wieder zur Improvisation gezwungen. Nun steht er erneut vor einem Personalpuzzle.
„Natürlich ist es schon so: Wenn man Dreierkette spielt, braucht man immer mal wieder einen Innenverteidiger mehr. Wenn du mit Viererkette spielst, dann kommst du mit vier ganz gut hin“, erklärte Kovac das Problem auf der PK.
BVB-Innenverteidigung stellt sich von selbst auf
Immerhin: Die ersten drei dürften sich beinahe von selbst aufstellen. Waldemar Anton als Abwehrboss, flankiert von Filippo Mané, der in diesem Jahr noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht hat, und Neuzugang Joane Gadou, der für seine 19 Jahre bereits auffällig routiniert auftritt.
„Wir haben aber auch noch andere Alternativen, wir können dort mit Julian Ryerson auch irgendetwas mixen, was wir auch schon letzte Saison getan haben. Die Vorbereitung lief gut, die Jungs haben bewiesen, dass sie das spielen können.“
Ob Ryerson tatsächlich als Option für die Innenverteidigung infrage kommt, darf allerdings bezweifelt werden. Denn auch auf der Schiene fehlen hinter dem Norweger und Daniel Svensson echte Alternativen.
Personalengpass in der Defensive – Auswirkungen auf Reggiani?
Als Backup stünde der wechselwillige Luca Reggiani bereit. Dass Kovac ihn nicht einmal bei den Alternativen nannte, spricht Bände. Der Italiener ist in der Hierarchie deutlich hinter Mané zurückgefallen. Dennoch könnte die aktuelle Situation auch Einfluss auf seine Zukunft haben. Denn die BVB-Verantwortlichen müssen sich die Frage stellen, ob sie den jungen Italiener angesichts der angespannten Personaldecke überhaupt abgeben können.
Neuverpflichtungen sind nach SPORT1-Informationen nicht mehr zwingend vorgesehen. Denn einen Spieler nur deshalb zu verpflichten, weil er gerade gebraucht wird, wollen die BVB-Bosse nicht mehr. Die Verantwortlichen müssen von einem möglichen Neuzugang zu 100 Prozent überzeugt sein.
Deshalb dürfte Kovac zunächst versuchen, die erste Phase der Saison mit dem dünnen Defensivpersonal zu überbrücken – und darauf hoffen, dass sich die Verletzten- und Ausfallliste in den kommenden Wochen deutlich verkürzt. So wie schon im vergangenen Jahr.