Vor dem Bundesliga-Auftakt sind bei Borussia Dortmund noch einige Personalfragen offen. Im Sturm herrscht dagegen Klarheit. Das machte BVB-Trainer Niko Kovac auf der Pressekonferenz am Donnerstagmittag unmissverständlich deutlich – und wies Fábio Silva damit in die Schranken: „Serhou Guirassy ist unsere Nummer eins. (…) Fábio kennt seine Rolle in der Mannschaft. Er ist der Herausforderer“, gab Kovac unverblümt an.
Kovac weist BVB-Star zurecht: "Kennt seine Rolle"
Denkzettel für BVB-Star
Dabei hatte der Portugiese eigentlich andere Pläne. Könnte er nun erst recht das Weite suchen?
BVB: Silva trifft und macht seinen Unmut deutlich
13 Minuten brauchte Silva am Wochenende für das, was Serhou Guirassy zuvor in über einer Stunde nicht gelingen wollte: auf sich aufmerksam zu machen. Das Tor des Portugiesen führte dennoch nicht zum gewünschten Erfolg – der BVB verlor den Supercup gegen den FC Bayern mit 1:2.
Sein Selbstbewusstsein war nach der Partie dennoch unübersehbar. Gleichzeitig machte der 24-Jährige keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit: „Ich fühle mich gut. Ich möchte natürlich mehr Spiele von Beginn an machen und der Mannschaft helfen. Ich möchte noch wichtiger sein. Wenn ich was anderes sage, würde ich lügen. Ich sage immer die Wahrheit“, betonte Silva nach der Partie.
BVB-Star Silva hinkt den Erwartungen hinterher
In der vergangenen Saison kam Silva in 39 Einsätzen auf drei Tore und sieben Assists. Der 24-Jährige war dabei nicht selten ein belebendes Element in der BVB-Offensive. Wenn er allerdings die Chance von Beginn an erhielt, blieb er vieles schuldig. So richtig angekommen scheint Silva in Dortmund bislang noch nicht zu sein.
Dass er und vor allem sein Berater weiterhin mit einem Wechsel bis zum Transferschluss am Dienstag liebäugeln, ist dabei kein Geheimnis: „Ich weiß nicht, was passieren wird“, so Silva, der noch bis 2030 unter Vertrag steht. Betis Sevilla gilt als Interessent.
Nach SPORT1-Informationen wäre der BVB bei einem angemessenen Angebot – um die 20 Millionen Euro – gesprächsbereit. Allerdings nur, wenn die Verantwortlichen bis Dienstag noch eine Alternative finden. Denn bei einem Silva-Abgang bräuchte Dortmund dringend einen Backup für Guirassy.
Abgang oder Leistungssteigerung – jetzt erst recht?
Dass Silva öffentlich so offen über seine Ambitionen und Gedanken gesprochen hat, könnte ein Grund für Kovacs Zurechtweisung gewesen sein. Schließlich verrät der Trainer normalerweise nur wenig über seine Startformation. Normalerweise gilt beim 54-Jährigen: „Jeder, der im Kader steht, hat auch die Chance, von Beginn an aufzulaufen.“
Ob Kovac mit seiner deutlichen Ansage für mehr Selbstbewusstsein bei Silva sorgt? Fraglich. Vielleicht hat sich Silva aber nun auch zum Motto gesetzt: „Jetzt erst recht.“
Doch auch das lässt sich in zwei Richtungen deuten: eine deutliche Leistungssteigerung – oder eben doch das Drängen auf einen Wechsel.