Eigentlich ist Anton Kade ausgewiesener Schnitzel-Connaisseur. Als SPORT1 den 22-Jährigen nach seiner Gala zum Bundesliga-Auftakt gegen Schalke (3:0) in den Katakomben der Augsburger WWK-Arena ansprach, ob es ein solches als Belohnung geben würde, entgegnete er noch ungewiss: „Ich werde mir auf jeden Fall etwas gönnen.“ Schließlich lieferten FCA-Mitarbeiter Pizza in die Kabine – und Kade flachste: „Nehm‘ ich auch!“
Ein Fall für Klopp? Augsburg-Youngster spielt ganz groß auf
Einer für Klopp
Und das zu Recht: Immerhin hatte der U21-Nationalspieler mit seinem Zauber-Assist auf Sturmpartner Michael Gregoritsch und seinem eigens erzielten 2:0 per Flachschuss an den Innenpfosten den perfekten Augsburger Bundesliga-Start mitverantwortet. Ausgerechnet unter den Augen von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp, der das Spiel auf der Tribüne neben FCA-Geschäftsführer Michael Ströll verfolgte.
Gregoritsch: „Er hat ein riesiges Potenzial“
„Ich wusste es vorher, aber ich hatte noch keinen Kontakt mit ihm“, beschrieb Kade die Situation nach dem Spiel. Er steht auf der Liste von 57 Feldspielern, deren Beobachtung Klopp auf seiner Antritts-Pressekonferenz beim DFB angekündigt hatte – am Sonntagabend dürfte sich der Youngster gar ein paar Plätze in der Rangliste nach oben gearbeitet haben.
Immer wieder überforderte er die Schalker Defensive um Kapitän Timo Becker mit seiner Schnelligkeit. 32 Sprints mit einer Maximalgeschwindigkeit von 33,92 km/h nach dem ersten Spieltag sind Augsburger Top-Wert!
Zudem ließ Kade immer wieder seine technische Versiertheit aufblitzen – und brachte Stürmer-Kollege Michael Gregoritsch regelrecht ins Schwärmen: „Es ist ein guter Wechsel, wenn wir uns die Tore gegenseitig vorbereiten. Er ist ein toller Mitspieler. Wir sprechen immer wieder, unterhalten uns auch abseits des Platzes. Ich mag ihn als Mensch, finde ihn als Mitspieler super und er hat ein riesiges Potenzial.“
Kade ist ein Multifunktionskicker
Das ist auch dem DFB längst nicht verborgen geblieben, schon in der U16-Nationalmannschaft debütierte Kade und durchlief seitdem jede U-Auswahl. Inzwischen ist er in der U21 von Antonio di Salvo angekommen, erzielte dort im März gar sein erstes Tor – und festigte seine Position. Doch wo spielt der gebürtige Berliner eigentlich am besten?
„Vorne auf jeden Fall! Ursprünglich ist er mit der Idee gekommen, er möchte die rechte Schiene spielen. Wir haben ein bisschen gebraucht, bis er sich das selbst widerlegt hat. Als zweite Spitze, alleinige Spitze, Zehner, er kann als Flügelstürmer spielen. Das erste Tor war ja Wahnsinn“, lobte auch FCA-Coach Manuel Baum auf der Pressekonferenz nach dem Spiel – und fügte über seine deutschen Youngster um Noahkai Banks, Hennes Behrens und Kade an: „Ich denke, dass der Bundestrainer einiges mitnotieren konnte.“
Sportdirektor Benjamin Weber hatte Kade im vergangenen Sommer für gut zwei Millionen Euro aus Basel nach Schwaben gelotst, auch Ex-Trainer Sandro Wagner schwärmte konstant von dessen Entwicklung seit der Ausbildung in der Herthaner Jugend – und zeigte sich auch gegenüber SPORT1 immer wieder ungläubig, ein solches Talent gegen Ende der Transferphase noch „abstauben“ zu können.
Gerade die Lernbereitschaft imponierte schon Wagner, immerhin ist Kade auch über den Fußball hinaus schon ein gestandener Profi. Im vergangenen Jahr heiratete er mit nur 21 Jahren Frau Corinna, bevorzugt ein ruhiges Leben abseits des großen Trubels. Wenn Maltipoo-Hündin Bisma nicht gerade Auslauf braucht, zockt er gerne FIFA auf der PlayStation. Sein Marktwert schießt nicht nur in der fiktiven Spielumgebung in die Höhe: Auf rund 10 Millionen Euro werden seine Dienste aktuell beziffert, Tendenz steigend.
Kade darf sich also durchaus berechtigte Hoffnungen auf eine baldige Klopp-Nominierung machen – vielleicht gar in seinem Wohnzimmer. Denn: Am 27. September bestreitet die DFB-Elf das erste Heimländerspiel des neuen Bundestrainers gegen Griechenland in der WWK-Arena. Ein Bewerbungsschreiben für eine Berücksichtigung Klopps hat Kade jedenfalls mit Nachdruck hinterlassen.