Emotionales Tränen-Comeback
Füllkrug ehrlich: Dieser Wechsel "ist gar nicht aufgegangen"
Nach dem Remis von Werder Bremen beim 1. FC Köln steht nicht nur Torschütze Niclas Füllkrug im Fokus. Auch ein leidgeprüfter Rückkehrer bestimmt die Schlagzeilen.
Als der Schlusspfiff ertönte und Werder Bremen sich nach dem 1:1 beim 1. FC Köln bei den mitgereisten Fans bedankte, brachen bei Mitchell Weiser alle Dämme – und bei Niclas Füllkrug, dem Torschützen zum 1:1, gleich mit dazu.
Weiser, der in der 83. Minute eingewechselt worden war, feierte ausgerechnet an alter Wirkungsstätte bei seinem Ausbildungsverein nach 14-monatiger Leidenszeit aufgrund eines Kreuzbandrisses sein Comeback und ließ nach Spielende seinen Tränen freien Lauf.
Emotionales Tränen-Comeback bewegt Werder Bremen
„Schon eine sehr lange Zeit gewesen, seitdem ich angefangen habe mit Fußball auch die längste Zeit ohne Fußball. Das war einfach hart für mich. Jeden Tag die Ungewissheit, wann ich wieder auf den Platz kommen kann“, sagte Weiser bei Sky: „Wo alles angefangen hat für mich in dem Stadion, ist irgendwas hochgekommen.“
Nicht nur Trainer Daniel Thioune umarmte daraufhin seinen Schützling, auch die Teamkollegen wie Füllkrug, der selbst zu Tränen gerührt war. „Ich musste sogar mitweinen“, gestand der Rückkehrer, der bis Saisonende von West Ham United ausgeliehen ist.
„Ich kenne das leider alles selber. Ich habe auch einige Geschichten gehabt, unter anderem auch einen Kreuzbandriss“, führte der Stürmer weiter aus. „Da geht man durch Momente in der Reha, wo man teilweise denkt: Wie soll das jemals wieder werden? Die hat er überstanden, kann er ganz stolz auf sich sein. Wir sind sowieso stolz auf ihn und wir sind ganz glücklich, dass er wieder da ist.“
Immerhin retteten die Bremer dank des Füllkrug-Tores in der 69. Minute noch einen Zähler in Köln, trotzdem war Weiser nicht rundum glücklich: „Traumszenario wäre natürlich gewesen, wenn wir noch irgendwie eins gemacht hätten, aber für mich trotzdem ein besonderer Abend. Fühlt sich schon nach einem Sieg für mich persönlich an, aber natürlich hätten wir gerne als Mannschaft auch gewonnen.“
Weiser: „Das ist das Schönste auf der Welt für mich“
Dass der 32-Jährige ausgerechnet bei seinem Jugendverein zurückkehrte, war ein schöner Zufall und alles andere als geplant. „Ich wollte eigentlich schon letzte Saison zurückkommen, und dann kommen halt Sachen dazwischen, wie es bei so einer schweren Verletzung halt ist. Kannst du nicht wirklich planen“, betonte der frühere Bayern-Akteur.
„In den letzten drei, vier Wochen hat man gemerkt, dass es vielleicht für hier reichen könnte. Ich sollte noch gebremst werden und ich habe echt gekämpft, dass ich hier dabei bin. Wie es so will, konnte ich dann auch noch reinkommen, war besonders“, fügte der Außenbahnspieler hinzu.
Nach 14 Monaten quälender Reha-Phase mit Komplikationen und Rückschlägen sieht Weiser nun wieder Licht am Ende des Tunnels. Das Schlimmste hat er überstanden: „Dieses Spiel in so einem Stadion, generell Fußball spielen, gibt mir alles. Das habe ich jetzt auch noch mal gemerkt in der Zeit, wo ich es nicht hatte. Das ist das Schönste auf der Welt für mich.“