Maurice Krattenmacher wusste nicht so genau, wem er diesen grandiosen Tag überhaupt zu verdanken hatte. Wer hatte den famosen Matchwinner des 4:3 der SV Elversberg bei Borussia Mönchengladbach eigentlich eingewechselt? Cheftrainer Vincent Wagner, der in dieser 65. Minute schon mit Gelb-Rot auf der Tribüne saß, per Handzeichen? Oder doch einer der Co-Trainer, die nun das Kommando hatten? „Gute Frage“, sagte Krattenmacher. „Ich denke mal beide.“
Spieler des Tages: Maurice Krattenmacher
Spieler des Tages: Maurice Krattenmacher
Das hätte auch die Antwort darauf sein können, welches seiner Tore ihm am Samstag besser gefallen hatte. Das 2:3 aus Elversberger Sicht, der große Hoffnungsmacher, im Fallen nach einem Lattentreffer erzielt, nur eine Minute nach seiner Einwechslung. Oder das 4:3, die Entscheidung für das kleinste Dorf der Bundesliga-Geschichte, in der zweiten Minute der Nachspielzeit – unmittelbar, nachdem er eine gigantische Chance vergeben hatte.
So oder so: „Es war der Hammer“, sagte Krattenmacher, der beim FC Bayern München ausgebildet worden, aber nie in der dortigen Profi-Mannschaft zum Einsatz gekommen war. Er wurde an den SSV Ulm ausgeliehen, dann an Hertha BSC, schließlich wechselte er vor Saisonbeginn fest nach Elversberg. Dort will er mit seinen Teamkollegen „eklig sein“. Das ist an den ersten beiden Spieltagen bestens gelungen.
Zunächst hatte die SVE den hohen Favoriten Bayer Leverkusen beim 3:2 blamiert, nun drehte sie in Mönchengladbach ein 1:3 in ein 4:3. Die Bundesliga-Tabelle dürfen sich Krattenmacher und seine Mitspieler nach einer „schönen und angenehmen Rückfahrt“ einrahmen.