Auf Robert Lewandowskis Spuren
Nicht der Rekord! Was Bayer-Coach an Schick begeisterte
Patrik Schick ist in herausragender Form. Der Stürmer der Werkself trifft in dieser Saison gefühlt nach Belieben und könnte eine rekordverdächtige Bilanz ansammeln.
Sechs Spiele, sechs Tore. In jedem Spiel getroffen. Auf Patrik Schick ist in der Bundesliga bis dato in stolzer Regelmäßigkeit Verlass. Dass dazu auch noch zwei Vorlagen kommen, unterstreicht die bemerkenswerte Entwicklung des Stürmers.
„Es ist nicht nur so, dass er vorne richtig steht und die Chancen reinmacht – sondern auch, wie er arbeitet und welche Präsenz er ausstrahlt“, merkte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Sport, Simon Rolfes, nach dem 2:1 gegen den SC Freiburg am Sonntag in der Mixed Zone an. „Das ist schon wirklich großartig“, sagte er über Schick, der eine Vorlage und das Tor zum Sieg beigesteuert hatte.
Dessen entscheidendster Trumpf bleibt jedoch das Toreschießen. Mit sechs Toren steht Schick gemeinsam mit Niclas Füllkrug an der Spitze der Torjägerliste der Bundesliga. Rechnet man lediglich mit Toren aus dem Feld ohne Elfmeter, steht Schick allein ganz oben.
Schick bricht Legenden-Rekord bei Leverkusen
Dass gerade seine Abschlussqualität elitär ist, beweist sein xG-Wert (erwartete Tore) von 4,06, den er in der Bundesliga um knapp zwei Tore übertrifft. Seine Vielseitigkeit unterstreicht wiederum, dass er vier seiner sechs Tore mit seinem eigentlich schwächeren rechten Fuß erzielte.
Auch in der Europa League, wo Bayer heute Abend (18.45 Uhr LIVETICKER) beim OFI Kreta FC zu Gast ist, sieht die Torbilanz mit zwei Treffern in zwei Spielen ansehnlich aus. Blickt man auf alle Wettbewerbe, steht Schick in neun Spielen bei neun Toren und zwei Vorlagen. Durchschnittlich bedeutet das alle 57 Minuten einen Scorerpunkt. Schick liefert das Komplettpaket eines Stoßstürmers.
Ganz allgemein wandelt der Tscheche auf Rekordniveau. Durch seinen sechsten Treffer im sechsten Bundesligaspiel nacheinander seit dem Saisonstart hat Schick die Rekorde der Werkself-Legenden Dimitar Berbatov und Stefan Kießling gebrochen. Seine beiden Vorgänger hatten jeweils an den ersten fünf Bundesliga-Spieltagen genetzt.
„Ja, das habe ich schon gehört. Ich bin natürlich sehr glücklich. Aber die Hauptsache war der Sieg heute – und das macht mich sehr glücklich“, gab sich der Matchwinner bei DAZN noch demütig.
Maza macht Schicks Leben leichter
Eines hat Kießling dem 30-Jährigen noch voraus. Unabhängig vom Saisonstart traf die Werkself-Legende einmal in sieben aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen. Ein Rekord, der nun wackelt. „Hoffentlich schaffe ich das nochmal nächste Woche“, sagte Schick lachend nach der Partie, als er darauf angesprochen wurde.
Schick ist jedoch nicht nur durch seine Ausbeute vor dem gegnerischen Tor unverzichtbar für Leverkusen geworden. „Führung in der Kabine, Führung auf dem Platz, er ist auch eine Anspielstation für die Zehner, ein Verbindungsmann, der gut ablegt und damit die Angriffssituationen initiiert“, schwärmte Rolfes regelrecht vom ehemaligen tschechischen Nationalspieler.
Dass er mit Ibrahim Maza einen kongenialen Partner hinter sich hat, macht seinen Job natürlich einfacher. Dass wurde auch beim Siegtreffer gegen Freiburg deutlich, bei dem Maza mehrere Freiburger im Vorfeld aussteigen ließ und dann Schick bediente. „Wenn Patrik einen kombinationsstarken Spieler um sich herum hat, kommt ihm das auch zugegen. Spielstarke und kombinationsstarke Spieler helfen ihm“, betonte Rolfes.
Knackt Schick auch noch Lewandowski?
Hinsichtlich der Rekorde lohnt sich so langsam auch ein Blick über Leverkusen hinaus. In der Historie der Bundesliga hatten zum Start in eine Saison nur Pierre-Emerick Aubameyang (acht, 2015) und Robert Lewandowski (elf, 2019) in mehr aufeinanderfolgenden Spielen getroffen.
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Wenn Schick so weitermacht, liegen aber auch deren Rekorde im Bereich des Möglichen.