Magath gesteht: „Stand mit 40 Grad Fieber auf dem Platz“
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Felix Magath spricht über die extreme Belastung, die Trainer während der Saison aushalten müssen. Die Trainer-Legende erzählt auch von kräftezehrenden Situationen aus seiner eigenen Karriere.
Nach dem Zusammenbruch von Vincent Kompany verschärft sich aktuell die Debatte rund um den Stress im Trainer-Business – auch, weil der Belgier wohl über die Grenzen der eigenen Gesundheit arbeitete.
Dies sei nichts Ungewöhnliches im Trainer-Geschäft, sagte Felix Magath jetzt im Interview mit der Bild: „Ich habe auch mit 40 Grad Fieber auf dem Platz gestanden, aber zum Glück ohne schlimmere Folgen. So eine Situation (wie Kompany, Anm. d. Red.) hatte ich nicht. Eine Macke am Herzen habe ich allerdings, schon seit sehr vielen Jahren.“
„Natürlich ist es eine Belastung, in der Öffentlichkeit zu stehen und Verantwortung zu haben. Der Druck ist da. Mein Empfinden ist: Ich hatte diesen Druck, aber ich habe mir auch selbst Druck gemacht. Ich wollte immer gewinnen, wollte immer besser sein, ich war unglücklich, wenn ich nicht gewonnen hatte. Und ich wollte immer noch mehr“, sagte die Trainer-Legende weiter.
Magath stand sogar am Rande eines Burnouts
Magath gestand dann sogar, dass die Herausforderungen für heutige Trainer sogar noch größer seien als zu seiner aktiven Zeit: „Tatsache ist, dass es heute mehr Spiele gibt als noch vor einigen Jahren. Der Rhythmus ist schneller geworden. Die Frequenz höher. Und damit auch der Druck und die Belastung. Das gilt nicht nur für die Spieler, das gilt folgerichtig auch für die Trainer.“
Trotzdem hatte die Belastung auch für ihn schon damals fast extreme Folgen. 2011, zum Ende seiner Zeit bei Schalke 04, stand Magath am Rande eines Burnouts. „Ich habe mich eigentlich auf allen meinen Stationen immer sehr gefestigt und stabil gefühlt. Auf Schalke habe ich mich hingegen sehr, sehr stark belastet gefühlt. Ich war ja nicht nur Trainer, sondern auch gleichzeitig Manager und Vorstand. Ich hatte nicht nur Verantwortung für die Mannschaft, sondern auch für die wirtschaftliche Situation“, gestand die Trainer-Legende.
Für die neue Trainer-Generation hat Magath dann auch eine Lösung parat. Er rät Mut zur Lücke: „Arbeit gibt es im Fußball genügend, man könnte als Trainer Tag und Nacht arbeiten – keine Frage. Entscheidend ist, die richtige Balance zu finden. Man braucht Mut zur Lücke.“
„Eine Frage, die ich mir schon seit einiger Zeit stelle, ist: Braucht man wirklich all diese Daten, die es heute gibt, und die gefühlt immer mehr werden, um eine Mannschaft auf ein Spiel, auf einen Gegner einzustellen?“, findet Magath.